6. September 2019

Eucharistie Kindern erklärt


Eucharistie feiern heißt Gott Vater „Danke!“ zu sagen, sich an Gott Sohn zu erinnern und als vom Geist gesendete Menschen wieder in den Alltag zurückzukehren. Diesen theologischen Botschaften wird dieser Artikel auf die Spur gehen.

Danksagung an den Vater

Im ersten Petrusbrief wird die Aufgabe der Gläubigen beschrieben: Sie danken Gott und verkünden seine großen Taten. „Danke!“ zu sagen und von Gott zu erzählen sind zwei Hauptbotschaften der Eucharistie: Gottesdienst zu feiern heißt, sich selbst Zeit dafür vor Gott zu geben.

Erinnerung an den Sohn

„Durch ihn und mit ihm und in ihm ist Dir, Gott, allmächtiger Vater, in der Einheit des Heiligen Geistes alle Herrlichkeit und Ehre“ beten wir am Ende des Hochgebetes. Es fasst die Geschichte Gottes mit den Menschen zusammen. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft verbinden sich. In der Eucharistiefeier erinnern wir uns an Jesus Christus. Dieses Erinnern ist nicht nur ein Zurückblicken. Nein, in dieser Erinnerung wird Jesus gegenwärtig. Jesus ist der Gastgeber, der uns einlädt. Er ist der Hausvater, der uns aus der Heiligen Schrift verkündet. Und er ist es, der sich in Brot und Wein selbst verschenkt.

Sendung durch den Heiligen Geist

In der Feier der Eucharistie geht es um die Wandlung von Brot und Wein. Und nicht nur das: Wir Menschen werden immer neu gewandelt, damit Gott durch uns diese Welt verwandeln kann. Wir werden verwandelt, um nahrhaft wie Brot und erfrischend wie Wein für die Welt zu sein. In der Eucharistie sind Brot und Wein nicht mehr gewöhnliche Speisen: Sie sind Nahrung für die Ewigkeit. Deshalb sprechen wir davon, dass Jesus in Brot und Wein real präsent ist. Neu verwandelt sind wir Brüder und Schwestern von Jesus und als solche beauftragt, in der Welt zu wirken.

(c) iStock

Eucharistie stellt verschiedene Symbole und Ritualhandlungen in den Mittelpunkt. Je nachdem, ob der Mahlcharakter, der Aspekt des Teilens, die Geschenk- oder Opfer-Symbolik, das Danksagen oder die Wandlung bearbeitet werden, können unterschiedliche Akzentuierungen gesetzt werden.

Eucharistie: Quelle und Höhepunkt

Das Fest der Erstkommunion führt Kinder hin zu diesem Zentrum des christlichen Lebens. In der Mitte der Eucharistiefeier stehen die Einsetzungsworte. Rainer Oberthür hat diese Worte auf kindgerechte Weise übersetzt:

„Dann nahm Jesus das Brot, lobte Gott, brach das Brot, reichte es seinen Jüngern und sagte: ‚Das bin ich selbst. Ich bin das Brot, das Leben schenkt. Denkt immer an mich, wenn ihr gemeinsam dieses Brot esst.‘ Dann nahm er den Kelch mit dem Wein, dankte Gott, reichte ihn den Jüngern und alle tranken daraus. Und Jesus sagte: ‚Das bin ich selbst. Ich werde sterben, damit die Menschen leben.‘ An dieses letzte Abendmahl erinnern wir uns bis heute.“

Die Einsetzungsworte in kindgerechter Sprache stammen aus dem Buch „Die Ostererzählung“ (Rainer Oberthür, Die Ostererzählung, Stuttgart 2007). Das Buch kann ein Anlass dafür sein mit Ihrem Kind über Ostern, Danken und das Brechen von Brot ins Gespräch zu kommen.


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EIN ARTIKEL VON
  • Lisa Huber

    Mein Name ist Lisa Huber, ich bin Religionspädagogin aus Südtirol. Beruflich bin ich in Wien gelandet und wirke dort in der Jungen Kirche der Erzdiözese Wien.


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