20. November 2014

Recycling: Brettspiel aus Nespresso-Kapseln


Grundsätzlich halte ich nicht viel von Wegwerfprodukten und wo immer möglich, kaufe ich meist Großpackungen und Nachfüllbeutel, um unseren 6-Personen-Haushalt umweltfreundlich zu versorgen. Doch es gibt gewisse Ausnahmen.

Grundsätzlich halte ich nicht viel von Wegwerfprodukten und wo immer möglich, kaufe ich meist Großpackungen und Nachfüllbeutel, um unseren 6-Personen-Haushalt umweltfreundlich zu versorgen. Doch es gibt gewisse Ausnahmen.

Seit einigen Jahren besitzen wir ein besonderes Luxusgerät: eine Nespresso Kaffeemaschine. Man kann dazu stehen, wie man will. Bestimmt gibt es umweltfreundlichere und „fairere“ Möglichkeiten, um guten Kaffee zu trinken. Ich will hier auch nicht groß Werbung dafür machen, sondern einfach aus unserem Alltag erzählen. Bei Georg und mir war es jedenfalls „Liebe auf die erste Tasse“ und so haben wir nicht lange überlegt und uns eine günstige Maschine gekauft. Uns sprechen sowohl das Design an als auch der Geschmack des Kaffees, vor allem des koffeinfreien. Wir sind keine großen Kaffeetrinker und konsumieren meist nur eine Tasse pro Tag. Doch ab und zu ein frisch gebrühter Kaffee zum Frühstück oder auch bei einem Kundentermin tut einfach gut!

Recycling alter Nespresso Kapseln

Vor allem die bunten Metallkapseln gefielen mir auf Anhieb und wir wählten ein Aufbewahrungsregal, das in unserer Küche sehr dekorativ aussieht. Außerdem bewunderte ich immer wieder Nachbarinnen, die Ohrringe aus gepressten Kapseln trugen. Nicht mehr „Recycling“ sondern „Upcycling“ nennt sich diese besondere Form der Wiederverwendung offiziell. Man macht aus einem einfachen Gebrauchsgegenstand etwas noch Besseres! Aus Verpackung wird Schmuck! Wie Genial! (Siehe auch unseren Artikel Hipp Baby-Gläschen Upcycling.)

Doch mangels Zeit und Energie warf ich die gebrauchten Kapseln dann doch meist zum Restmüll. Bis wir vor kurzem im Geographie-Unterricht Genaueres zum Thema Recycling lernten – die Kinder genauso wie Mama – nämlich dass man Aluminium beliebig oft wiederverwenden kann, ohne dass es an Qualität verliert. In mühevoller Kleinarbeit begannen wir nun also, die gebrauchten Kapseln zu entleeren und auszuwaschen, um sie in die Altmetallsammlung zu bringen. Ein Tropfen auf dem heißen Stein der allgemeinen Abfallpolitik, aber immerhin ein kleiner Beitrag.

Vom Recycling zum Upcycling

Doch damit nicht genug. Meine Söhne waren plötzlich so eifrig im Recycling verschiedenster Verpackungen, dass sie noch eine andere Verwendung für unseren Nespresso-Müll fanden: sie entwickelten ein Brettspiel. Das Spiel, das uns als Vorlage diente, war ein Klassiker aus der Spielewelt: „Fang den Hut.“ Nun erweitert unser neues „Fang die Kapsel“ unsere ohnehin sehr umfangreiche Brettspielsammlung. Einen ganzen Abend lang haben Benni, Fritz und ich getüftelt, ausprobiert, gezeichnet und gespielt. Das Resultat ist für uns sehr zufriedenstellend. Mit einem an die Größe der Spielfiguren angepassten und etwas abgeänderten Spielplan lassen sich herrlich bunte Verfolgungsjagden erleben! Beim Spielen liegt immer noch ein leichter Kaffeeduft in der Luft, was den Genuss noch verstärkt. Es kann gut sein, dass auch vor uns schon jemand auf diese Idee gekommen ist. Wir jedenfalls feiern dieses Spiel als unsere gemeinsame „Erfindung“ und „Upcycling-Idee“. Da die „Hüte“, also die Kapseln, auch in gebrauchtem Zustand immer noch sehr edel aussehen, haben wir sogar schon überlegt, ein paar dieser selbstgebastelten Spiele zu Weihnachten zu verschenken.

Unser momentanes Spiel ist für vier Spieler gedacht, mit einer Farbkombination aus gold, weinrot, dunkelgrün und violett. Alles sehr festliche, weihnachtliche Farben. Auf dem Foto kann man unsere Variante von „Fang die Kapsel“ genauer ansehen. Man kann das Spiel natürlich auf beliebig viele Mitspieler erweitern. Bei der reichen Sorten – bzw. Farbauswahl von Nespresso kein Problem! Vielleicht bekommt ja nun jemand Lust, uns dieses Spiel nachzubasteln, in verschiedenen Variationen. Wir freuen uns über jeden Nachahmer! Und wenn dadurch der Gedanke an den Umweltschutz auch ein Stück weit präsenter wird, freuen wir uns doppelt.



EIN ARTIKEL VON
  • Maria Lang

    Ich lebe mit meiner Familie in Wieselburg. In meiner Jugend bereiste ich die halbe Welt und war nach meiner Ausbildung sozial in Indien tätig. Nun unterrichte ich mit meinem Mann unsere vier Kinder zuhause und bin Autorin und Kulturvermittlerin im Stift Melk.


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