3. Februar 2020

Hilfe, mein Kind wird zum Wutmonster! Teil 3

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Wie bereits im 2. Teil angekündigt, beschreibe ich zum Abschluss noch den spielerischen Umgang mit Gefühlen. Nur wer seine eigenen Gefühle kennt, kann sie auch bei seinem Gegenüber richtig wahrnehmen und angemessen darauf reagieren.

Kinder können schon von klein auf, den Umgang mit Gefühlen erlernen. Neben der Vorbildwirkung von uns Erwachsenen sind dabei Spiele sehr hilfreich. Es gibt unzählige Spiele dazu. Ein paar einfache Beispiele werden hier beschrieben:

Gefühlememory

Gemeinsam mit den Kindern können verschiedene Smileys auf gleich große Bildkärtchen gemalt werden. Immer zwei Smileys müssen identisch sein. Wenn das Spiel fertig gebastelt ist, kann Memory gespielt werden.

Wut- oder Gefühlekiste

Ein gewöhnlicher Schuhkarton kann zur Wutkiste oder Gefühlekiste umgewandet werden. Darin können verschiedene Gegenstände gesammelt werden, die zum Thema Gefühle passen: Ein Teddy zum Kuscheln, wenn man traurig ist; ein Lachsack zum einfach drauf los lachen; ein Wutball (Luftballon mit Mehl gefüllt zum Kneten) zum Aggression abbauen; besondere Taschentücher zum Tränen trocknen; ein kleines Bilderbuch, das eine passende Geschichte erzählt…

Gefühlsbrote

Gemeinsam mit den Kindern können Brote mit Gemüse so belegt werden, dass sie zu Gesichtern werden. Ein lachender Mund aus einem Stück Paprika, oder ein wütendes Gesicht auf einem Liptaueraufstrich – der Fantasie von Groß und Klein sind keine Grenzen gesetzt!

Schimpfwörterspiel

Ausgefallene Schimpfwörter erfinden, um eventuell angestaute Wut abzulassen – schimmliger Pudding, stinkender Nasenbär, klebriger Schneckenschleim, alte Bananenschale – respektlose Schimpfwörter sind verboten!

Bilder meiner Gefühle

Kinder malen alleine, mit Freunden, Betreuern oder den Eltern Bilder, die ihre Gefühle ausdrücken. Manchmal hilft auch entsprechende Musik um sich in eine Gemütslage versetzen zu können.

Gibt es Gemeinsamkeiten bei den Bildern? Welche Farben wurden verwendet? Wurde bestimmte Symbole gezeichnet?…

All das lässt sich anschließend bei einem Gespräch herausfinden. Oder man lässt die Bilder auch einfach nur auf sich wirken. Weiters können Gefühle auch auf andere künstlerische Art und Weise ausgedrückt werden: Theater spielen, Tanz, Pantomime usw.

Gefühleuhr / Stimmungsuhr

Schneidet einen Pappkreis aus, der in vier Felder eingeteilt wird. Dann schreibt in die Viertel: wütend, traurig, glücklich, fröhlich. Vielleicht malt Ihr Kind auch noch die entsprechenden Gesichter dazu. In die Mitte wird ein beweglicher Zeiger befestigt. Mit der Gefühlsuhr kann das Kind von nun an mitteilen, in welcher Stimmung es ist. Es gibt auch viele Vorlagen für Gefühls- oder Stimmungsuhren im Internet zu finden.

Kummerkasten

Hier können die Kinder und Eltern ihre kleinen und großen Sorgen, Nöte und Ärger aufschreiben und in einen zum Kummerkasten umfunktionierten Schuhkarton mit Schlitz stecken. Einmal in der Woche bespricht die Familie dann, was passiert ist und wie sich das eine oder andere Problem vielleicht lösen ließe. Kinder lernen dadurch, ihre Gefühle in Worte zu fassen, und auch, Wut und Ärger in konstruktive Bahnen zu leiten. Ab ca. acht Jahren geeignet.

Arm drücken

Kennt wahrscheinlich jeder, hilft Wut oder Aggression abzubauen und macht einfach nur Spaß.

Ich wünsche viel Erfolg und Freude beim Ausprobieren!

 



EIN ARTIKEL VON
  • Bettina Fauler
    Bettina Fauler

    Ich lebe mit meinem Partner und unserem Sohn in Tirol. Hauptberuflich bin ich Mama, auch wenn ich Teilzeit als Sonderkindergartenpädagogin, Elternbildnerin und Trainerin arbeite. Ich erlebe einen abwechslungsreichen (Erziehungs-)Alltag, den ich gerne mit anderen teile.


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