4. Dezember 2015

Den Namenspatron als Handpuppe basteln


Im Advent gedenken wir der Hl. Barbara, Nikolaus und anderen Heiligen, die viele als Namenspatron haben. Eine Anleitung, um sie als Handpuppe zu basteln.

Barbara, Nikolaus, Maria, Lucia… Diese vier Namen sind untrennbar mit dem Advent verbunden. Hier möchte ich sie stellvertretend für alle Heiligen nennen, derer das ganze Jahr über gedacht wird. In manchen Kalendern finden wir ja auch tatsächlich noch bei jedem Tag einen Vornamen angegeben: Wenn also am 6. Dezember Nikolaus oder am 13. Dezember Lucia dort steht, dann haben alle Menschen, die diesen Namen tragen (oder deren Name sich von diesem ableitet), an diesem Tag Namenstag. Meist ist das am Todestag des Heiligen.

Ist es wichtig, einen Namenspatron zu haben?

Nicht wirklich. Aber viele Eltern legen bei der Namenswahl für ihr Kind Wert darauf, den Namen eines Heiligen zu wählen, dessen Lebenslauf oder gute Taten für das Kind im Leben richtungsweisend sein können. Der Namenspatron als Vorbild sozusagen. Da es für die meisten Namen einen Gedenktag für den jeweiligen heiligen Namensträger gibt, kann das Kind auch seinen Namenstag feiern. Sollte es, wie beispielsweise bei der Mutter Gottes, Maria, mehrere Gedenktage im Jahr geben, so wird als Namenstag jener Gedenktag gewählt, der nach dem Geburtstag als Erstes kommt. Aber natürlich ist das kein „Gesetz“.

Tatsache ist aber, dass Kinder sehr interessiert sind an ihren Namenspatronen.

Wenn ich in der Schule beispielsweise den Heiligen Nikolaus bespreche und dann erwähne, dass am 6. Dezember nicht nur Niki aus der Klasse, sondern auch Claudia, die Frau Lehrerin, Namenstag hat, weil sich ihr Name von Nikolaus ableite, sind die Kinder meist nicht zu bremsen: „Wann habe ich Namenstag, Frau Lehrerin? Wer ist mein Namenspatron? Gibt es eine Heilige Penelope, Elea, … einen Heiligen Marcel, Tim …?“ Am besten habe ich immer gleich alle Namenspatrone der über 20 Kinder parat. (Klappt aber leider nicht immer …)

Namenspatron - Landespatrone Europas - meinefamilie.at
Die Landespatrone Europas

Die Dezemberheiligen Nikolaus und Barbara

Besonders der Heilige Nikolaus ist den Kindern wohl bekannt. Sie kennen die Geschichten, wonach er als Bischof in Myra Gutes getan haben soll. Kinder lieben den Heiligen Nikolaus aber natürlich besonders deshalb, weil ihnen an seinem Gedenktag Süßigkeiten und meist auch kleine Geschenke überreicht werden – manchmal heimlich nachts in die Stiefel, bei anderen Kindern „live“.

Dieses „Wunder“, dass der Heilige Nikolaus selbst vorbeischaut und aus seinem goldenen Buch liest, ist für viele Kinder ein Mysterium, das sie lange nicht durchschauen. Für Kinder, die ins Zweifeln kommen: „Das ist doch nicht der echte Nikolaus! Das ist … der Onkel Klausi!“, eignet sich folgendes Argument: „Es kann durchaus sein, dass das nicht der echte Nikolaus ist, der da zu uns ins Wohnzimmer kommt, schließlich ist der vor ca. 1.300 Jahren gestorben. Aber auf jeden Fall ist es ein lieber Mensch, der Gutes tun und in die Fußstapfen des Heiligen treten möchte.“

Etwas weniger bekannt ist bei den Kindern die Heilige Barbara. Über ihr Leben gibt es mehrere Varianten, wobei die bekannteste jene ist, nach der sie von ihrem heidnischen Vater in einen Turm gesperrt worden sei, in den sie zum Zeichen ihres christlichen Gottglaubens drei Fenster einbauen ließ: symbolisch stehend für „Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist“. Ihr Vater selbst soll es gewesen sein, der das Christsein Barbaras angezeigt habe, weshalb sie verhaftet und zum Tod verurteilt wurde – es war die Zeit der Christenverfolgung. Als sie in der Zelle auf ihre Hinrichtung wartete, sollen über Nacht als Zeichen für die begleitende Anwesenheit Gottes die Blüten eines vertrockneten Zweiges über Nacht aufgeblüht sein. Zur Erinnerung daran stellen wir am 4. Dezember einen kahlen Kirschbaumzweig in eine Vase und warten darauf, dass er zu Weihnachten blühen solle. Angeblich bringt das Glück…

Namenspatron - meinefamilie.at
Die Rückseite der Handpuppen…

Adventliche Bastelei Nikolaus und Barbara

Auch wenn Nikolaus oder Barbara nicht die Namenspatrone eurer Kinder sind, diese Bastelei macht einen langen Winterabend oder ein Schlechtwetterwochenende interessant: eine Patschenpuppe des jeweiligen Heiligen (natürlich lässt sich auch jede andere Figur gestalten, z.B. als ganz spezielle, individuelle Kasperltheaterfiguren!).

Ihr braucht:

  • einen Filzpantoffel (Gästehausschuh) pro Figur
  • Stoffreste, Filz
  • Wolle, Bänder, Borten (diverses Material zum Gestalten des Gewandes, Schmuckes usw.)
  • Karton (z.B. leere Müsli- oder Cornflakesverpackungen)
  • Klebstoff
  • Schere
  • Stifte

Ihr überlegt euch einen Heiligen und zeichnet seinen Umriss auf den Karton. Diesen Umriss schneidet ihr aus und nun überlegt ihr euch, welches Gewand die Figur anhaben soll, wie ein Gesicht aussehen soll, dann schneidet ihr aus Stoffen das Gewand zu und klebt es auf den Karton. Nun gestaltet ihr die Haare, den Schmuck, das Zubehör wie beispielsweise Hirtenstab o.ä. Zum Schluss klebt ihr den Trägerkarton so auf die Sohle des Pantoffels, dass ihr von hinten mit der Hand in den Schuh hineinschlüpfen und ihn so als Handpuppe verwenden könnt.

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…und die Vorderseite

Viel Spaß und gutes Gelingen!

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EIN ARTIKEL VON
  • Gabriela Paul

    Ich bin Mutter von drei Kindern. Nach meinem Germanistikstudium arbeitete ich jahrelang im Marketing. Dann entschied ich mich zu einer 180°-Wende und wurde römisch-katholische Religionslehrerin. Jetzt unterrichte ich Religion und Deutsch für Kinder mit Migrationshintergrund.


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