14. September 2017

Basteln mit Oma und Opa: Vulkan, Heißluftballon und Nähmaschine

Mit Oma und Opa die Welt der Erwachsenen entdecken - meinefamilie.at

Wenn Oma und Opa von ihren Erfahrungen erzählen, sind die Kinder neugierig und wollen das auch erleben. Bevor es zur Ballonfahrt kommt, können sie aber gemeinsam einen Heißluftballon basteln oder dank einem Experiment selbst die Kraft eines Vulkans erleben.

Kinder versuchen auf vielfältige Weise ihre Welt zu entdecken. Oft lernen sie durch eigene Erfahrungen, worauf es in ihrem späteren Leben ankommt. Die Freude, die sie dabei erleben, stärkt ihr Selbstwertgefühl und ist die Grundlage für späteres, verantwortliches Handeln als Erwachsene. Für ihre Entwicklung brauchen sie Spiel- und Lernräume, die sie Entdeckungen machen lassen. Alles Mögliche wird ausgeräumt, angefasst und untersucht oder auseinandergenommen. Schließlich will das Kind wissen, wie die Welt funktioniert.

Vom Erzählen zum Ausprobieren

Kindliche Neugier wurde bei unseren Enkelkindern Michael und Mirell geweckt, als wir ihnen von unserem Urlaub auf Sizilien erzählten. Wir hatten uns Karten für Verdis Oper Nabucco im römischen Theater von Taormina mit Blick auf den Vulkan Ätna ergattert. Plötzlich mitten im Gefangenenchor ein explosionsartiges Krachen und Donnern aus Richtung des Vulkans. Dann spuckte der Ätna eine eindrucksvolle Feuerfontäne in den Nachhimmel. Der Lavastrom lief entlang der Hänge und bildete abstrakte Figuren. Ein einzigartiges Naturspektakel. Es war, als hätte der Himmel selbst jetzt die Regie zu Verdis Oper übernommen.

Unsere Enkelkinder hatten mit offenem Mund und strahlenden Augen unserer Erzählung zugehört. Dann hämmerten sie mit tausend Fragen auf uns ein: „Oma, wie entsteht ein Vulkan? Opa, gibt es bei uns auch Vulkane?“ Ich erklärte ihnen, dass die Golanhöhen vor Jahrmillionen ein Vulkangebiet waren und dass die Basaltsteine dort eigentlich erkaltete Lava sind.

„Opa, können wir nicht mal so einen feuerspeienden Berg besuchen?“, war die nächste Frage. „Na klar doch!“ gab ich zur Antwort. „Gleich jetzt an meinem Computer sehen wir uns mal den Ätna an, wie er Feuer speit.“

Gemeinsam einen Vulkan basteln

Und so geschah es, Mirell links und Michael rechts auf meinem Bein sitzend. „Opa, können wir nicht mit dir einen Vulkan basteln?“, bohrte Michael weiter. Und da Oma und Opa für unsere Enkel alles können, gab ich ihm mein Jawort. Tatsächlich fand ich im Internet eine Bastelanleitung dazu:

  • Wir klebten ein Glas mitten auf einen Teller.
  • Dann legten wir zwei Bahnen Alufolie darüber, sodass Teller und Glas bedeckt waren.
  • Die Ränder der Folie klebten wir an der Unterseite des Tellers fest.
  • In die Mitte der Glasöffnung schnitten wir mit der Schere ein kleines Loch in die Alufolie und von dort ein Kreuz.
  • Dann knickten wir die vier Ecken der Alufolie nach innen und klebten sie am Innenrand des Glases fest.
  • Jetzt gaben wir drei Päckchen Backpulver in den Vulkankrater.
  • In einem weiteren Glas mischten wir zur Hälfte Wasser und Essig mit Lebensmittelfarbe, bis die Flüssigkeit dunkelrot wurde. Schließlich gaben wir noch einen Spritzer Spülmittel dazu. Nun stellten wir unseren Vulkan auf eine wasserdichte Unterlage, damit die Lava nicht auf den Tisch oder den Boden lief.
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Mirell beobachtet mit großem Interesse, wie ihr großer Bruder den Vulkan zum Speien bringt.

Dann kam der große Augenblick: Michael kippte das rote Gemisch in den Alufolienkrater. Und schon brach unser Vulkan aus; denn der zusammengemischten Lava wurde es im Vulkankrater-Glas schnell zu eng und quoll so oben heraus. Ich konnte dabei meinen Enkeln erklären, dass es sich bei einem echten Vulkan ähnlich verhält. Das schmelzende Gestein im Inneren der Erde dehnt sich aus und braucht mehr Platz. So schießt es nach oben und bahnt sich den Weg ins Freie.

Über Heißluftballons hören und Heißluftballons basteln

Unsere Enkelkinder lieben Abenteuergeschichten, am liebsten aus meiner eigenen Jugend. Als sie neulich eine Ballon am Himmel sahen, fragten sie mich: „Opa, bist du auch schon mal mit einem Ballon geflogen? Jetzt konnte ich groß angeben: „Natürlich meine Lieben. Zwei Mal schon über die Landschaft meiner deutschen Heimat. Aber beim Ballon sagt man nicht fliegen, sondern fahren. „Also dann bist du ein echter Ballonfahrer“, bekräftigte Michael. „Und wie hast du dich dabei gefühlt?“ wollte jetzt Mirell wissen. „Wie der Herrgott am Balkon seines Himmel“, antwortete ich mit einem Schmunzeln.

„Opa, wir möchten auch einmal mit dir und Oma und Mama und Papa im Ballon fahren!“, kam es wie aus einem Mund. „Das probieren wir bei unserer nächsten Reise zu euren Cousins Elias und Naomi in Salzburg“, versprach ich ihnen. „Aber wir können ja schon mal inzwischen so einen kleinen Ballon basteln“, schlug ich vor. „Oh ja Opa, da machen wir“, war die Antwort.

  • Von unserem letzten Einkauf auf dem Gemüse-Markt hatte ich vorsichtshalber die roten Netze aufbewahrt, in denen die Äpfel verpackt waren.
  • Die Kinder steckten ihre Ballons hinein und bliesen so lange, bis die Netze prall gefüllt waren.
  • Dann befestigten wir Schnüre daran, die wir sonst beim Drachensteigen verwendeten und jetzt als Halteleine für den Personenkorb dienten.
  • Diesen Korb schnitten wir aus einem roten Plastikbecher zurecht und befestigten ihn an den Schnüren.
  • Mirell klebte auf ihren Ballon noch einige Kunststoff-Herze und setzte ihr Lieblingspüppchen in den „Korb“.

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Fertig war der Miniballon. Vielleicht können wir die beiden „Luftfahrzeuge“ demnächst noch mit Gas füllen lassen, sodass sie in dem Himmel aufsteigen.

Beim gemeinsamen Anschauen unserer Familien-Alben blieben unsere beiden Enkel an einem Foto hängen, auf dem Oma Louisa in ihrer Jugend als Schneiderin tätig ist. „Oma ich will auch einmal Schneiderin werden“, rief Mirell. „Aber du bist doch jetzt Reiseleiterin und zeigst den Leuten die Spuren von Jesus“, konterte Michael zurück. „Dann mache ich es wie Oma“, berichtigte Mirell ihrem großen Bruder. „Erst Schneiderin, dann „Leisereiterin“. Oma, Opa, darf ich mir zum Geburtstag eine Nähmaschine wünschen?“ Gerne erfüllten wir diesen Kinderwunsch.

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Nun näht Mirell auf ihrer kleinen elektrischen Nähmaschine lustig drauf los. Dabei kommt mir das Sprichwort in den Sinn: „Wer ein Häkchen werden will, krümmt sich bei Zeiten.

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EIN ARTIKEL VON
  • Karl-Heinz Fleckenstein

    Als ich das erste Mal 1981 eine Pilgergruppe ins Heilige Land führte, fand ich meine Ehefrau Louisa. Seit dieser Zeit führen wir gemeinsam Pilgergruppen auf die Spuren der Bibel. Als Theologe und Reiseleiter fand ich hier auch meine “wahre” Heimat.


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