19. Oktober 2015

Kopfläuse: Was tun?


Was sind Kopfläuse eigentlich? Wie erkenne ich sie? Und wie kann ich sie behandeln? Fragen und Antworten zu einem Thema, das Familien oft beschäftigt.

Die wichtigsten Fragen & Antworten zu Kopfläusen

Alle Eltern fürchten sich davor: dem Tag, an dem das Kind mit Kopfläusen aus dem Kindergarten oder der Schule nach Hause kommt. Dabei sind die winzigen Tierchen eigentlich harmlos, außer einem unangenehmen Hautjucken tun sie uns nichts.

Dennoch wollen wir sie natürlich so schnell wie möglich wieder loswerden. Und zum Glück lassen sie sich auch relativ einfach bekämpfen, in erster Linie sind dafür Geduld und Gelassenheit nötig.

Was sind Kopfläuse eigentlich genau?

Kopfläuse sind winzige, flügellose Insekten und etwa zwei bis drei Millimeter groß. Ihr natürlicher Lebensraum ist, wie der Name schon sagt, die Kopfhaut des Menschen. Zum Überleben brauchen die kleinen Parasiten unser Blut, das sie uns über einen winzigen Stech- und Saugrüssel abzapfen. Ohne diese Mahlzeiten überleben sie maximal zwei Tage.

Im Unterschied zu vielen anderen Parasiten bleiben Kopfläuse immer an unserer Körperoberfläche, man wird sie niemals in unserem Körper finden. Auch Krankheiten können sie nicht übertragen. Das macht sie zwar harmlos – aber dennoch unglaublich lästig.

Wie werden Kopfläuse übertragen?

Kopfläuse können weder fliegen noch springen, allerdings sind sie sehr flotte Krabbler. Wenn Kinder beim Spielen ihre Köpfe zusammenstecken, miteinander kuscheln oder sich etwas ins Ohr flüstern, wandern die Läuse einfach von einem Kopf zum anderen – und schon hat es das nächste Kind erwischt.

Auch wer seine Haube, seine Bürste oder sein Handtuch mit anderen teilt, kann sich die Parasiten einfangen. Allerdings gilt das nur für einen kurzen Zeitraum: Kopfläuse überleben nur dort, wo sie regelmäßig Blut saugen können, und das ist die Kopfhaut. An unbelebten Dingen sterben sie nach maximal 48 Stunden ab.

Wie erkenne ich Kopfläuse?

Ein Merkmal ist ihr bevorzugter Aufenthaltsort: hinter den Ohren sowie in der Schläfen- und der Nackengegend sind die Lieblingsplätze der Kopfläuse, weil es dort besonders warm ist. Macht man sich mit der Lupe auf die Suche, können sie selbst oder deren Eier (Nissen) erkannt werden. Die Nissen sind im Unterschied zu Schuppen eher oval, transparent, kleben nahe der Kopfhaut an den Haaren fest und lassen sich nicht abschütteln. Auch ein spezieller Lauskamm – also ein Kamm, mit besonders eng beieinander stehenden Zinken, der in jeder Apotheke erhältlich ist – kann bei der Suche behilflich sein.

Die Stiche der Kopflaus können zudem kleine, quaddelartige Knötchen hervorrufen, die zu starkem Juckreiz und zu blutenden Wunden führen, die durch das Kratzen entstehen.

Wie werde ich Kopfläuse wieder los?

Von selbst verschwinden die Tierchen leider nicht. Bei der Behandlung ist vor allem Geduld gefragt.

In einem ersten Schritt müssen die Insekten abgetötet werden. Dafür stehen verschiedene Substanzen als Shampoo, Gel oder Spray zur Verfügung. Welches am besten geeignet ist, hängt unter anderem vom Alter des Kindes ab, der Kinderarzt berät dazu individuell. Die Anwendung muss genau nach der jeweiligen Anleitung erfolgen.

Danach kommt der mühsamere Teil der Behandlung: Die nassen Haare müssen sorgfältig mit einem Lauskamm ausgekämmt werden, damit keinesfalls Nissen oder lebende Tierchen zurückbleiben. Vor allem kleine Kinder sind über diese Prozedur meist nicht erfreut, sie ist aber sehr wichtig.

Bereits nach dieser ersten Behandlung sollte man eigentlich wieder lausfrei sein. Das Entlausungsmittel ist jedoch nur gegen die lebendigen Tierchen wirksam, es besteht daher die Gefahr, dass einzelne Nissen zurückgeblieben sind und nach einigen Tagen schlüpfen können. Daher wird folgendes Vorgehen empfohlen:

  • an Tag 5 nach der ersten Behandlung die nassen Haare nach normaler Haarwäsche erneut sorgfältig mit dem Lauskamm auskämmen
  • an Tag 9 eine erneute Anwendung des Entlausungsmittels mit anschließendem Auskämmen
  • an Tag 13 noch einmal nasses Auskämmen, um den Behandlungserfolg ein letztes Mal zu kontrollieren

Wer muss mitbehandelt werden?

Wenn ein Kind in der Familie betroffen ist, muss nicht automatisch das ganze Umfeld mitbehandelt werden. Es müssen aber alle kontrolliert werden – nur wer wirklich Kopfläuse hat, braucht dann auch eine Behandlung.

Auch ist es nicht nötig, die ganze Wohnung speziell zu putzen. Nur innerhalb eines kurzen Zeitraums ist eine Übertragung über Gegenstände möglich. Bürsten, Kopfpölster, Handtücher oder Kuscheltiere, mit denen der Betroffene vor Kurzem in Kontakt war, sollten also gewaschen und in den ersten Tagen nicht geteilt werden, ansonsten sind keine Maßnahmen nötig.

Wichtig ist, in der Schule oder im Kindergarten Bescheid zu geben, wenn das Kind Kopfläuse hat. So lange die Läuse nicht sicher entfernt sind, sollte das Kind zu Hause bleiben, um andere nicht anzustecken.

Den Kopfläusen ist Hygiene egal

Immer wieder werden Kopfläuse mit mangelnder Hygiene assoziiert. Das ist jedoch Unsinn: Der Kopflaus ist es völlig egal, wie oft die Haare gewaschen werden, von herkömmlichen Shampoos lassen sie sich nicht beeindrucken. Es gibt also keinen Grund sich zu schämen, wenn man an seinen Kindern oder sich selbst die kleinen Blutsauger bemerkt hat. Vor Kopfläusen ist niemand gefeit.

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  • Netdoktor

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