17. August 2015

So schützen wir die ganze Familie vor Gelsen


Gelsen: Warum werden manche von uns dauernd gestochen, während andere verschont bleiben? Und wie kann man sich vor den lästigen Stichen schützen?

Wir machen einen Ausflug zum See, wollen das herrliche Sommerwetter im Garten genießen oder die lauen Sommerabende gemütlich im Freien verbringen – und schon sind sie da: die Gelsen. Die kleinen Quälgeister haben uns schon so manch Sommertage und vor allem -nächte vermiest.

Aber woher kommen sie eigentlich? Warum werden manche von uns dauernd gestochen, während andere verschont bleiben? Und wie kann man sich vor den lästigen Stichen schützen?

Nicht einnisten lassen

Geschützte Stellen wie Keller oder Schuppen sind Beispiele für Orte, an denen Gelsen den Winter überstehen und sich Brutplätze einrichten. Stehende Gewässer bieten die besten Voraussetzungen zur Fortpflanzung – das können Seen und Teiche, aber auch Regentonnen, Pfützen oder kleine Wasserlacken in Blumentöpfen sein. Achten Sie daher darauf, zu Hause keine Brutplätze für die kleinen Blutsauger zu schaffen, indem Sie z.B. Regentonnen regelmäßig entleeren oder darauf Acht geben, dass sich beim Blumengießen keine Wasserlachen bilden.

Gelsen sind wetterfühlig

Die Aktivität der Gelsen ist abhängig von der Wetterlage: Ist es warm und windstill, sind sie am aktivsten. Regnet es oder ist es windig, fliegen sie nur kurze Distanzen und bleiben in Bodennähe. Bei starkem Wind oder Kälte fliegen sie gar nicht. Je nach Wetter müssen wir also mehr oder weniger auf die Stechattacken vorbereitet sein.

Des einen Freund, des anderen Feind

Man selbst ist übersät von juckenden Gelsenstichen, während der Sitznachbar im Garten gar nichts abbekommen hat – viele kennen dieses Ärgernis. Es gibt unterschiedliche Erklärungsversuche dafür, warum das so ist. Dass es am vermeintlich „süßen Blut“ oder der Ernährung liegt – wie oft behauptet wird – konnte nicht nachgewiesen werden. Einer aktuellen Studie zufolge beeinflussen unsere Gene, ob Gelsen gerne zustechen oder eher nicht. Welche Gene genau für verantwortlich sind, ist aber noch nicht bekannt und soll Gegenstand weiterer Forschung sein.

Fakt ist, dass Gelsen unter anderem unsere Körperwärme, unsere ausgeatmete Luft und unseren Schweißgeruch wahrnehmen. Sie entscheiden, ob wir geeignete Opfer sind und finden uns auch in der Dunkelheit – zum Beispiel, sobald wir das Licht im Schlafzimmer ausgemacht haben. Als hätten sie nur darauf gewartet, geht dann das lästige Surren los.

Dabei meinen sie es gar nicht böse: Das Blut, das sie uns abzapfen, brauchen sie, um sich fortpflanzen zu können. Uns zu stechen ist lebenswichtig für die Gelse. Dennoch wollen wir uns das nicht gefallen lassen.

Wie kann ich gegen die lästigen Dippel vorbeugen?

  • Um sich die Quälgeister im Kinder- und Schlafzimmer vom Leib zu halten, sind Insektenschutzgitter vor den Fenstern und Moskitonetze am Babybett die effektivste Methode. Moskitonetze können auch tagsüber am Kinderwagen befestigt werden.
  • Wenn Sie abends lüften, unbedingt das Licht abdrehen! Gelsen werden bei einsetzender Dämmerung erst so richtig aktiv und fühlen sich von Licht wie magisch angezogen.
  • Bei großer Hitze und sehr sonnigem Wetter sind Gelsen weniger aktiv als an lauen Sommertagen und –abenden. Bedenken Sie dies, wenn Sie einen Ausflug zum See oder einen Grillabend planen.
  • Gelsenstecker sind kritisch zu betrachten. Einige setzen Chemikalien frei, die zur Reizung der Atemwege führen können. Jene Geräte, die vorgeben, Gelsen durch Geräusche fernzuhalten, sind meist wirkungslos. Und UV-Lampen zur Gelsenabwehr locken die Insekten noch zusätzlich an.
  • Tragen Sie abends helles und locker sitzendes Gewand – durch eng anliegende Kleidung können Gelsen leichter durchstechen.
  • An frei bleibenden Körperstellen empfehlen sich bei großer Belastung Gelsensprays. Am wirksamsten hat sich der Inhaltsstoff Diethyltoluamid (DEET) erwiesen. Aber Achtung: Bei all den Anti-Gelsen-Produkten am Markt können Reizungen von Haut und Schleimhäuten auftreten, vor allem bei übermäßiger Anwendung. Und für Kinder unter 2 Jahren sind diese Produkte überhaupt nicht geeignet. Lassen Sie sich von einem Apotheker beraten!
  • Vorsicht bei ätherischen Ölen: Damit diese die Gelsen fernhalten, müßten sie sehr hoch konzentriert sein – und das kann Schleimhautreizungen oder eine allergische Reaktion hervorrufen. Sie verdünnt auf die Haut oder Kleidung aufzutragen ist zwar ein Hausmittel, funktioniert aber nur bedingt. Und: Für kleine Kinder können ätherische Öle besonders gefährlich sein und sollten überhaupt nicht angewandt werden!

Und wenn es passiert ist und man gestochen wurde? Dann sollte man – auch wenn es schwer fällt – so wenig wie möglich kratzen. Ablenkung ist in dem Fall die beste Medizin. Kühlende Gele und Auflagen mindern Juckreiz und Schwellung. Und wenn es ein Trost ist: Der nächste Herbst kommt bestimmt.

 



EIN ARTIKEL VON
  • Netdoktor

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