20. März 2019

Nachhaltig leben als Familie: Frühling

Nachhaltig leben als Familie: Frühling - meinefamilie.at

Wenn draußen wieder alles zum Leben erwacht und die längeren Sonnenstunden unsere Motivation und Energie aufwecken, beginnt endlich der Frühling! Als wir uns gefragt haben, wie wir den Frühling nachhaltig gestalten können, sind uns ein paar Punkte eingefallen: etwas wachsen lassen, der nicht sehr beliebte Frühlingsputz, den Frühling in die Küche bringen, jahreszeitliche Kleidung und Dekoration.

Etwas wachsen lassen

Durch unsere Kinder hat ja das Thema Nachhaltigkeit erst richtig Priorität bekommen. Besonders das Miterleben der Jahreszeiten und der sorgsame Umgang mit der Natur und allem was uns zur Verfügung steht, sind uns wichtig. Sicher, wir haben es gut mit unserem großen Garten und rund 60m2 Gemüsegarten, da bekommen unsere Kinder automatisch mit, was alles nötig ist bis wir Gemüse, Salat oder Kräuter essen können. Aber auch auf kleinem Raum, ohne Garten oder Balkon kann man ohne Problem etwas gemeinsam wachsen lassen.

Nachhaltig leben als Familie im Frühling, das heißt für uns vor allem: das Erwachen der Natur mit allen Sinnen erlebbar machen und dabei das verwenden und schätzen was wir haben!

Im Kindergarten bauen wir gern Kresse an, die wächst schnell und kann dann gemeinsam verspeist werden. Aber auch Sprossen, Weizen oder Bohnen wachsen schnell und brauchen wenig Pflege. Wenn Bohnen zu groß für die Wohnung werden, kann man sie auch in einen Grünstreifen setzen oder jemandem mit Garten mitbringen. Kräutertöpfe gibt es schon ab Januar zu kaufen und mit etwas Pflege und genug Licht „leben“ sie auch eine Weile.

Wenn ein Balkon oder ein Fensterkistchen vorhanden sind, kann man Erdbeeren einsetzen. Ein Balkon ist je nach Größe auch für Paradeiser, Kletterpflanzen wie zB Bohnen oder Mini-Kiwis geeignet. Kräuter gehen da natürlich sowieso und wenn man ein bisschen nach „Vertical Gardening“ sucht, findet man sicher auch Ideen für kleinen Raum!

Tipp: Übrigens, durchs Selber-Anbauen probieren die meisten skeptischen Esser auch lieber Neues!

Frühlingsputz

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Zugegeben, das ist nicht gerade unsere Lieblingsbeschäftigung, ganz egal zu welcher Jahreszeit. Aber seit wir einen Putzplan haben mit täglichen, wöchentlichen und monatlichen Aufgaben ist es etwas einfacher geworden. Im Frühling wartet dann nicht mehr eine Woche Putzen auf uns, sondern nur mehr besondere Aufgaben wie z.B.: Fensterputzen. (Das reicht allerdings auch, denn durch unser Passivhaus haben wir eine ganze Hausseite mit zimmerhohen Fenstern und Türen!)

Dass das Putzen nachhaltig gestaltet werden kann, ist längst kein Geheimnis mehr. Alle Drogerie- und Supermarktketten bieten mittlerweile Putzmittel und Utensilien aus nachwachsenden Rohstoffen an und selber machen kann man diverse Mittelchen auch (zB Carmen Wunschs Reiniger).

Doch bevor man diverse Filialen stürmt, ist vor allem eines wichtig: das verwenden, was schon da ist (außer es ist wirklich giftig) und wenig davon! Für uns hat sich durch das eher harte Wasser bewährt, ein gutes kalklösendes Mittel zu haben und einige hochwertige Putztücher – und durch unsere Kinder und Hunde, ein guter Bodenwischer (Empfehlung für Enjo oder Reinzeit!).

Tipp: Es bringt wenig, alles vorhandene zu entsorgen, dadurch unnötig Müll zu produzieren und dafür neue, nachhaltigere Sachen zu kaufen. Auch wenn es manchmal schön wäre, gleich Neues zu haben, wird bei uns erst das durch nachhaltigere Alternativen ersetzt, was wirklich nicht mehr zu benutzen ist.

Frühling in der Küche

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Tatsächlich dauert es im Frühling eine Weile, bis es frischen Salat oder Gemüse gibt, noch länger bei Obst.
Das Highlight im Frühling ist für uns definitiv der Bärlauch! Auch unsere Kinder wissen mittlerweile, wie Bärlauch ausschaut und wie man ihn pflückt. Gemeinsam ziehen wir in gebückter Haltung durch die Donauauen und beduften anschließend Auto, Haus und Küche.
Aber auch andere Leckerbissen genießen wir im Frühling: Kräutertopfen, frisches Kräuterpesto, später dann frühe Erdäpfel und Spargel.

Tipp: Wer gerne regional und saisonal isst (wer sich also dagegen sträubt, im Winter Erdbeeren, Heidelbeeren, Zuchini oder Tomaten aus fernen Ländern oder pestizidbelastet aus dem Glashaus zu kaufen), dem kann ein Saisonkalender bei der Auswahl seiner Lebensmittel helfen.

Jahreszeitliche Kleidung

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Eigentlich gibt es das nicht bei uns – eine eigene Winter- oder Frühlingsgarderobe. Wir kleiden uns gern in Schichten und T-Shirts und lange Hosen tragen wir das ganze Jahr die gleichen. Aber natürlich, wenn die Winterjacken, Handschuhe und Stiefel endlich wieder in den Tiefen unseres Schrankraums verschwinden dürfen, freuen wir uns auf leichtere Bekleidung (und schnelleres Anziehen)!

Jedes Jahr gibt es Unmengen an Angeboten, Neuheiten und Trendfarben in den verschiedenen Bekleidungsgeschäften. Natürlich würde uns das auch gefallen!
Wir wissen aber, dass unsere Kleiderschränke mehr als gut gefüllt sind. Unsere Kinder freuen sich über das Hervorholen der Gewandkisten in der nächsten Größe mindestens genau so wie über Neues. Sie dürfen probieren und auch auswählen, was ihnen gefällt. Wir bekommen mittlerweile von „Rundherum“ Gewand, von dem wir Eltern aussuchen was wir brauchen können. Tochter 2 trägt das Gewand von Tochter 1 und das war bei uns nie ein Problem – sie freuen sich beide, wenn sie Bekanntes wieder entdecken! Das mag für viele noch selbstverständlich sein, aber wir erleben immer öfter, dass Kleidung schon für junge Kinder modern sein muss.

Sollte wirklich etwas fehlen, schauen wir in der Nähe in die Second Hand Läden oder auf willhaben. Gerade bei Kindergewand ist das „Schmuddelimage“ von Gebrauchtware zum Glück Geschichte! Kinder wachsen so schnell aus ihrer Kleidung „heraus“, dass viele Stücke noch wie neu sind, wenn man sie aussortieren muss. Warum also neu kaufen, wenn neuwertige Kleidung noch einwandfrei und schön ist? Wenn wir im Second Hand Shop nichts finden können, kaufen wir einzelne Stücke neu, besonders Schuhe, in guter Qualität. Auch das ist nachhaltig, weil es länger hält und nicht so schnell ersetzt werden muss.

Tipp: Manchmal sind es übrigens auch „nur“ kleine Accessoires (Schal, Schmuck, Tuch, Gürtel), die ein älteres Kleidungsstück oder Outfit wieder frisch machen! Oft braucht man dann nichts neues mehr, weil man wieder zufrieden ist.

Dekoration

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Nach Weihnachten ist es bei uns bewusst eher leer, die Stille in der Natur spiegelt sich auch im Haus wieder. Genau so wie die Natur erwacht dann auch herinnen wieder einiges.
Im Frühling stellen wir sehr gern Pflanzen auf, Primeln, Narzissen, Hyazinthen – die nach dem Verblühen in den Garten gesetzt werden. Dadurch ist es für uns kein Wegwerfprodukt und wir freuen uns mehrmals darüber!

Mit dem Erwachen der Natur lässt sich auch zum Schmücken einiges finden. Beim Zurückschneiden von Bäumen und Büschen nach dem Winter sind immer Äste mit Blattansätzen dabei. Wir stellen sie in eine Vase und beobachten das langsame Wachsen und Ergrünen.

In den Weinbergen werden die Weinstöcke teilweise bis März zurückgeschnitten und oft kann man sich einige dünne Reben mitnehmen – das ist einen Ausflug wert! Aus diesen Reben lassen sich ebenso wie aus Weidenästen wunderbare Kränze flechten und formen. Natürlich kann der fertige Kranz auch geschmückt werden, was aber nicht unbedingt nötig ist.

Mit Beginn der Fastenzeit holen wir unsere Oster-Kiste heraus. Die Kinder kennen unsere „alten“ Stücke schon und freuen sich auf das Aufstellen und das Ritual des Osterstrauch-Schmückens. Der Plan für dieses Jahr: ein Ostergärtchen mit den Kindern anlegen!

Nachhaltig leben als Familie im Frühling, das heißt für uns vor allem: das Erwachen der Natur mit allen Sinnen erlebbar machen und dabei das verwenden und schätzen was wir haben!



EIN ARTIKEL VON
  • Elisabeth & Johannes Hackl

    Elisabeth und Johannes Hackl leben mit ihren Kindern, Hunden und Hühnern in Niederösterreich. Sie sind begeisterte Familienmenschen, Kindergartenpädagogen, Referenten für Natürliche Empfängnisregelung, Teilzeit-Selbstversorger, im Glauben verwurzelt und noch immer sehr verliebt ineinander!


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