4. August 2018

Der Kampf der Generationen – Muss das sein?

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Von der Trotzphase an kämpfen die Jungen gegen die Alten. Muss das so sein? Mit etwas Abstand betrachtet kann man dieser Dynamik auch Positives abgewinnen. Es kommt ganz darauf an, ob wir mit Widerstand umgehen können.

„Die Kinder von heute sind Tyrannen. Sie widersprechen ihren Eltern, kleckern mit dem Essen und ärgern ihre Lehrer.“ So beklagte sich angeblich Sokrates etwa 400 vor Christus und ähnliches las man auch auf Babylonischen Steintafeln – und so stöhnen auch heutige Eltern. Ist der Kampf der Generationen denn vorprogrammiert? Ich denke schon! Bereits in der Trotzphase heißt es „Ich will aber nicht!“ und in der Pubertät erreicht dieser Reibungsprozess meist seinen Höhepunkt. Kinder wollen sich gegen den Willen ihrer Eltern durchsetzen, sie wollen ihre eigenen Vorstellungen vom Leben verwirklichen. Dazu gehört es, zu protestieren und alles in Frage zu stellen, was von den Alten kommt. Sie wollen es besser wissen und alles ganz anders machen … bis sie darauf kommen, dass nicht alles schlecht war.

Entwicklungspsychologische Notwendigkeit

Kinder müssen lernen sich durchzusetzen. Nein sagen ist daher eine entwicklungspsychologische Notwendigkeit. Eltern und Erzieher haben das Privileg, für die Aufgabe des Reibebaums herhalten zu dürfen. Seien wir froh, wenn sie es bei uns tun, denn dann wissen wir, wo unsere Kinder gerade stehen und wir haben die Möglichkeit, lenkend einzugreifen.

Was haben wir davon, außer Ärger? Seien wir dankbar, dass uns die junge Generation in Frage stellt! Sie bewahrt uns davor, uns allzu sehr in gewohnten Bahnen einzurichten, rechthaberisch, selbstsüchtig und starr zu werden. Kinder erstaunen uns mit Experimentierfreude, Kreativität und Querdenken und sorgen dafür, dass wir innerlich jung und lebendig bleiben. Die Auseinandersetzung zwischen den Generationen ist ein treibender Motor für gesellschaftliche Entwicklung.

Vom Kampf zum Dialog

Damit aus dem Kampf der Generationen ein friedlicher Dialog der Generationen wird, müssen wir auf die Gesprächskultur achten, damit Liebe und Respekt das Klima prägen. Dafür tragen die Älteren die Hauptverantwortung. Niemand ist fehlerfrei und die Jungen führen uns schonungslos unsere Schwächen vor Augen. Aber sie sind auch dankbar und versöhnlich, wenn wir ihre Kritik ehrlich annehmen und uns in Würde entschuldigen können. Dann bleibt die Liebe im Fluss und die Türen offen.

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