24. Januar 2020

Kinder und Social Media – Was Eltern tun müssen

kinder und social media – was eltern tun müssen

Auf den Social-Media-Plattformen findet man immer jüngere Akteurinnen und Akteure. Die Tragweite ihrer Handlungen ist den jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmern nicht immer bewusst. Eltern müssen hier also gegensteuern und aufklären.

Unsere Kinder sind die erste Generation, die eine Welt ohne Internet, Social Media und Smartphone nie erlebt hat. Diese Tatsache definiert und formt ihr denken stark. Und nein, das soll kein Abgesang auf die große weite Welt des Internets werden und ein Hinweis darauf, dass man viel mehr in die Natur gehen müsste und weniger vor dem Smartphone sitzen sollte.

Unsere Rolle als Eltern

Letzteres ist wohl ein Faktum, aber darum geht es mir in diesem Fall nicht. Es geht vielmehr darum, welche Rolle wir als Eltern einnehmen sollen und müssen, und wie wir unseren Kindern den Umgang mit Internet und Social Media „beibringen“. Das klingt einigermaßen absurd, denn in Sachen Handling ist uns der Nachwuchs, kaum ist ein Smartphone im Hause (was ja immer früher der Fall ist), bald überlegen.

Eines müssen wir bedenken: Gehen wir übertrieben moralisch auf unsere Kinder zu und argumentieren wir so, dass früher alles besser war (und sei es nur zwischen den Zeilen), dann nehmen wir uns aus dem Diskurs und verbauen uns eine tragende Rolle in diesem Kontext.

Auch rigorose Verbote sind meist wenig zielführend. Es gilt im Dialog zu bleiben, das Internet und Social Media als gegeben anzunehmen und auch die positiven Aspekte der neuen Medien zu sehen.

Ein Beispiel: Als Eltern ist es uns oft unzugänglich, warum unsere Sprösslinge lieber zahllose Text- oder Sprachnachrichten per WhatsApp schicken, die wiederum aufgrund der Anzahl und der oftmals lakonischen Form auch noch zu Missverständnissen unter den Kommunizierenden führen. Jetzt könnten wir Eltern, als die ältere Generation, die sogar noch ohne Handy aufgewachsen ist, ein Plädoyer für den guten, alten Telefonanruf halten. Damit nehmen wir uns aber indirekt aus dem Gespräch und werden auf Unverständnis treffen.

Die Phänomene von „Innen“ wahrnehmen und Rat geben

Sinnvoller ist es, die Phänomene von innen zu verstehen. Bleiben wir beim Bespiel WhatsApp. Ein einfacher Blick genügt um zu erkennen, dass man es hier nicht mit einem SMS-artigen Dienst zu tun, sondern sehr wohl bereits mit einer Social Media-Plattform. Und das nicht nur, weil WhatsApp von Facebook geschluckt wurde.

Wesentlich bei Social Media ist es nämlich auch, dass man sich zu Gruppen zusammenschließt und Gruppen bildet, damit man sich zu bestimmten Themen austauscht. Das ist auch auf WhatsApp möglich: Ein einfacher Blick in das WhatsApp Verhalten des Kindes zeigt zumeist, dass es Mitglied in zahllosen Gruppen ist. Etwa „Mädels Klasse“, „Schule“ oder ähnliches.

Die Unzahl und Vielzahl der Nachrichten kommt, das könnte man als Elternteil Phänomen-immanent argumentieren, davon, dass viele dieser Gruppe unscharf definiert sind. In der Gruppe „Klasse“ wird auch sonstiges gepostet, viel Unsinn und Leichtsinn, weniges wirklich zur Klasse und zur Schule selbst.

Man könnte also beispielsweise vorschlagen, dass man eine neue Gruppe gründet, die sich etwa mit „Lernstoff“ beschäftigt.

Auch kann man sein Kind ermutigen, aus Gruppen auszutreten, die außer Dauerfeuer und Nachrichtenflut wenig inhaltliches zu bieten hat.

Selbiges gilt auch für andere Social Media-Plattformen: Es gilt für junge Menschen, und dabei können wir ihnen behilflich sein, abzuschätzen, wo man dabei sein muss und wo nicht. An dieser Stelle kann man als Elternteil auch eine gute moralische Unterstützung sein. Man kann seinen Kindern auch beibringen „Nein“ zu sagen und sich auf von Kontexten zurückziehen, die wenig fruchtbar sind.

Fazit

Internet und Social Media sind Realität und lassen sich nicht weg reden. Es gilt den Kindern einen vernünftigen Umgang damit zu lernen und zu lehren und mit ihnen im Gespräch zu bleiben. Übermoralische Haltungen oder gar Ablehnung von Plattformen und Anwendungen, die den Alltag von jungen Menschen mitbestimmen, sind wenig zielführend. Je mehr man sich als Elternteil damit auseinandersetzt, desto besser werde die Ratschläge für einen achtsamen, sorgfältigen und gesunden Umgang damit sein.

 



EIN ARTIKEL VON
  • Markus Stegmayr

    Als freier Journalist, Blogger und Hobby-Gastrosoph besteht mein Berufsalltag hauptsächlich aus lesen, schreiben, hören und essen. Mein Familienalltag bringt diesen Rahmen aber oft gehörig aus der Fassung. Genau darüber lohnt es sich aber wiederum zu schreiben!


meinefamilie.at ✰

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