21. Juni 2017

Babysitter: Wie Eltern loslassen und vertrauen

Babysitter - meinefamilie.at

Ein ausführliches Erstgespräch und gemeinsames Kennenlernen ist eine gute Basis, um als Eltern loslassen zu können und dem Babysitter zu vertrauen – ein wichtiger Entwicklungsschritt für Eltern und Kinder.

Alle Eltern brauchen ab und zu eine Pause: Abends mal wieder zu zweit ins Kino oder romantisch essen gehen oder auch endlich mal wieder zum Friseur. Doch klappt das auch mit dem Babysitter?

Ein paar Vorbereitungen genügen um die Angst zu nehmen, loslassen zu können und ohne schlechtem Gewissen die Zeit für sich oder zu zweit zu genießen.

Damit das gelingt, steht Vertrauen zum Babysitter an oberster Stelle.

Wem vertraue ich mein Kind an?

Welcher Babysitter ist der richtige? Kinderbetreuung wird oft unterschätzt. Ihr solltet euch bewusst sein: Ein Babysitter trägt einige Stunden lang die Verantwortung für euer Kind. Also sollten die Babysitter nicht zu jung sein, um dieser Aufgabe gewachsen zu sein.

Sie sollten am besten davor einen Babysitterkurs absolviert haben. Im Kurs werden viele wichtige Inhalte vermittelt, zum Beispiel Erste Hilfe.

Plant auf jeden Fall ausreichend Zeit für das Erstgespräch ein und vereinbart zunächst einmal einen unverbindlichen Termin zum Kennenlernen.

Achtet darauf, dass die Chemie zwischen euch und dem Babysitter stimmt, dann wird auch euer Kind die neue Betreuungsperson gut annehmen können. Fragt euch, kann ich mir vorstellen, dass sich mein Kind bei diesem Babysitter wohl fühlt?

Zusammenarbeit zwischen Eltern und Babysitter

Wichtig ist, dass ihr in der Anfangszeit miteinander ins Gespräch kommt und eine respektvolle und vertrauensvolle Beziehung aufbaut. Hilfreich dabei ist, wenn ihr möglichst viel absprecht:

  • Welche Rituale und Gewohnheiten, z.B. das Einschlafritual, sind für euer Kind wichtig? Wann müssen die Kinder schlafen? Dürfen sie fernsehen?
  • Welche Vorlieben, Lieblingsbeschäftigungen und Lieblingsbücher hat das Kind?
  • Wie kann euer Kind gut beruhigt werden?
  • Leidet euer Kind unter Allergien? Darf es bestimmte Lebensmittel nicht essen?
  • Unter welchen Telefonnummern seid ihr Eltern erreichbar?

Nehmt euch während dem ersten Treffen genügend Zeit, damit auch euer Kind den Babysitter kennenlernen kann. Bei kleinen Kindern ist eine begleitete Eingewöhnungszeit empfehlenswert und nötig. Das heißt, dass ihr zu Beginn dabei seid, dann eine kurze Trennung erfolgt und diese von Tag zu Tag weiter ausgedehnt wird.

Verabschiedet euch immer von eurem Nachwuchs, schleicht euch nicht heimlich raus.

Nur so vertraut euer Kind darauf, dass ihr wiederkommt und hat eine entspannte Zeit.

Eine Führung durch die Wohnung bzw. das Haus ist hilfreich für den Babysitter, um die Räume zu kennen und zu wissen, wo sich was befindet.

Vertrauen zum Babysitter ist Voraussetzung

Durch diese zuverlässigen Absprachen zwischen den Erwachsenen entsteht zwischen Eltern, Babysitter und Kind eine Vertrauensbasis und damit wird es gelingen, dass ihr loslassen könnt und sich euer Kind beim Babysitter wohlfühlt.

Dazu zählt auch, dass ihr vor Betreuungsbeginn die Rahmenbedingungen (Bezahlung, Betreuungszeiten, Verantwortungsbereich, Erreichbarkeit, Notfallnummern etc.)  klar vereinbart.

Das Kind in andere Hände zu geben verlangt einiges von Eltern ab. Ihr könnt aber den Beziehungsaufbau zwischen Kind und Babysitter erleichtern, indem ihr euch langsam zurückzieht und das Kind loslasst – im Vertrauen auf die Fähigkeiten des Kindes und die Kompetenz und das Einfühlungsvermögen des Babysitters.



EIN ARTIKEL VON
  • Marie-Thérèse Schmiedleitner

    Ich bin Pädagogin und seit Jahren in der Kinderbetreuung tätig. Darüber hinaus biete ich systemische Familienberatung für Babys, Kleinkinder und Elternworkshops an. Ich lese leidenschaftlich gerne Blogs und bin selbst begeisterte Bloggerin.


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