16. April 2021

Kinder und Haustiere – was ist das für eine gute Idee! 

kinder und haustiere - meineafamilie.at

Es gibt eine Menge guter Gründe, warum Kinder Umgang mit Tieren haben sollten, aber auch vieles zu bedenken und zu berücksichtigen. Es müssen nämlich alle damit einverstanden sein.

 „Wir wollen eine Katze“ – so vereint habe ich meine Mädchen schon lange nicht mehr erlebt. Die Katze der Nachbarn hat Kätzchen bekommen. Vom ersten Besuch an, bei dem wir die blinden, unsicher tapsigen Wesen von der Ferne aus sehen konnten, dominiert das Thema Haustier.  Und was soll ich sagen – mich haben die beiden eigentlich schon überzeugt. Es gibt eine Menge guter Gründe, warum Kinder Umgang mit Tieren haben sollten und warum dann möglichst bald eine Katze bei uns einziehen wird. Nur der Papa muss noch überzeugt werden. 

Kinder lernen Verantwortung

Kinder übernehmen die Verantwortung für ein anderes Lebewesen, lernen Durchhaltevermögen und Struktur. Der Umgang mit Tieren fördert die Fürsorglichkeit und – hoffentlich – Ordnung und Selbstdisziplin. Die Katzenschüssel muss sauber gehalten werden, genauso wie der Hasen- oder Meerschweinchenstall. Man darf nicht vergessen, Futter oder Einstreu zu kaufen und muss sich Wissen über Haltung und Umgang aneignen.

Die Kinder erfahren, dass sich ein anderes Lebewesen auf sie verlässt – füttern, die Tränke auffüllen und den Stall von Hinterlassenschaften säubern. Das ist Arbeit und Freude zugleich.

Kinder und Eltern kümmern sich gemeinsam

Um das aber mal vorauszuschicken: Ich bin der Meinung, dass die Versorgung immer in Begleitung von Erwachsenen geschehen muss. Es hängt natürlich vom Alter des Kindes und von der Art des Haustieres ab, ein Meerschweinchen wird eher von einer Sechsjährigen versorgt werden können als ein ausgewachsener Hund. Damit alle in der Familie Freude am Tier haben und nicht alles an einer Person hängen bleibt, ist es wohl wichtig, vorab mit den Kindern Vereinbarungen zu treffen, was Pflege und Fütterung anbelangt. Jeder so wie er kann, die Kleinen vielleicht ein bisschen weniger, die Großen ein bisschen mehr. 

Meine Mädchen haben sich natürlich sofort und mit Begeisterung bereit erklärt, das Katzenkistchen täglich auszuräumen und darauf zu achten, dass die Wasserschüssel des Vierbeiners immer gut gefüllt ist. Über die Fütterungszeiten der Katze sind wir uns noch nicht ganz einig. An Motivation mangelt es bei meinen Kindern aber nicht.

Soziale Entwicklung – Das Sozialverhalten wird verbessert

Ein Großteil unserer Kommunikation verläuft nonverbal, mittels Mimik, Blicken, Gestik, Körperhaltung. Kommunikation besteht zu 80 % aus nonverbalen Signalen. Da ist klar im Vorteil, wer die Interpretation von Mimik und Gestik intuitiv beherrscht. Genau das lernen Kinder im Umgang mit Tieren – sie lernen zu beobachten, können Körpersprache besser deuten und sich in andere hineinfühlen (Empathie). Sie erkennen an der Reaktion der Tiere, wie ihr Verhalten wirkt, bekommen direkte Rückmeldung auf ihr Verhalten. Wenn ich ein Tier grob anfasse, wird es aggressiv reagieren, begegnet man hingegen einem Tier liebenswürdig und mit Respekt, wird es ebenso freundlich sein. Und sich streicheln lassen.

 

Checkliste: Kinder und Haustiere

 

 

Kinder mit viel Kontakt zu Tieren knüpfen schneller Kontakte und schließen leichter Freundschaften. Kinder mit Haustieren haben in Schule und Kindergarten weniger Schwierigkeiten sich anzupassen, sie sind umgänglicher und können ihre Wünsche zugunsten anderer eher zurückstellen.

Emotionale Entwicklung – Selbstwahrnehmung und Selbstbewusstsein

Kinder lernen jedoch nicht nur, Andere zu beobachten und einen bedachten und respektvollen Umgang mit den Tieren.  Gleichzeitig erfahren sie viel über sich selbst und ihre Selbstwahrnehmung wird gestärkt. Sie können mit sich selbst, ihrem Verhalten und ihren Gefühlen besser umgehen.
Und: Mein Tier liebt mich so wie ich bin. Diese Erkenntnis gibt den Kindern Selbstbewusstsein und Mut.

Ein Haustier tut dem Körper gut

Im Umgang mit Tieren werden die kindlichen Sinne gefördert – riechen, hören, sehen und fühlen.
Außerdem wirkt der körperliche Kontakt mit Tieren beruhigend, nicht nur bei Kindern auch bei Erwachsenen ist ein positiver Einfluss auf den Blutdruck merkbar und reduziert Stress. Der Kontakt mit dem weichen Fell und der nassen Nase ist Zuspruch, Trost und Balsam für die Seele. Haustiere tragen zu Ausgeglichenheit und Wohlbefinden bei.

Abwehrkräfte stärken – Abenteuerlust wecken

Kinder gehen mit ihren Tieren öfter nach draußen bzw. erfolgt die Versorgung der Tiere ja auch oft im Freien. Kreativität, Abenteuerlust und Entdeckergeist werden gefördert. Und Kinder, die mit Tieren zusammen leben, entwickeln seltener Allergien.

Angebot

Familienberatung finden


Nach all den guten Gründen für ein Haustier, muss man sich eine Anschaffung dennoch sehr gut überlegen und sich vorab über die Ansprüche und  Eigenschaften des „Wunsch-Haustieres“ informieren. Bücher, Dokumentationen, Gespräch mit anderen Tierhaltern, Kontakt zu einem Tierarzt oder Informationen aus dem Tierheim können da gut helfen.

Nicht in jeder Familie ist Platz für ein Haustier

Wenn es mit dem eigenen Haustier nicht klappt, dann bietet sich die Möglichkeit Urlaub am Bauernhof zu machen, Ausflüge zum Kinder-Erlebnisbauernhof, eventuell bei einer Verwandten oder Bekannten ein eigenes Kaninchen haben, das man jederzeit besuchen kann oder für einen Nachbarin das Gassi gehen mit dem Hund übernehmen (Kind muss alt genug sein und den Umgang mit dem Hund in Begleitung Erwachsener üben).

Bei uns zuhause ist die Diskussion um die kleinen Kätzchen jedenfalls noch nicht vom Tisch. 


MeineFamilie.at