23. Januar 2020

Erziehung ist (k)ein Kinderspiel – „Papa, glaubst du an mich?“

erziehung ist (k)ein kinderspiel – „papa, glaubst du an mich?“

Leo (11), liebt seinen Vater sehr und sucht dessen Anerkennung. Doch der Vater spart nicht mit Kritik, wenn Leo sich nicht erwartungsgemäß verhält.

Obendrein ist der Sohn nach der strittigen Scheidung seiner Eltern sehr verunsichert und fragt seinen Vater: „Papa, glaubst du an mich?“ worauf dieser zur Antwort gibt: „Ich glaube an Jesus Christus und an sonst niemand!“

Der Vater bemerkt nicht, dass diese Antwort für Leo wie ein Schlag ins Gesicht ist. Er hat nicht nach theologischen Standpunkten gefragt.

Was hätte Leo gebraucht?

Es ist nicht schwer zu erraten: Leo will wissen, ob ihn der Vater liebt, ob er Freude an ihm hat und an seine Fähigkeiten und an seinen guten Charakter glaubt. Er braucht gerade in dieser schwierigen Phase den Zuspruch seines Vaters wie ein Stück Brot.

Besonders für Söhne ist es wichtig, vom Vater beachtet und gewürdigt zu werden.

Ansonsten fehlt es ihnen an seelischen Nährstoffen. Diese brauchen Kinder dringend für den Aufbau eines gesunden Selbstwertgefühls. Ist dieses angekratzt, sind sie in ihrer Entfaltung gehemmt und können nicht die Fähigkeiten entfalten, die wir so gerne von ihnen erwarten.

Väter sind wichtig

Der Vater ist als Vorbild und Identifikationsfigur gerade für Söhne von größter Bedeutung. Die wenige Zeit, die sie oft mit ihren Vätern verbringen können, ist kostbar. Da sollte der Vater Zuwendung geben, Interesse zeigen und Anteil an der Lebenswelt des Kindes nehmen – im Gespräch, im gemeinsamen Spiel und Unternehmungen.

Er sollte mit dem Sohn auf Abenteuer und Entdeckungsfahrt gehen, und sei es nur in kleinen Unternehmungen. Die wertvollen Dinge des Lebens sind oft gar nicht spektakulär. Es kann schon faszinierend sein, gemeinsam zuzusehen, wie die Ameisen im Wald ihre Pfade anlegen und emsig ihrem geschäftigen Treiben nachgehen.

Wenn Kinder um Brot betteln, sollten wir ihnen nicht Steine zu essen geben! Wie soll man den Glauben an den lebendigen, liebenden Gott vermitteln, wenn man Religion als Keule verwendet?

Um solche Fallen zu vermeiden, ist es wichtig, dass wir immer wieder versuchen, uns in die kindliche Gedanken- und Gefühlswelt einzufühlen, dass wir unsere eigene Kindheitsgeschichte aufarbeiten und immer wieder bereit sind, uns selbstkritisch zu hinterfragen beziehungsweise hinterfragen zu lassen.

Buchempfehlungen

„Erziehung ist (k)ein Kinderspiel“ und „Gewaltfrei, aber nicht machtlos“ von Maria Neuberger-Schmidt

 



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