2. Oktober 2019

Wertschätzung für die Natur mit Naturmaterialien stärken


Der Herbst hat begonnen und mit ihm das prächtige Farbenspiel der Blätter. Unsere Familie liebt diese Jahreszeit, weil wir uns an der Buntheit der Natur und ihrer Schönheit gar nicht genug satt sehen können.

Für mich ist dies immer ein Zeitpunkt, wo ich mich buchstäblich „aufgefordert/eingeladen“ fühle, mit der Natur zu „spielen“. So ist es fast schon Tradition geworden, dass wir im Herbst Mandalas und kleine Kunstwerke aus Steinen, Blättern, Blumen, Nüssen, Ästen, Kürbissen (und was wir sonst noch alles finden 😉 ) gestalten.

Obwohl dieses spielerische Gestalten nichts Aufwendiges und eigentlich etwas sehr Simples ist, empfinde ich es als sehr wertvoll für unsere Kinder. Denn meines Erachtens nach werden dadurch Staunen, Achtsamkeit und Dankbarkeit gefördert.

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Mehr Wertschätzung für die Natur

Durch das Suchen von passenden Naturgegenständen für die kleinen Kunstwerke werden Dinge, denen im Alltag kaum Aufmerksamkeit geschenkt wird, aus ihren gewohnten Selbstverständlichkeiten herausgeholt. Der Blick wird auf die Schönheit und Besonderheit des Gegenstandes oder der Pflanze gerichtet.

Dieses bewusste hinschauen und sich-hinwenden führt dazu, dass Kinder zu staunen beginnen und mit jedem Staunen wird zugleich das Interesse für die Welt und Natur geweckt.

Interesse und Begeisterung für die Umwelt wecken

Ich finde es wichtig, dass Kinder ein aufrichtiges Interesse an und für die Welt entwickeln. Denn sie sind die nächste Generation, die das zukünftige wirtschaftliche, politische und ökologische Zusammenleben gestalten werden.

Interessieren sie sich für ihre Umwelt, so ist ihnen diese auch nicht einfach egal und sie können ein Verantwortungsgefühl für Natur, Welt und ihre Mitmenschen entfalten.

Deshalb mache ich in meinem Religionsunterricht auch gerne einen „Schöpfungsspaziergang“ zum Thema „Bewahrung der Schöpfung“. Ich lasse die Schüler/Schülerinnen ebenfalls alle möglichen Naturgegenstände sammeln und sie ein gemeinsames Mandala legen. Dabei wurde ich schon einmal sehr positiv überrascht. Der wirklich größte „Schlingel“ der Klasse ging mit solcher Behutsamkeit mit einem einfachen Blatt um, dass mich seine Sorgfalt richtig berührte.

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Voll Ehrfurcht hielt er es schützend in seinen Händen, damit das Blatt in seiner Ganzheit Teil des gemeinsamen Meisterwerkes werden konnte. In diesem Beispiel spiegelt sich für mich wunderschön die Entwicklung der Haltung von Achtsamkeit. Achtsamkeit – die Achtung beziehungsweise der Respekt vor etwas (oder jemanden) und der dementsprechende Umgang damit.

Der Schöpfung Danke sagen

Passend zum herbstlichen Erntedankfest, sage ich sowohl mit meinen Kindern Zuhause, als auch mit den Schüler und Schülerinnen in der Schule „Danke“ für die Schöpfung und alles was sie dem Menschen Gutes hervorbringt. Doch nicht nur für die Natur kann man sich bedanken, sondern gleichfalls für Freunde, Begegnungen, Haustiere, Gesundheit, oder einfach mal, dass es weniger Hausaufgaben zu machen gibt ;).

Dankbarkeit ist für mich nämlich eine wichtige, innere Lebenshaltung und Einstellung zum Leben. Denn bin ich in der Lage mich zu bedanken, dann kann ich meinen Blick auf die positiven Dinge im Leben richten. Ein Professor meines Studiums hat einmal einen für mich wunderschönen Satz gesagt, nämlich „Nur wer in der Lage ist gerade zu stehen, kann sich auch verbeugen (bzw. sich bedanken)!“

Wie werden Naturmandalas und Naturkunstwerke gemacht?

Wertschätzung für die Natur mit Naturmaterialien stärken
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Wie bereits oben erwähnt, werden zuerst unterschiedliche Gegenstände gesammelt. Dies können sein: Steine, Blätter, Zapfen, Blumen, Äste, Nüsse, Kastanien etc. Wenn man keinen eigenen Garten hat, oder in der Stadt wohnt, kann man dies mit einem kleinen Spaziergang/Ausflug in den Wald oder einem Park verbinden.

Wurden genug Materialien gesammelt sucht man sich einen passenden Untergrund, wo das Kunstwerk gut zur Geltung kommt. Beim Legen und Gestalten selbst, sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt.

Ich wünsche euch viel Spaß beim Staunen und Gestalten!

Übrigens …, wusstet Ihr, dass das Erntedankfest eines der ältesten Feste der religiösen Traditionen überhaupt ist? In fast allen Religionen und Kulturen wird es gefeiert. Das hat damit zu tun, dass die Menschen ihre Nahrung auf Feldern anbauten, als sie sesshaft wurden.

Naturkatastrophen konnten die Ernte zerstören und Hungerperioden auslösen. Eine gute Ernte (welche der Hilfe von Gott/Göttern zugeschrieben wurden) sicherte also ihr Überleben und war somit ein großer Grund zum Feiern.

 



EIN ARTIKEL VON
  • Doris Dolezal

    Mit Herz, Hirn und Humor versuchen mein Partner und ich den Alltag mit unseren zwei wundervollen Mädels (8 Jahre und 5 Monate) und unserem Kater zu meistern. Doch nicht nur in der Familie sammle ich die unterschiedlichsten Erfahrungen mit Kindern, auch in meinem Beruf als Religionspädagogin.


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