19. August 2018

Gottesdienste mit kleinen Kindern erleben

Gottesdienste mit kleinen Kindern erleben - meinefamilie.at

Wann ist das richtige Alter, um mit Kindern in den Gottesdienst zu gehen? Die hier getätigten Überlegungen können dabei helfen, den individuell passenden Zeitpunkt zu bestimmen.

Unsere Tochter war damals nur wenige Tage alt, keine zwei Wochen. Das hielten wir für den richtigen Zeitpunkt. Für diesen entschieden wir uns, weil wir uns damals schon als Paar und dann als frischgebackene kleine Familie gut in die Pfarrgemeinschaft integriert und mit unseren Wünschen und Bedürfnissen wahrgenommen und akzeptiert fühlten.

Sorgen gab es natürlich dennoch. Würde unsere Tochter die Messe stören? Wir kamen bei unserem ersten Besuch nicht dazu das zu überprüfen, weil sie die ganze Messfeier lang schlief und nur einmal ganz kurz herausblinzelte.

Belastungsproben kamen erst später, als sie laufen konnte und beim besten Willen nicht stillsitzen wollte. Sie lief, in jeder Pfarre geduldet, mehrmals nach hinten um Bücher zum Anschauen zu holen. Sie versuchte aber auch, durchaus schon etwas kritisch beäugt, den Altarraum zu erklimmen. Die Wichtigkeit beim Hochgebet und bei der Wandlung nicht lauthals zu reden oder zu lachen erschloss sich ihr außerdem nicht immer.

Es gibt Grenzen

Eine Pfarrgemeinde kann noch so sehr darum bemüht sein, Kindern und Familien viel Raum zu geben. Aber es gibt eben zumeist eigene Räume dafür, etwa Familienmessen. Fast jede Pfarre wird aber darum bemüht sein, Familien und kleine Kindern auch in „normalen“ Gottesdiensten Platz zu lassen und sich in Toleranz zu üben, wenn es dann nicht immer so leise ist, dass man eine Stecknadel fallen hören könnte. Aber es gibt Grenzen, die nicht überschritten werden sollten. Ein kleines Kind stört noch nicht, aber man sollte sich schon fragen, ob das eigene Kind nicht das eine Kind zu viel ist und der Gottesdienst dadurch gestört werden könnte. Letzten Endes geht es darum aufeinander Rücksicht zu nehmen.

Miteinander sprechen

Ein Indiz könnte das Sprachvermögen des Kindes sein. Denn natürlich gibt es lautere und leisere Kinder und solche die den Gottesdienst potentiell weniger oder mehr stören könnten. Auch ist gegen eine selbstverständliche „Gewöhnung“ an den sonntäglichen Messbesuch im Kleinstkind-Alter an sich nichts zu sagen. Höchstwahrscheinlich wird das Kleinstkind, bis auf die Tatsache, dass die Eltern die Messe gerne und regelmäßig besuchen, wenig „verstehen“. Es wird nicht begreifen, warum es wichtig ist an gewissen Stillen stiller als gewöhnlich zu sein. Es wird auch nicht die Theologie hinter der Messe nicht verstehen.

Das ändert sich zunehmend, wenn das Kind zu sprechen beginnt und komplexe Zusammenhänge stetig besser zu verstehen und zu interpretieren lernt. Dann wird es nicht nur intuitiv spüren, dass im Gottesdienst etwas Besonderes vonstattengeht, sondern auch begreifen, was das „Geheimnis“ dahinter sein könnte.

Miteinander erleben

Am wichtigsten ist zweifellos das gemeinsame Erleben. Dazu braucht es das Gespür dafür, was beiden gut tut. Sowohl Eltern als auch Kindern. Es wird wenig Sinn machen, das Kind „mitzuschleifen“ und damit nur den eigenen Bedürfnissen gerecht zu werden. Gut möglich und vollkommen akzeptabel, dass Kinder in einem gewissen Alter Gottesdienste als langweilig empfinden. Ihnen einzubläuen, dass dem eben nicht so ist, wird wenig sinnvoll sein. Wege zu finden Spiritualität und Glauben gemeinsam zu leben und zu erleben schon sehr viel mehr.

Fazit

Den richtigen Zeitpunkt gibt es nicht. Aber es gibt Überlegungen die man im Vorfeld anstelle sollte um einen passenden Zeitpunkt zu wählen um mit Kindern zum ersten Mal den Gottesdienst zu besuchen.

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EIN ARTIKEL VON
  • Markus Stegmayr

    Als freier Journalist, Blogger und Hobby-Gastrosoph besteht mein Berufsalltag hauptsächlich aus lesen, schreiben, hören und essen. Mein Familienalltag bringt diesen Rahmen aber oft gehörig aus der Fassung. Genau darüber lohnt es sich aber wiederum zu schreiben!


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