3. Juli 2018

Urlaub Zuhause?!

Urlaub Zuhause?! - meinefamilie.at

Jedes Jahr überlegen wir im Frühling, ob wir nicht doch einmal auf Urlaub fahren. Und jedes Jahr entscheiden wir uns dagegen. Wir haben vor allem in der Baby-Zeit unserer Kinder immer wieder Urlaub gemacht. In den letzten Jahren kamen dann mehrere Tiere dazu, ein größerer Nutzgarten, wir entschieden uns mit weniger Geld auszukommen – und dann stand die Frage im Raum: ist es uns das noch wert? Brauchen wir das überhaupt?

Jedes Jahr überlegen wir im Frühling, ob wir nicht doch einmal auf Familienurlaub fahren. Und jedes Jahr entscheiden wir uns dagegen.
Wir haben vor allem in der Baby-Zeit unserer Kinder immer wieder Urlaub gemacht.
Wir waren auf einem tollen Biobauernhof, in der Therme, auf Wanderurlaub und bei Freunden und Verwandten. Meistens waren es gelungene Aufenthalte. Der Aufwand, die Organisation und unzählige Kleinigkeiten, die man unbedingt mitbraucht, hielten sich die Waage mit allem, was wir Schönes gesehen und erlebt haben.

In den letzten Jahren kamen dann aber mehrere Tiere dazu, der Nutzgarten wurde vergrößert und wir entschieden uns mit weniger Geld auszukommen. Somit stand dann die Frage im Raum: ist es uns das noch wert? Brauchen wir das überhaupt?

Müssen wir es wirklich so “wie alle” machen?

Oft haben wir das Gefühl, den Kindern etwas bieten zu müssen, das „man“ so macht und alle anderen auch haben. Alle anderen Familien fliegen für den Familienurlaub mindestens ein Mal im Jahr ans Meer, machen Skiurlaub oder Thermenurlaub. Der Vergleich mit allen anderen hat uns (nicht nur) in diesem Fall zum Nachdenken angeregt. Warum haben wir das Gefühl, wir müssen es „wie alle“ machen?

Zuhause glücklich

Wir sind doch eigentlich glücklich, wenn wir einfach Zuhause sein können. Nicht nur wir Erwachsene, nein, die Kinder mindestens genau so! Wenn wir oder die Kinder eine Nacht woanders übernachten, freuen sich die Kinder riesig: auf ihre Spielsachen, ihr Kuscheltier, ihr Bett, ihre vertraute Umgebung.

Dass man sich als Familie gegen Wegfahren und für Urlaub Zuhause entscheidet, kann aber auch andere Gründe haben: keine gemeinsame Urlaubszeit, Urlaubssperre im Sommer, Sparen, zu viel Stress, viele Termine im Sommer, ein kleines Baby, eine Landwirtschaft… auf jeden Fall gibt es genug gute Argumente, einfach auch mal Zuhause Urlaub zu machen.

Wir sind doch eigentlich glücklich, wenn wir einfach Zuhause sein können.

Tagesausflüge, Knochen und alte Dinge

Was wir als Familie aber trotzdem gerne machen, sind Tagesausflüge. Wir überlegen gemeinsam was uns interessieren würde. Unsere Große mit sechs Jahren liebt Museen mit „Knochen und alten Dingen“, wir alle mögen Tierparks und Picknicks. Hin und wieder gehen wir schwimmen, fahren mit einer Gondel auf einen Berg oder erkunden einen neuen Spielplatz. Heuer haben wir uns erstmals die Niederösterreich-Card besorgt und eine Auswahl getroffen. Im Sommer nehmen wir uns eine Woche „Urlaub von Zuhause“ und fahren jeden Tag zu einem neuen Ziel. Teilweise treffen wir dort auch Freunde, Familie und Verwandte und haben so „doppelt“ etwas davon.

Und sonst?

Sonst investieren wir Zeit und (gespartes) Geld in unseren Garten! Auch da wurde uns klar, dass die Summe, die wir für einen gemeinsamen Urlaub ausgeben würden, für uns persönlich im Garten viel mehr „bringt“. Davon haben wir nicht nur eine Woche im Jahr etwas, denn unser Garten ist Entspannung und Erholung für uns alle, ein täglicher Urlaub vom Alltag.

Die Kinder helfen oft mit, besonders unsere bald Vierjährige schaufelt mit Begeisterung Erde und fährt mit ihrer Scheibtruhe dem Papa nach. Die Große begibt sich stundenlang auf Entdeckungstour und findet Käfer, Blumen, Schwammerl, geheime Orte und fantastische Wesen. Gemeinsam wird in der Sandkiste nach Schätzen gegraben, durch den Rasensprenger gelaufen, um die Wette geschaukelt und derzeit Tierfamilie gespielt. Puppenwagen, Spielgeschirr und Bälle wandern in den Sommermonaten mit nach draußen und besonders beliebt sind Garten-Picknicks.

Natürlich, wir haben auch unterm Jahr keinen Freizeitstress und viel Zeit zum Spielen in Haus und Garten. Aber im Sommer, gerade wenn wir nicht herrichten und packen, Tiersitter organisieren, lange Auto fahren und mit Wäschebergen wieder heimkommen müssen, genießen wir die gemeinsame Zeit noch intensiver. Wir müssen in unserem “Familienurlaub” zuhause nicht so genau auf die Uhr schauen, wann die Kinder ins Bett müssen und können alles ein bisschen lockerer nehmen. Wenn sie abends warm von der Sonne und müde vom fröhlichen Spielen, mit Sonnencremeflecken und Erde zwischen den Zehen freiwillig ins Bett fallen (bevorzugt nach einem Ausflug unter die Dusche) und wir den Abend noch in der Hängematte ausklingen lassen können, vermissen wir gar nichts.

Sicher, irgendwann kommt wahrscheinlich die Zeit, in der unsere Kinder und vielleicht auch wir mehr von der Welt sehen möchten, aber diesen Sommer genießen wir Zuhause. Fad wird uns sicher nicht!

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EIN ARTIKEL VON
  • Elisabeth & Johannes Hackl

    Elisabeth und Johannes Hackl leben mit ihren Kindern, Hunden und Hühnern in Niederösterreich. Sie sind begeisterte Familienmenschen, Kindergartenpädagogen, Referenten für Natürliche Empfängnisregelung, Teilzeit-Selbstversorger, im Glauben verwurzelt und noch immer sehr verliebt ineinander!


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