23. Mai 2018

Feriencamps auf der Marswiese – spielend bewegen

Feriencamp Marswiese

Kinder und Jugendliche bewegen sich zu wenig, sagt – einmal mehr – eine kürzlich veröffentlichte Studie der Stiftung Kindergesundheit. Das Sportzentrum Marswiese versucht da mit seinen Feriencamps Abhilfe zu schaffen.

Er hüpft über Kästen, klettert auf Wände, erklimmt hohe Matratzenstapel – mein Sohn macht seit kurzem Parkours, eine Sportart, bei der es darum geht, Hindernisse effizient auf selbstgewähltem Weg zu überwinden und dabei seine Grenzen zu erweitern. Mein Sohn macht das gemeinsam mit drei seiner besten Freunde mit großer Freude und auch mit großer Ernsthaftigkeit. Das Training im Sportzentrum Marswiese in Wien verlangt den Kindern nämlich – im positiven Sinn – alles ab: Muskelkraft, Hirn, Selbstüberwindung. Eineinhalb Stunden laufen und springen, kraxeln und klettern sie durch die Gegend. Danach sind sie müde und ausgepowert, aber augenscheinlich richtig zufrieden mit sich und der Welt.

Kinder brauchen viel Bewegung – das ist meine Erfahrung als Mutter. Sich viel zu bewegen macht ihnen nicht nur Spaß, es macht sie auch zufriedener und glücklicher. Und ich bemühe mich, meinem Sohn Bewegung zu ermöglichen so oft es geht. Wie oft aber tut es mir in der Seele weh, wenn ich merke, dass es sich heute nicht ausgeht, weil uns der Alltag mit all seinen Verpflichtungen fest im Griff hat, die mit Bewegung, wie mein Sohn sie braucht, gar nichts zu tun haben. Oder, um ehrlich zu sein, mit Bewegung, wie ich sie brauchen würde.

Nicht fürs Sitzen gemacht

Denn grundsätzlich, man kann es gar nicht oft genug sagen, sind unser Körper für Bewegung gemacht. Anatomisch gesehen, sind wir keine Sitzenbleiber. Und doch verbringen wir den Großteil unseres Tages in sitzender Position. Das gilt für Erwachsene sowieso und leider auch immer mehr für Kinder und Jugendliche, wie kürzlich erst wieder eine Studie der Stiftung Kindergesundheit gezeigt hat. Um die Sitzgewohnheiten der Kinder zu ermitteln, haben Sportwissenschaftler der Universität Heidelberg dafür 4.385 Kinder und Jugendliche im Alter von 4 bis 20 Jahren in Deutschland, Luxemburg und Österreich befragt.

Sie kamen zum ernüchternden Ergebnis: Kinder und Jugendliche verbringen an Werktagen rund 10,5 Stunden und am Wochenenden 7,5 Stunden sitzend. Im Mittel sind das 9,7 Stunden ohne körperliche Aktivität. Davon fallen unter der Woche rund 4,8 Stunden auf die Schulstunden. Zu Hause sitzen die Kinder dann noch einmal rund 1,1 Stunden über ihren Hausaufgaben. Das bedeutet: 71 Prozent der Zeit, in der Kinder an Werktagen wach sind, sitzen sie. Auch am Wochenende verbringen sie immer noch 54 Prozent ihrer Wachzeit auf Stühlen, Sesseln, Couch oder Sofa. Fernsehen, Computerspiele, Smartphones und Spielekonsolen – die beliebtesten Freizeitbeschäftigungen von Kindern und Jugendlichen finden im Sitzen statt.

Kinder- und Jugendarzt Professor Berthold Koletzko, Vorsitzender der Stiftung Kindergesundheit: „Der ausufernde Medienkonsum verdrängt aktivere Beschäftigungen. Die Zeit wird knapp für die anderen Bereiche des kindlichen Lebens“.

Dabei hätten lange Sitzzeiten massive Auswirkungen auf die Gesundheit. „Ein sitzender Lebensstil hat nachteilige Folgen für die Häufigkeit und Schwere von Übergewicht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und Diabetes mellitus Typ 2.“

Runter von der Couch!

Aber wie bringt man denn nun die Kinder dazu, sich mehr zu bewegen? Ganz klar: uns Eltern kommt auch hier jeden Tag eine Vorbildrolle zu. „Zuhause sollten die Eltern so gut wie möglich selbst aktiv werden und versuchen mehr Bewegung in den familiären Alltag zu bringen“, sagt Berthold Koletzko. Als Faustregel könne gelten: Täglich mindestens eine Stunde im Freien körperlich aktiv sein, so dass sich das Herz-Kreislauf-System aktiviert, die Kinder außer Atem kommen und schwitzen. Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt heranwachsenden Mädchen und Buben, sich jeden Tag mindestens 60 Minuten lang moderat bis sehr anstrengend körperlich zu bewegen.

Sport auf der Marswiese

Letzteres mag im Alltag tatsächlich manchmal schwer umzusetzen sein. Bei diversen sportlichen Freizeitaktivitäten, wie sie zum Beispiel im Sportzentrum Marswiese angeboten werden, gelingt das bestimmt und im wahrsten Sinn des Wortes spielend. Für die großen Ferien bietet das Sportzentrum darüber hinaus Feriencamps für Kinder von 6 bis 13 Jahren an. Ziel und Philosophie dieser Camps ist es, den Kindern die Möglichkeit zu geben, ihr Bewegungsbedürfnis auszuleben. Gleichzeitig sollen die Camps dazu beigetragen, ihren Bewegungshorizont zu erweitern.

Die ersten Sommercamps fanden im Sportzentrum Marswiese bereits 1998 statt. Immer wieder wird das Angebot seither an die Wünsche der Campteilnehmerinnen und Campteilnehmer angepasst, sodass auch Stammkunden immer wieder neue Sportarten ausprobieren können.

Das Sportzentrum Marswiese ist eine vielseitige Insel des Sports im Biosphärenpark Wienerwald. Die Tennishallen, die Kletterhalle, der Rasenplatz, die Mehrzweckhalle sowie der Schwarzenbergpark und die angrenzenden Wälder bieten eine Infrastruktur, die es möglich macht, viele verschiedene Sportarten für Groß und Klein anzubieten.

Für jeden die richtige Sportart finden

Auch für die Sommerferien 2018 stehen wieder einige Sportarten auf dem Programm:

Cheerleading“ für 6 bis 13-Jährige

Hier werden Elemente des Turnens, der Akrobatik und des Tanzens verbunden. Gemeinsam als Squad (Team) lernen die Kinder was es heißt Chants zu rufen, Jumps zu üben oder sich im Tumbling auszutoben. Für akrobatikbegeisterte Buben und Mädchen genau das Richtige!

Fußball“ für 6 bis 13-Jährige

Dabei steht vor allem Spiel und Spaß im Mittelpunkt. Von den Trainern bekommen die Kinder hilfreiche Tipps und Tricks für ihre Technik und Taktik, sie achten aber stets darauf, dass Fairplay und Teamgeist nicht zu kurz kommen.

Klettern“ für 6 bis 13-Jährige

Dieses Camp findet in der  Kletterhalle statt. Hier werden die Kinder sowohl im Boulderbereich als auch an der Kletterwand ihren Spaß haben – egal ob sie Anfänger sind oder bereits fortgeschritten.

Parkours“ für 8 bis 13-Jährige

Hier geht es um die Kunst der (Fort)Bewegung. Die Kinder lernen Hindernisse effizient und auf selbstgewähltem Weg zu überwinden – sowohl in der Halle als auch draußen in der Natur.

Selbstverteidigung“ für 7 bis 13-Jährige

Dabei lernen die Kinder Elemente aus verschiedenen Kampfkünsten kennen. Dabei ist Körperbeherrschung, Reaktionsfähigkeit und Konzentration gefragt.

Tanz“ für 6 bis 13-Jährige

Hier schwingen die Kinder das Tanzbein quer durch verschiedenste Tanzrichtungen von HipHop über Jazz bis Modern Dance. Im Zentrum stehen der Spaß am rhythmischen Bewegen sowie die Individualität jedes und jeder Einzelnen.

Bei „Teamabenteuer“ für 7 bis 13-Jährige steht der Teamgedanke im Mittelpunkt.

Die Kinder erwarten spannende Aufgaben bei denen sie als Gruppe alles geben müsst. Jeder Camptag wird die Kinder vor spannende Aufgaben stellen. Sie werden ihr Umfeld mit all ihren Sinnen wahrnehmen, Vertrauen zu sich selbst und zu den Teammitgliedern stärken und mit viel Körpereinsatz so manches Abenteuer auf Slacklines, in Spinnennetzen, über Säureseen und vielen anderen Orten erleben.

„Tennis“ für die 6 bis 13-Jährigen

Hier werden nicht nur die Basics von Vor- und Rückhand bis hin zum Service und Smashen gelehrt. Bei Matches können die Kinder zusätzlich zeigen, was sie drauf haben.

Wildnis

Im Camp mit dem vielversprechenden Titel „Wildnis“ für 7 bis 13-Jährige lernen die Kinder von den Fertigkeiten der alten Jäger- und Sammlergesellschaften. Rund ums Sportzentrum erleben sie den Erfahrungsraum Natur mit all ihren Sinnen.

Zirkus

Bei „Zirkus“ schließlich heißt es für die 6 bis 13-Jährigen „Manege frei!“ Eine Woche Zirkus spielen – ausprobieren, dazulernen und Spaß haben. Am letzten Tag gibt es eine Aufführung, bei der Eltern, Verwandte, Bekannte und FreundInnen zuschauen und staunen dürfen.

Englischcamp

Zusätzlich zu den Sportcamps wird auf der Marswiese auch ein Englischcamp für 7 bis 10-Jährige angeboten. Dabei wird das Klassenzimmer nach draußen verlegt. Mit Hilfe von speziell entwickelten interaktiven Kursmaterialien, Liedern, jeder Menge Spiele und anderen Aktivitäten können die Kinder ganz ohne Anstrengung ihren Englisch Wortschatz erweitern. Mit der Helen Doron Methode lernen Kinder mit allen Sinnen Englisch sprechen und verstehen, bevor sie überhaupt gelernt haben, diese Sprache zu lesen oder zu schreiben.

Die Sommercamps auf der Marswiese finden in den Wochen vom 2. Juli bis inklusive der Woche beginnend mit 27. August von Montag bis Freitag statt. Ein Camp besteht immer aus einem Vormittags- und einem Nachmittagsprogramm. Dabei können für den Vormittag (9-12) und den Nachtmittag (13-16) auch zwei verschiedene „Programme“ gewählt werden.  Zwischen dem Vormittags- und dem Nachmittagsprogramm haben die Kinder eine einstündige Mittagspause mit Mittagessen im Restaurant Marswiese. Am Nachmittag gibt es zusätzlich noch einmal eine Pause mit Obst.

Wie auch schon in den vergangenen Jahren bietet das Sportzentrum auch heuer wieder eine „Randbetreuung“ an – das heißt, die teilnehmenden Kinder können bereits zwischen 8.00 und 9.00 Uhr auf die Marswiese gebracht werden und zwischen 16.00 und 17.00 Uhr geholt werden – zum Preis von jeweils 20€.

Nähere Informationen über die Angebote des Sportzentrums Marswiese (Neuwaldegger Straße 57a, 1170 Wien ) bekommen Sie unter www.marswiese.at, unter +43 (1) 489 7172 oder per Mail rezeption@marswiese.at

Anmelden kann man sich ab sofort. Sofern es noch Plätze gibt, ist eine Anmeldung bis Campbeginn möglich.

 

  • War dieser Artikel für dich hilfreich/interessant?
  • Ja   Nein


EIN ARTIKEL VON
  • Andrea Harringer

    „Meine Mami schreibt das auf, was ihr andere Leute erzählen.“ Das sagte mein Sohn, als man ihn fragte, was seine Mama beruflich mache. Seit 2001 bin ich Redakteurin in der Erzdiözese Wien, schreibe für den „Sonntag“ und versuche, Themen wie Familie, Kinder und Erziehung auch aus einem christlichen Blickwinkel zu beleuchten.


Jetzt kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

meinefamilie.at