28. August 2018

Kinderbetreuung – die Qual der Wahl?


Zur Erziehung eines Kindes braucht es bekanntlich ein ganzes Dorf. In den meisten Fällen ist dieses heutzutage nicht mehr vorhanden. An seiner Stelle stehen nun Pädagogen, Betreuer, Psychologen, aber auch immer noch Oma und Opa.

Die Hauptlast der Kindererziehung liegt heutzutage bei den Eltern. Na klar, wo sonst? Natürlich hatten die Eltern seit jeher die Hauptverantwortung für ihren Nachwuchs, doch gab es da meistens noch Tanten, Cousins und Cousinen, die Nachbarn, den freundlichen Lebensmittelhändler in der Straße und den strengen Busfahrer, der Pünktlichkeit und Stillsitzen verlangte, der aber auch ab und zu ein Zuckerl parat hatte. Heimlich wurde am Bier eines Stammtischbruders des Vaters genippt und der Zigarettenrauch vom Onkel inhaliert. Man wusste, dass Oma einem die Nase mit ihrem Taschentuch aus der Schürze putzt und Tante Ilse einen am Nachmittag sicher nicht aus den Augen ließ. Tante Lotte war da eher gelassen, sie schaute nur ab und zu in den Hof und fragte, ob nicht gezündelt wird und der kleine Stefan wohl im Auge behalten wird.

Ja, diese Zeiten sind vorbei. Gehen die Eltern arbeiten oder möchten sie sich eine kleine Verschnaufpause gönnen, heißt es für sie, sich um eine pädagogisch wertvolle Kinderbetreuung zu kümmern. Kurzfristig jemanden anrufen ist langfristig schwierig. Nun stehen unterschiedliche Möglichkeiten zur Wahl:

Großeltern

Ist die Beziehung zu den eigenen Eltern nicht übermäßig belastet, sind sie meist die beliebtesten Babysitter, da sich ihre Betreuung nicht wie Fremdbetreuung anfühlt. Machen es die Großeltern gerne und liebevoll, ist es eine win-win-Situation für alle. Einige Großeltern schätzen aber ihren Freiraum und möchten nicht jederzeit zur Verfügung stehen. Hier heißt es, sich genau abzustimmen. Auch die Frage der Entlohnung muss im Vorhinein angesprochen werden, denn meistens gibt es versteckte Erwartungen, wie eine Betreuung im Alter oder sonstige Gegenleistungen.

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Krippe

Für die Krippe spricht der meist liebevolle Umgang mit den Kleinsten, die hohe pädagogische Kompetenz der Mitarbeiter und die gute zeitliche Verfügbarkeit. Oftmals sind die Plätze allerdings schon vergeben und lange Tage in der Krippe führen zu einem hohen Stresslevel bei den Kleinen. Wichtig ist auch die Sommerbetreuung: wechseln hier die Betreuer und kommen größere Kinder dazu?

Tagesmutter

Die Betreuung bei einer geschulten Tagesmutter bietet ein geschütztes, stressfreies und familiäres Umfeld mit meist maximal fünf Kindern. Sie setzt allerdings ein hohes Maß an Vertrauen voraus, da es keine ständige Kontrolle von anderen geschulten Erwachsenen gibt. Die Kosten sind höher als in der Krippe.

Kindergarten

Die Plätze in Kindergärten sind begehrt. Kindergärten setzen auf unterschiedliche Konzepte: auf Montessori, Integration von Menschen mit besonderen Bedürfnissen oder auf Natur. Aber eigentlich setzen alle auf eine gesunde Förderung der Kinder. Es wird auf ausreichend Bewegung, die gesunde Entwicklung der Feinmotorik, effektive Kommunikation und angemessenes soziales Verhalten geachtet. Das mit seinen kulturellen Traditionen durchwandert. Viele Eltern sind froh um das breite Angebot, dass sie ihren Kindern zuhause nicht bieten könnten.

Kinderfrau, Nanny

Eine Kinderfrau oder eine Nanny bieten individuelle Betreuung in den eigenen vier Wänden. Eine passende zu finden, ist nicht leicht, wenn sie pädagogisch ausgebildet, flexibel und langfristig verfügbar sein sollte. Auch die Kosten sind nicht zu unterschätzen.

Au-pair

Au-pairs wohnen die Betreuungszeit über im gemeinsamen Haushalt, im Zimmer. Sie kümmern sich für ca. 20 Stunden pro Woche um die Kinder und erledigen leichte Hausarbeiten. Dabei lernen sie die Sprache und das Land kennen. Ihre Betreuung kann wunderbar funktionieren und den Kindern Spaß machen. Freundschaften können noch jahrelang dauern – dazu gibt es ganz unterschiedliche Erfahrungen.

Leihoma

Leihomas sind oftmals über Vereine oder öffentliche Institutionen zu finden. Sie kommen einmal wöchentlich oder je nach Bedarf zu den Kindern. Sie unternehmen etwas mit ihnen, spielen zuhause oder erledigen die Hausaufgaben. Sie begleiten die Kinder meist über viele Jahre.

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EIN ARTIKEL VON
  • Karolina Putz

    Beruflich bin ich als freie Journalistin und Projektmanagerin tätig. Privat bietet das Leben mit unserem dreijährigen Sohn so allerhand Überraschendes, Freudiges aber auch Dinge zum Aus-der-Haut-fahren.



1 Kommentare
  • Alexandra, 29. August 2018, 9:59 Antworten

    Hallo, ich habe nach 2 Jahren Karenz wieder angefangen fuer 2 Tage die Woche zu arbeiten. Ich wollte meinen Sohn zuerst in eine kleine private Spielgruppe geben, weil mir die oeffentlichen Gruppen fuer meinen schuechternen und sehr zurueckhaltenden Sohn zu groß erschienen. Die private Gruppe war ueber ein halbes Jahr vorher komplett voll, weshalb ich mir eine Tagesmutter gesucht habe. Sie ist wesentlich billiger und flexibler als jede Spielgruppe. Mein Sohn blueht dort richtig auf und kann mit Kindern seines Alters spielen, was bei einer Oma oder Nanny nicht der Fall waere

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