14. April 2020

Gnädig zu sich selber sein in Zeiten von Corona

Gnädig zu sich selber sein in Zeiten von Corona

Ich bin Mutter von drei Töchtern: Saphira (4 Jahre), Melissa (16 Monate) und Esmeralda (4 Monate). Zurzeit habe ich alle meine Ladys zu Hause und mein Mann geht am Flughafen arbeiten.

Ich habe mir zu dieser Krise viele Gedanken gemacht, da ich ein sehr freiheitsliebender Mensch bin und auch sehr gerne manchmal ein bisschen Abstand zwischen mich und meine Kinder bringe. Das brauche ich, und daher empfinde ich persönlich die Beschränkungen als sehr anstrengend.

Ich glaube, viele Mütter und Väter denken jetzt vielleicht:

„Jetzt, in einer Zeit, in der ich so viel daheim bin, muss ich die Zeit so produktiv wie möglich verbringen.“ Das Ziel, es unter erschwerten Umständen effektiver, besser und perfekter machen zu müssen, setzt aber enorm unter Druck. Vielleicht hören sich auch eure Gedanken so oder so ähnlich an:

„Die Wohnung gehört gewischt und die Fenster geputzt. Der Garten oder Balkon sollte bepflanzt werden und eigentlich hätte ich auch Zeit, um vorzukochen und einzufrieren.“

Zusätzlich gibt es wahrscheinlich den Anspruch, da man ja Zeit hat, noch geduldiger zu sein mit dem lieben Nachwuchs. Ich sage es euch gleich, ich schaffe vielleicht einen dieser Punkte. Und ich möchte euch daran erinnern, gerade in so einer Zeit, vergesst euch selber nicht!

Weniger ist oft mehr

  • Dreht den Kids manchmal den Fernseher auf und schaut, mit einer Tasse Kaffee in der Hand, einfach auch zu.
  • Nehmt auch einmal etwas aus dem Tiefkühler und wärmt zu Mittag etwas auf oder es gibt eine Jause.
  • Gebt auch eurem Partner oder eurer Partnerin das Kind und genießt eine Dusche oder ein Vollbad.
  • Plant keine größeren Projekte, wie windelfrei oder bis zum Sommer nehme ich zehn Kilo ab, das bringt zusätzlichen Stress.

Eines ist nämlich sicher, wir werden in der nächsten Zeit noch sehr, sehr viel Zeit mit unseren Kindern verbringen, und je entspannter wir sind und uns auch selber die nötige Ruhe gönnen, umso besser können wir für sie da sein.

Ganz viel Zeit miteinander verbringen

Ich hoffe, wenn alles vorbei ist, sich meine Kinder nicht an das Jahr erinnern, in dem diese Krise war, sondern nur daran, dass wir alle sehr viel Zeit miteinander hatten. Meine kleinen Kinder werden sich natürlich nicht bewusst an die Zeit der Krise erinnern können, aber so wie alle kleinen Kinder, werden sie wissen und abspeichern, wie sich diese Zeit angefühlt hat.

Mein Ziel ist es, anstatt die Wohnung auf Hochglanz zu bringen, in die Herzen meiner Kinder gute Erinnerungen zu bringen. So gut ich es eben kann. Ich habe großen Respekt vor allen Berufsgruppen, die im Moment für uns alle da draußen ihr Bestes geben.

Einen Applaus an alle Mütter und Väter

Heute Abend jedoch, stelle ich mich auf den Balkon und klatsche und mach Musik für alle Mütter und Väter, die gerade alles tun, damit es ihren Kindern gut geht, und zusätzlich vielleicht auch nicht wissen, wie es beruflich weitergeht und trotzdem versuchen, das Beste für ihre Familie zu geben. Einen großen Applaus, ihr leistet Großartiges.



EIN ARTIKEL VON
  • Caroline Avendano

    Ich bin 27 Jahre alt, verheiratet und habe drei Töchter: Saphira (Autistin, fast 4 Jahre alt), Melissa Katherina (8 Monate) und Bauchzwerg Esmeralda Maria kommt im November. Ich bin diplomierte Fachsozialbetreuerin mit Schwerpunkt Behindertenarbeit. Wenn ich nicht in Karenz bin, arbeite ich bei der Lebenshilfe Salzburg. Lesen war schon immer meine große Leidenschaft, und darum bin ich auch dann aufs Schreiben gekommen.



1 Kommentare
  • Anonymous, 17. April 2020, 8:21 Antworten

    Danke, wunderbarer Artikel . ich werde es mir zu Herzen nehmen. Auch mal Zeit für mich nehmen, und nicht immer für alle anderen da sein.?

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