16. November 2015

Was tun, wenn Kinder Schnupfen haben?

Wenn Kinder Schnupfen haben - meinefamilie.at

Es erwischt sie häufig, doch was kann man tun, wenn Kinder Schnupfen haben? Wichtige Tipps vom Ausruhen übers Luft-Befeuchten bis zum Teetrinken.

Kaum sinken die Temperaturen, rinnt auch schon die Nase. Erwachsene haben durchschnittlich bis zu dreimal im Jahr mit einer Erkältung zu kämpfen, Kinder erwischt es sogar mehr als doppelt so häufig.

Dass wir in den Herbst- und Wintermonaten besonders anfällig für Erkältungskrankheiten sind, scheint daran zu liegen, dass bestimmte Abwehrmechanismen bei Kälte weniger effektiv arbeiten. Zudem halten wir uns vermehrt in geschlossenen, schlecht belüfteten Räumen auf – was es den Viren besonders leicht macht, sich von Mensch zu Mensch auszubreiten.

Die Übertragung erfolgt meist über eine so genannte Tröpfcheninfektion – jemand in unserer Umgebung niest oder hustet und wir atmen die Viren ein. Auch über Gegenstände, wie z.B. Haltegriffe in öffentlichen Verkehrmitteln oder das Telefon des verkühlten Kollegen, ist eine Ansteckung möglich, denn die Erkältungsviren können auf der Hautoberfläche mehrere Stunden überleben. Die Viren suchen sich dann über die Nasen- bzw. die Rachenschleimhaut einen Weg, um eine Infektion auszulösen.

Zwar sind Erkältungen (auch grippaler Infekt genannt) und Schnupfen an sich harmlos und klingen in der Regel nach ungefähr einer Woche von selbst ab, auf die leichte Schulter nehmen sollten wir sie trotzdem nicht nehmen. Denn wer sich nicht ausreichend schont, riskiert schwerwiegendere Folgeerkrankungen.

Was tun bei Schnupfen und Erkältung?

Die oberste Regel bei einem grippalen Infekt lautet: ausruhen, ausruhen, ausruhen. Solange man sich nicht richtig fit fühlt, sollte man körperliche Anstrengung – auch Sport! – vermeiden und sich in Ruhe auskurieren. Das gilt für Kinder gleichermaßen wie für Erwachsene. Dazu kommt, ebenso wichtig, ausreichend zu trinken, z.B. warmen, wohltuenden Tee.

Bei Fieber muss in jedem Fall das Bett gehütet werden. Ansonsten kann ein kurzer, gemütlicher Spaziergang an der frischen Luft zum Wohlbefinden beitragen und den Kreislauf wieder in Schwung bringen.

Generell heilen Schnupfen und Erkältung nach etwa einer Woche von selbst ab, eine Therapie, die die Viren selbst bekämpft, gibt es nicht. Zur Linderung der Beschwerden können dennoch verschiedene Maßnahmen helfen. Dazu zählen unter anderem Inhalationen (mit warmem Wasser oder mit Kochsalzlösung) sowie Nasensprays oder –spülungen gegen eine verstopfte Nase, Gurgeln mit Kochsalzlösung gegen Halsschmerzen, Brustumschläge gegen Husten oder Wadenwickel.

Eine medikamentöse Behandlung ist normalerweise nicht nötig. Im Gegenteil: leichtes Fieber hilft dem Körper dabei, Krankheitserreger zu bekämpfen und sollte nicht sofort gesenkt werden. Schwitzkuren unter der dicken Bettdecke können helfen, bald wieder fit zu werden. Bei höheren Temperaturen oder bei starken Kopf- und Gliederscherzen kann jedoch zu fiebersenkenden bzw. schmerzstillenden Mitteln gegriffen werden.

Für Kinder gilt: Eine medikamentöse Behandlung darf niemals ohne Absprache mit dem Kinderarzt verabreicht werden!

Ähnliches gilt für Hausmittel bzw. für komplementärmedizinische Maßnahmen. Sie sind gerade bei Schnupfen und Erkältungskrankheiten beliebt, obwohl deren Wirksamkeit oft wissenschaftlich nicht belegt ist. Solange sie nicht schaden, ist dagegen nichts einzuwenden. Zu beachten ist allerdings, dass gerade bei pflanzlichen Heilmitteln unerwünschte Nebenwirkungen, wie allergische Reaktionen, nicht ausgeschlossen werden können. Insbesondere bei Kindern ist daher Vorsicht geboten.

Gefahren der verschleppten Grippe

Wer sich nicht an diese Empfehlungen hält und sich trotz Erkältung nicht ausruht oder gar körperlich anstrengt, riskiert Folgeerkrankungen. Aus dem Schnupfen kann eine Nebenhöhlenentzündung, aus dem Husten eine Bronchitis oder sogar eine Lungenentzündung werden. Noch gefährlicher wird es, wenn zur Virusinfektion eine Infektion mit Bakterien hinzukommt, man spricht dann von bakterieller Superinfektion. Sie kann im Zuge einer Erkältung leichter entstehen, da die Abwehrkräfte der Schleimhäute von den Viren bereits geschwächt sind.

Bleiben Infektionen längere Zeit unerkannt und unbehandelt, drohen im schlimmsten Fall sogar eine Herzmuskelentzündung oder eine Hirnhautentzündung. Dies kommt zwar zum Glück selten vor, kann aber lebensbedrohlich werden.

Haben sich die typischen Symptome einer Erkältung – Husten, Schnupfen, Kopfschmerzen, erhöhte Temperatur – also nach sieben Tagen nicht gebessert oder kommen sogar neue Beschwerden hinzu, muss unbedingt der Arzt aufgesucht werden.

Was ist der Unterschied zwischen einer Erkältung und einer echten Grippe?

Wie oft haben wir wohl schon den Satz „Ich habe die Grippe“ gesagt bzw. gehört? Zum Glück ist er in den allermeisten Fällen falsch und eigentlich ist der grippale Infekt bzw. die Erkältung gemeint. Zwischen dem grippalen Infekt und der „echten“ Grippe (Influenza) bestehen erhebliche Unterschiede: Verschiedene Viren stecken dahinter und auch die Beschwerden unterscheiden sich. Die Grippe bricht plötzlich aus, man fühlt sich sehr schnell sehr krank und leidet an hohem Fieber und starkem Husten. Fast immer treten starke Gliederschmerzen und Schüttelfrost auf. Die Erkältung hingegen bahnt sich langsam an: Man fühlt sich schlapp und müde, die Nase beginnt zu laufen, der Hals schmerzt. Erst nach einiger Zeit kommt unter Umständen leichtes Fieber hinzu. Bei einem grippalen Infekt sind nur die oberen Atemwege betroffen, die echte Grippe betrifft die gesamten Atemwege.

Vor allem für ältere Menschen, chronisch Kranke und kleine Kinder kann die echte Grippe bedrohlich sein. Für diese und andere Personengruppen wird daher die Impfung gegen Influenza empfohlen.

Was kann ich tun, damit es mich gar nicht erst erwischt?

Den Viren aus dem Weg zu gehen, ist so gut wie unmöglich. Wichtig ist daher, auf ein starkes Immunsystem zu achten, damit uns die Viren auch bei Kontakt nichts anhaben können. Eine gesunde Ernährung, ausreichend Bewegung, Vermeidung von Stress und vermehrte Händehygiene sind das Um und Auf, auch regelmäßige Saunabesuche sind empfehlenswert. Plus: Achten Sie darauf, dass die Schleimhäute trotz Kälte und Heizungsluft nicht zu sehr austrocknen – denn Viren lieben trockene Schleimhäute. Ausreichend trinken, regelmäßig frische Luft hereinlassen und einen Luftbefeuchter aufstellen helfen dabei, den Viren keine Chance zu geben.

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  • Netdoktor

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