10. August 2015

Schwangerschaft im Sommer


Eine Schwangerschaft ist eine besondere Zeit. Wenn die Temperaturen jedoch auf über 30°C steigen, kann das eine ziemliche Belastung für den Körper bedeuten

Eine Schwangerschaft ist eine ganz besondere Zeit, sie zählt zu den schönsten Erfahrungen im Leben einer Frau. Wenn die Temperaturen jedoch auf 30 Grad Celsius oder mehr steigen, kann das eine ziemliche Belastung für den Körper der werdenden Mama bedeuten.

Physiologische Veränderungen

Während der Schwangerschaft arbeitet der gesamte Organismus der Frau auf Hochtouren, um eine optimale Versorgung von Mutter und Kind zu gewährleisten. Es finden zahlreiche physiologische Veränderungen statt, die es dem Baby ermöglichen, gesund in Mamas Bauch heranzuwachsen.

Je nach persönlicher Veranlagung bemerken einige Frauen diese Umstellungen – abgesehen vom wachsenden Babybauch – kaum und fühlen sich in der Schwangerschaft einfach nur rundum wohl. Andere wiederum haben mit den physiologischen Veränderungen mehr oder weniger stark zu kämpfen. Zu den häufigsten Unannehmlichkeiten einer Schwangerschaft zählen z.B. Müdigkeit und Abgeschlagenheit, Rückenschmerzen, geschwollene Beine, vermehrtes Schwitzen oder Schlaflosigkeit.

Wenn es nun draußen so heiß und schwül ist wie momentan, bedeutet das eine zusätzliche Belastung für den Körper. Viele der schwangerschaftstypischen Beschwerden können sich verstärken und dazu führen, dass das Wohlbefinden der werdenden Mama beeinträchtigt wird.

Kreislauf

Schon früh in der Schwangerschaft kommt es zu Veränderungen im Herz- Kreislauf-System. Das Herz schlägt schneller, der Puls wird stärker, die Gefäße erweitern sich und die Durchblutung nimmt zu. Das Blutvolumen der Frau steigt bis zum letzten Schwangerschaftsmonat kontinuierlich an. Diese vermehrte Durchblutung ist oft an Händen und Füßen in Form eines Wärmegefühles spürbar.

Die Veränderungen im Kreislaufsystem sind es jedoch auch, die – zusammen mit einigen anderen Faktoren – vielen Schwangeren zu schaffen machen. Und das umso mehr im Sommer.

Denn bei steigenden Temperaturen erweitern sich die Blutgefäße noch weiter – bei Schwangeren ebenso wie bei Nicht-Schwangeren. Ein Abfall des Blutdruckes mit Schwindel und Kollapsneigung kann die Folge sein. Das Um und Auf bei Hitze ist daher ausreichend zu trinken, und zwar am besten zwei bis drei Liter Wasser pro Tag. Als Alternative bieten sich kühler, ungezuckerter Tee oder verdünnte Fruchtsäfte (im Verhältnis 2:1) an.

Wassereinlagerungen

Im Zusammenspiel mit verschiedenen Hormonwirkungen kann die verstärkte Durchblutung von Armen und Beinen auch dazu führen, dass sich vermehrt Wasser im Gewebe einlagert, man spricht dann von Ödemen. Schwangere bemerken dies daran, dass die Ringe an den Fingern nicht mehr passen, die Schuhe plötzlich zu klein sind und die Beine insgesamt geschwollen sind.

Dieses „Problem“ ist zwar bis zu einem gewissen Grad ganz normal, kann aber dennoch sehr unangenehm sein. Ist es zudem sehr heiß, können die Wassereinlagerungen noch weiter zunehmen.

An besonders heißen Tagen sollten Sie vermeiden, längere Zeit zu stehen. Setzen Sie sich zwischendurch immer wieder hin und lagern Sie Ihre Beine hoch; noch besser wäre es, sich ab und zu kurz hinzulegen, wenn dies möglich ist.

Auch Bewegung kann die Schwellungen vermindern, gehen Sie regelmäßig spazieren oder schwimmen. Eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Flüssigkeit sind ebenfalls wichtig, um den Wasser- und Elektrolythaushalt aufrecht zu erhalten.

Sind die Ödeme stark ausgeprägt, empfiehlt es sich, Stützstrümpfe zu tragen – und zwar schon gleich nach dem Aufstehen in der Früh.

Schwitzen

Auch Hitzewallungen und Schweißausbrüche sind für viele Schwangere keine Unbekannten. Schuld sind die Hormone, die verstärkte Durchblutung und der erhöhte Energieaufwand des Körpers. Kreislauf und Stoffwechsel arbeiten auf Hochtouren, wodurch Wärme entsteht – die in Form von Schweiß wieder abgegeben werden muss.

Natürlich wird auch dieses teilweise sehr lästige Übel bei hochsommerlichen Temperaturen nicht besser. Wichtig ist, lockere, luftdurchlässige Kleidung zu tragen und dabei möglichst auf Kunstfasern zu verzichten. Baumwolle und Leinen sind bei Hitze ideal.

Verzichten Sie auf stark gewürzte Speisen und Kaffee sowie auf parfümierte Körperpflegeprodukte. Das geliebte Vollbad sollten Sie bei großer Hitze gegen die lauwarme (nicht kalte!) Dusche tauschen. Selbstverständlich müssen Sie, wenn Sie mehr schwitzen, auch dementsprechend mehr Flüssigkeit trinken. Lüften Sie abends und morgens Ihre Wohnräume gut durch, tagsüber sollten Sie sie hingegen verdunkeln und die Fenster geschlossen halten.

Sich Ruhe gönnen während der Schwangerschaft

In der Schwangerschaft ist erlaubt und wichtig, was sonst im Alltag nicht immer möglich ist: sich immer wieder kleine Ruhepausen zu gönnen. Planen sie diese fest in ihren Tagesablauf ein. Kreislaufprobleme, geschwollene Beine aber auch Rückenschmerzen und Müdigkeit werden dadurch vermindert und ihr allgemeines Wohlbefinden gesteigert. So können Sie diese ganz besondere Zeit in vollen Zügen genießen.

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EIN ARTIKEL VON
  • Netdoktor

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