19. August 2018

Der Dreiradstreik – Erziehung ist (k)ein Kinderspiel!

Der Dreiradstreik - Erziehung ist (k)ein Kinderspiel! - meinefamilie.at

Auch harmlose Situationen können an den Nerven sägen, zum Beispiel wenn wir müde sind, es eilig haben und weiter wollen. Wie motiviere ich dann meinen Dreikäsehoch zur Kooperation, anstatt wieder einmal nachzugeben?

Sonntagsausflug im Schlosspark. Mama wird müde, Isabella (2,5 Jahre) zu tragen: „Isabella, du wirst mir zu schwer. Du kannst jetzt marschieren oder auf dem Dreiradler fahren!“ Isabella beharrt: „Nein Mama, du musst mich tragen!“ Mama: „Es geht nicht! Ich kann nicht mehr!“ Isabella bleibt einfach stehen, mitten im Weg. Mama: „Komm schon!“ Da Isabella nicht reagiert, geht sie einige Meter voraus. Isabella fängt an zu brüllen. Die Leute schauen. Mama ist in der Zwickmühle: Nachgeben oder Skandal? „Mit Schreien geht gar nichts. Ich hör dir gar nicht zu! Jetzt beruhigst du dich einmal!“

Wie lassen sich solche Machtkämpfe friedlich lösen?

Wenn wir versuchen, dem Kind seine Gefühle auszureden oder zu unterdrücken, verstärken wir den Trotz. Dass die Mutter nicht ernsthaft daran denkt, das Kind allein zurückzulassen, haben die lieben Kleinen bald durchschaut. Dann verliert die Maßnahme sowieso ihre Wirkung.

Konsequent sein und sich nicht erpressen lassen

Versuchen wir es, wie immer, mit Verständnis: „Ich verstehe, dass du getragen werden möchtest. Aber du kannst bestimmt auch verstehen, dass deine Mama müde ist. Oder?“ (Treuherzigen in die Augen des Kindes schauen) Nun hilft ein kleiner Ansporn: „Ich weiß, du schaffst es!“ oder: „Weißt du, ich mute es dir zu!“ Das reicht meist völlig aus, wenn Kinder tatsächlich in der Lage sind, die gewünschte Herausforderung zu vollbringen. Sie können auch Kompromisse anbieten: „Marschier bis zur Brücke. Dann kann ich dich wieder hoch nehmen, wenn du es brauchst.“ Auch Motivieren hilft: „Willst du da stehen bleiben? Die anderen sind schon am Spielplatz!“ Wenn das alles nichts nützt, können Sie auch hart bleiben: „Ich warte, bis du dich entschieden hast: Marschieren oder Dreirad fahren!“ Dann warten Sie einfach ab. Wenn Sie die besseren Nerven haben, wird Ihr Kind irgendwann einlenken. Das kostet wohl etwas Zeit, aber sie ist gut investiert, denn wenn Kinder merken, dass sie mit ihren kleinen Erpressungsversuchen bei uns nichts erreichen, werden sie es immer weniger probieren und der Weg zu einer friedlichen Kooperation wird gefestigt.

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