2. Juni 2019

Ein Wegweiser durch den Dschungel der Kinderbetreuung


Viele Eltern sind mit der Entscheidung, die richtige Kinderbetreuung zu wählen, restlos überfordert. Die Auswahl ist vor allem in Wien sehr groß. Deshalb empfiehlt es sich, so viele Informationen wie möglich über die einzelnen Betreuungsmöglichkeiten einzuholen.

Hier finden Sie einen genauen Überblick über die unterschiedlichen Kinderbetreuungseinrichtungen und ihre Spezialisierungen und besonderen Eigenschaften.

Gruppengröße und Betreueranzahl – Standards:
  • Krippe: Alter 0 – 3 Jahre, Gruppengröße 15 Kinder
  • Familiengruppe: Alter 0 – 6 Jahre, Gruppengröße 20 Kinder
  • Kindergartengruppe: Alter 3 – 6 Jahre, Gruppengröße 25 Kinder

In jeder Gruppe muss eine ausgebildete Elementarpädagogin plus eine Assistentin (oder Helferin) anwesend sein. Kontrolliert und finanziell unterstützt werden Kindergarten-Einrichtungen von der MA 10 und MA 11. Sie unterliegen dem Wiener- bzw. Österreichischem Bildungsrahmenplan. Die größten Unterschiede zwischen den unterschiedlichen Arten der Einrichtungen sind

  • Kosten (Betreuungskosten, Essensbeitrag, Bastelbeitrag, Ausflüge)
  • Öffnungszeiten
  • Ferienregelung
  • Pädagogische Ansätze
  • Kulturelles- bzw. religiöses Weltbild

Öffentliche Kindergärten sind Kindergarteneinrichtungen von der Stadt Wien.

  • Die Betreuung ist für Eltern kostenlos. Es gibt jedoch meist einen Bastelbeitrag.
  • Eltern können lediglich zwischen zwei Standorten in der unmittelbaren Wohnnähe wählen. Endgültig werden die Plätze jedoch durch das Magistrat Wien vergeben. Nicht immer kann auf die Wünsche eingegangen werden.
  • Kurzer Weg, in unmittelbarer Wohnnähe.
  • Assistenzkraft oder Helferin ist allein für die Küche zuständig, dadurch ist die Elementarpädagogin manchmal in der Gruppe allein; allgemein weniger Personal als in Privatkindergärten.
  • Einmal im Jahr erfolgt im Rahmen des Kindergartens ein kostenloser Hör- und Sehtest durch autorisierte Ärzte.

Privatkindergärten sind Vereine, die keinen Gewinn machen dürfen. Dadurch fließt das eingenommene Geld wieder in die Kinderbetreuungs-Einrichtungen zurück und kommt damit den Kindern zugute.

(c) iStock
  • Kostenpflichtig.
  • Eltern sind nicht an den Wohnort gebunden.
  • Höherer Personalschlüssel.
  • Pädagogische Schwerpunkte (Projekte, bilingual geführte Gruppen).
  • Zusätzliche Angebote wie z.B. Hör- und Sehtest, orthopädische und zahnärztliche Untersuchungen, Buchausstellungen, Ausflüge, Theateraufführungen in der Einrichtung, etc.)
  • Je nach Kompagnie unterschiedliche Öffnungszeiten und Ferienregelungen, sowie Konzeptionstage.
  • Kulturelle- und religiöse Schwerpunkte.

Große Kompagnien mit mehreren Standorten, wie z.B. die Wiener Kinderfreunde, Kinder in Wien, Kindercompagny verfügen über mehr Erfahrung und Kapazität.

  • Große Standorte, Häuser, viel Platz zum Toben (in den Gruppen, aber auch im Freien).
  • Jährliche Themenschwerpunkte.
  • Zubuchen von Kursen möglich (Yoga, Flöte, Eislaufen, Englisch, etc.).
  • Zusätzliche Kontrolle der Qualitätsstandards durch die eigene Vereins-Zentrale.
  • Oft zusätzliches Personal vorhanden (Praktikanten).
  • Jahrelange Erfahrung.
  • Meiste lange Öffnungszeiten und wenige Schließtage, um erwerbstätige Eltern zu unterstützen.

Kinderbetreuungseinrichtungen mit christlichem Weltbild, dazu gehören z.B. Pfarrkindergärten, St. Nikolaus Stiftung, Neulandbund.

  • Kostenpflichtig.
  • 1 Konzeptwoche (keine Betreuung für die Kinder).
  • In den Ferienzeiten findet meist keine Betreuung statt.
  • Pflege christlicher Werte und Feste.

Hinter dem Schlagwort Selbstorganisierte Kindergruppe oder Elternverwaltete Kindergruppe steht hauptsächlich die Idee von höherem Mitbestimmungsrecht für Eltern, damit sind aber auch mehr Verantwortung verbunden.

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  • Autonome Kinderbetreuungseinrichtung – selbstorganisierte Elterninitiative.
  • Mitbestimmung durch Eltern und Kindern möglich (Mittragen pädagogischer Entscheidungen).
  • Kleinere Gruppengröße (12-14 Kinder).
  • Tagesablauf ist weniger strukturiert, Kinder entscheiden selbst womit sie sich beschäftigen.
  • Mitarbeit von Eltern ist Pflicht (Kochdienst, Wäsche waschen, Spielzeugeinkauf, Reinigung und Einrichtung der Räume).

Der „Verein Wiener Kindergruppen“ und der „Verein der Wiener elternverwalteten Kindergruppen“ ist ein Zusammenschluss mehrerer autonomer Kindergruppen und Unterstützt seine Mitglieder unter anderem bei der Verwaltung der Förderungen der Stadt Wien und der damit verbundenen Auflagen.

Mehr Informationen unter www.wienerkindergruppen.org oder www.wiener.kindergruppen.at



EIN ARTIKEL VON
  • Regina Magdalena Smrcka

    Vor meiner Karenz meines Sohnes war ich in der direkten Pflege, aber auch im Leitungsteam, für die Betreuung von Menschen mit besonderen Bedürfnissen verantwortlich. Als Ausgleich dazu unterrichtete ich Kinderturnen. Derzeit vertrete ich als Texterin & Grafikerin EPUs bei ihrem Firmenauftritt. Jetzt unterstütze ich meinen Lebensgefährten im Bereich Öffentlichkeitsarbeit. Gemeinsam haben wir einen Sohn.



0 Kommentare
  • Marie, 3. Juni 2019, 13:40 Antworten

    Liebe Regina, liebe Redaktion, Tagesmütter fehlen noch in der Liste, eine tolle Alternative, besonders für Kleinkinder: max. 5 Kinder, EINE kontinuierliche Bezugsperson, die Betreuung ist in Wien gratis (bis zu 20h/ Woche) bzw. kostengünstig. Könnt ihr das noch mit aufnehmen?Liebe Grüße Marie

  • Birgit, 22. Juni 2019, 19:24 Antworten

    Liebes Meinefamilie-Team! Wegen unseren Arbeitszeiten kommt keine der konventionellen Kinderbetreuungsmöglichkeiten in Frage, wir stemmen unseren Alltag seit Jahren mit Hilfe toller junger Menschen die als Au-pair eine Zeit lang ein weiteres Familienmitgleid darstellen. Vielleicht wäre ein Artikel darüber auch für einige Familien interessant?!

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