27. Februar 2015

Wenn das Baby krank wird


Ist das Baby mal krank, dann geht’s erst richtig los. Es war nur eine Frage der Zeit, bis die Grippewelle auch vor unserer Kleinen nicht mehr halt macht.

Ist das Baby mal krank, dann geht’s erst richtig los

Es war nur eine Frage der Zeit. Irgendwann würden die jährliche Grippewelle und diverse Virenschleudern (Restaurantstühle abschlecken, Kinderwagenräder abschlecken, Hausschuhsohlen abschlecken…ja, ernsthaft) auch vor unserer kleinen Tochter nicht mehr Halt machen. Und dann war es plötzlich soweit.

Unsere Kinderärztin hatte von bis zu zehn oder zwölf Infekten innerhalb des ersten Lebensjahres gesprochen. Das Immunsystem müsse schließlich bei einem neuen Menschen nach seiner Geburt erst „aufgebaut“ werden. Learning by doing sozusagen. Im ersten Lebensjahr, da musste es ja schön langsam mal losgehen. Die ersten Monate hatten wir relativ schadenfrei überstanden („Nestschutz“, wie es so schön heißt!), aber jetzt hatte es das kleine Fräulein erwischt.

Die volle Ladung an Symptomen

Es ging also langsam (naja, eher flott) mit den typischen Leidensfaktoren los: Husten, Schnupfen, Abgeschlagenheit, Fieber. Das war aber erstens vor über drei (langen) Wochen, zweitens hatte es in der Zwischenzeit gut zwei Drittel unserer kleinen Familie erwischt (also auch mich) und drittens äußert sich so ein grippaler Infekt (oder was auch immer es war und ist) bei einem Baby doch etwas anders als bei einem Erwachsenen.

Baby krank = Fulltime-Job

Ein Baby ist eigentlich auch in gesundem Zustand – wie ich bereits erfahren durfte – ein relativ gut ausfüllender 24/7 Job (sehe ich das richtig?), aber wenn das Baby krank ist, dann ist das noch einmal etwas ganz anderes: Fiebrig, krächzend, spuckend, weder in der Lage zu sprechen noch zu schnäuzen mutiert es da ganz schnell zu einem Häufchen Elend. Und auch wenn der Grad zwischen „dem Ende nahe sein“ und „munter auf der Spieldecke herumturnen“ in diesem Alter äußerst schmal zu sein scheint, so bewahrheitet sich eine Sache mit Sicherheit: Wenn das Baby krank ist, dann ist es noch um ein Vielfaches anhänglicher und kuscheliger als sonst. Man stelle sich das wie folgt vor: Schläfchen im Bett werden zu Schläfchen auf Mama, Essen im Hochstuhl wird zu trinken auf Mama, etc. Es sollte also nicht verwundern, wenn der Virenhagel zu diesem Zeitpunkt auch bereits auf Mama/Papa niedergegangen ist und erfolgreich zugeschlagen hat…

Letzter Stopp: Notaufnahme

Long story short: Wenn Nasentropfen, Wadenwickel, Zäpfchen & Co. versagt haben, das Fieber schwindelerregende Höhen erreicht hat und die Flüssigkeitszufuhr unter den Nullpunkt gesunken ist (zuzüglich diverser Arten des Flüssigkeitsverlustes, aka „das Kind kotzt“), ja spätestens dann treibt es „Erstmalseltern“ ins Krankenhaus. Natürlich mitten in der Nacht, natürlich gemeinsam mit unzähligen anderen „Erstmalseltern“ (aber eben nicht nur) und – wahrscheinlich – eher umsonst. Fiebermessende, zäpfchenverabreichende, harnproben- und blutbildnehmende, aber sehr beruhigte vier Stunden später sitzt man wieder zuhause und fällt verdient erschöpft ins Bett, wissend, dass so ein Infekt eben äußerst hartnäckig sein und noch länger andauern kann. Na gut zu wissen, lasset die Spiele…weitergehen.

Das Gute kommt zum Schluss

Weil einem ja bekanntlich nie mehr auferlegt wird, als man tragen kann, darf man auch inmitten einer solchen doch recht kräfte-(nerven-)zehrenden Virenschlacht auf etwas Positives hoffen: So ein kuscheliges Baby, das einem kurz bevor es einschläft noch einen letzten erschöpften Blick voller Dankbarkeit und Zuneigung zuwirft, einfach weil es bei Mama bleiben darf, das hat schon was.

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EIN ARTIKEL VON
  • Katharina Weinlich

    Ich komme aus Südtirol, studierte Geschichte in Rom und bin vor 5 Jahren in Wien sesshaft geworden. Seit Mai 2014 bin ich Vollzeitmami. Meine Begeisterung gilt meinem Mann, unserer Tochter, dem Sommer & Sonnenschein, Pizza, den USA (Ort all meiner Reiseträume) und dem lieben Gott.


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