3. November 2015

Zahnen und erste Zähne


Wie (oft) müssen Babys Zähne geputzt werden? Was kann man tun, wenn das Baby beim Zahnen Schmerzen hat? Und wann sollte man das erste Mal zum Zahnarzt?

Die richtige Zahnpflege ist wichtig, und zwar schon bei den Kleinsten von Anfang an. Sobald die ersten kleinen Milchzähnchen durchgebrochen sind, wollen sie auch gepflegt werden.

Das Zahnen und die Pflege ab dem 1. Zahn

Dass Zähne im Anmarsch sind, macht sich nicht bei allen Kindern auf die gleiche Art bemerkbar. Einige Babys und Eltern bemerken kaum etwas, bis plötzlich der erste kleine Zahn sichtbar ist, für andere Babys wiederum bedeutet das Zahnen eine richtige Qual.

Unter anderem können folgende Anzeichen einen Zahn ankündigen:

  • Das Baby ist sehr unruhig, weint oft und schläft kaum.
  • Das Baby speichelt viel mehr als sonst und steckt sich oft die eigene Faust in den Mund, um darauf herumzukauen.
  • Das Baby hat rote Bäckchen bzw. es sind leichte Rötungen und Schwellungen des Zahnfleisches erkennbar.

Einige Babys werden während des Zahnens richtiggehend krank, leiden unter Fieber, Bauchschmerzen, Durchfall oder sogar Mittelohrentzündungen. Diese Symptome werden jedoch nicht durch das Zahnen selbst ausgelöst. Sie rühren daher, dass das Immunsystem von Babys durch das Zahnen etwas geschwächt wird. Die ohnehin erhöhte Infektanfälligkeit der Kleinen erhöht sich dadurch noch mehr und sie stecken sich leichter mit Infekten an.

Diese und ähnliche Beschwerden können in den ersten beiden Lebensjahren bzw. so lange die Zahnentwicklung nicht abgeschlossen ist, immer wieder auftreten. Wichtig ist aber: Nicht alle Symptome, die ein Kind in diesem Alter hat, dürfen automatisch auf das Zahnen geschoben werden. Haben Sie das Gefühl, Ihrem Kind geht es nicht gut oder zeigt es ungewohntes Verhalten, sollte auf jeden Fall der Kinderarzt um Rat gefragt werden.

Dem Baby das Zahnen erleichtern

Wenn Ihrem Baby die durchbrechenden Zähne Probleme bereiten, können Sie Folgendes versuchen:

  • Geben Sie dem Baby eine harte Brotrinde oder Karotte – dabei niemals unbeaufsichtigt lassen! – oder einen Beißring zum Kauen. Das Kauen auf harten Gegenständen lindert das Druckgefühl im Kiefer und ist für das Baby meist sehr angenehm.
  • Kühlbare Beißringe bringen einen zusätzlich lindernden Effekt. Wichtig: Niemals im Gefrierfach, sondern nur im Kühlschrank kühlen!
  • Auch das Nuckeln an der Flasche kann beruhigend sein. Aber: Die Flasche nur mit Wasser oder ungesüßtem Tee füllen!
  • Bei schmerzstillenden Salben oder Gelen aus der Apotheke ist Vorsicht geboten: Viele enthalten einen hohen Prozentsatz an Zucker, der für den eben erst durchbrechenden Zahn schädlich ist. Auch Zuckerersatzstoffe sind oft enthalten, jedoch nicht zu empfehlen, weil sie das Kind an den süßen Geschmack gewöhnen.
  • Bei starken Schmerzen, Fieber oder anderen Krankheitssymptomen können unter Umständen schmerzstillende Medikamente helfen – jede Art von Medikamentengabe muss aber im Vorfeld mit dem Kinderarzt abgesprochen werden!

Pflege ab dem ersten Zahn

Auch die kleinsten Milchzähnchen müssen gepflegt werden, um Karies erst gar keine Chance zu geben. Schon von Beginn an sollten die Zähne zweimal täglich gereinigt werden. Bei Babys reicht oft zunächst ein Wattestäbchen oder ein spezieller Fingerling dafür aus.

Sobald die Zähnchen immer mehr werden – spätestens jedoch mit einem Jahr – sollten weiche Zahnbürsten verwendet werden. Zahnbürsten sollten von der Größe her immer dem Alter des Kindes entsprechen. Für kleinere Kinder gibt es zudem auch Zahnbürsten mit Noppen statt Borsten – diese können die Kinder benutzen, um darauf herumzukauen. Das reinigt die kleinen Zähne und hat zudem einen ähnlichen Effekt wie ein Beißring.

Die Kleinsten brauchen nicht unbedingt Zahnpasta, Wasser und Zahnbürste sind ausreichend. Mit Zahnpasta sollte man warten, bis das Kind sie verlässlich ausspucken kann.

Lernen Sie Ihrem Kind von Anfang an, dass tägliches Zähneputzen einfach dazugehört. Lassen Sie es schon früh die Zähne selbst putzen bzw. auf Babyzahnbürsten herumkauen und putzen Sie anschließend nach. Je normaler das Zähneputzen schon für Kinder ist, umso selbstverständlicher werden sie auch später die Zähne gründlich pflegen.

Der erste Zahnarztbesuch

Auch hier gilt: Je früher der Zahnarztbesuch einfach dazu gehört, umso unproblematischer verläuft er. So wie Ihr Kind von Anfang an den Kinderarzt gewöhnt ist, sollte es auch mit etwa drei oder vier Jahren den Zahnarzt kennenlernen.

Wichtig ist, dass Kinder bereits dann das erste Mal zum Zahnarzt gehen, wenn sie keine Probleme haben. Wenn schon beim ersten Besuch eine schmerzhafte Behandlung droht, werden die nächsten Termine nicht einfacher.

Für kleine Kinder nehmen sich Zahnärzte meist besonders viel Zeit. Zuerst wird die Mama oder der große Bruder untersucht, die Geräte werden erklärt, der Stuhl fährt rauf und runter – das kann ganz schön spannend sein! Erst dann darf das Kind selbst auf den Stuhl und lässt den Arzt in den Mund schauen.

Wichtig ist auch, Kindern niemals mit dem Zahnarzt zu drohen – so entsteht automatisch ein negatives Bild und Angst.

Mehr zum Thema: Wenn Kinder Angst vorm Zahnarzt haben



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  • Netdoktor

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