29. Oktober 2019

Die Heiligen – lebensnaher als wir oft denken

Die Heiligen – lebensnaher als wir oft denken

Alljährlich gedenken wir am 1. November allen Heiligen und auch Seligen. Im Hintergrund schwingt dabei die Berufung eines jeden Menschen zur Heiligkeit mit.

Sie sind uns näher, als wir uns oft bewusst sind

Sieht man auf diese Berufung des Menschen zur Heiligkeit, ist es nicht verwunderlich, dass heilige Männer und Frauen oft als Idealbild eines Christen vorgestellt werden. Wer in seiner Jugendzeit selbst einmal ein Promiidol hatte, oder wer vielleicht gerade einen Teenager zuhause hat, weiß, dass Idealfiguren oft wie ein unnahbares, wenn auch erstrebenswertes, Ziel wirken. Doch mit den Heiligen der Katholischen Kirche verhält es sich eigentlich genau anders herum.

Es gibt vermutlich nichts, was man in den Biographien der Heiligen nicht findet.

Nur um einige Beispiele zu nennen: Joan D’Arc zog in den Krieg. Franz von Assisi entsagte dem Reichtum seiner Herkunftsfamilie. Miriam von Abellin widersetzten sich einer Zwangsheirat. John Henry Newman übte während seiner anglikanischen Zeit scharfe Kritik an manchen Traditionen der Katholischen Kirche. Thérèse von Lisieux traten bereits mit 14 in den Karmel ein.

Dass Familienalltag nicht perfekt, sondern oft chaotisch und herausfordernd ist, sieht man auch bei den Heiligen.

Heilige, die lebensnahe sind

Die Heiligen – lebensnaher als wir oft denken
(c)iStock

Erst kürzlich wurde die Schweizerin Margeruite Bays heiliggesprochen. Wenn man ihren Familienhintergrund ansieht, kann man nicht mehr behaupten, dass Heilige nicht lebensnah wären: Margeruite wuchs in einer armen Bauernfamilie auf und wohnte bis zu ihrem Tod im 63. Lebensjahr in ihrem Elternhaus.

Die Ehe ihrer Schwester war gescheitert. Ihr jüngerer Bruder saß im Gefängnis. Ihr unehelicher Neffe war Margeruite zur Erziehung anvertraut worden. Sie selbst wurde von ihrer Schwägerin  jahrelang schikaniert.

Margeruite ist nur eine von vielen Heiligen, die uns zeigt, dass ein heiliges Leben inmitten von schwierigen Umständen möglich ist.

Den Heiligen sind die Herausforderungen des Alltags bekannt

Alle heiligen Männer und Frauen hatten auf Erden die verschiedensten Berufe und Berufungen. Manche von ihnen waren verheiratet, manche waren Gottgeweihte. Diese Heiligen haben die verschiedensten Lebenshintergründe. Manche widmeten sich Todkranken, andere litten selbst an schweren Krankheiten. Diese Heiligen wissen was echtes Familienleben ist.

Die bereits erwähnte Margeruite Bays weiß, was Familienzusammenhalt inmitten von Chaos heißt.

Die heilige Monika hat 40 Jahre für ihren Sohn Augustinus gebetet, sie weiß,  was Ausdauer im Umgang mit den Kindern bedeutet. Zélie und Louis Martin wissen, was es abverlangt eine heilige Ehe zu führen. Und das sind nur Beispiele von den Heiligen, die uns namentlich bekannt sind.

In den Heiligen finden wir Freunde

Egal, in welcher Situation Sie sich gerade befinden, Sie können sich sicher sein, dass es unter den Heiligen jemanden gibt, der zumindest Ähnliches schon selbst erfahren hat. Wenn die Herausforderungen im Familien- und Eheleben auch noch so groß sind, im Himmel ist jemand, der Sie versteht und zu dem Sie wie zu einem Freund kommen und um sein Gebet bitten dürfen.


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EIN ARTIKEL VON
  • Magdalena Preineder

    Gott, mein Ehemann und das Schreiben sind die drei großen Lieben meines Lebens. Wenn ich nicht gerade etwas für mein Theologiestudium erarbeite, findet man mich an der Gitarre, auf Pferderücken oder irgendwo zwischen Nonstop-Lachen und Deep-Talks führen mit Freunden. Seit kurzem blogge ich zudem auf meiner eigenen Website www.herzvoll.com.


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