11. Mai 2015

FSME: Richtiger Schutz vor Zecken


Von Ausflügen im Freien bringen Kinder mitunter Zecken mit. Eine Impfung gegen FSME ist sinnvoll, ab dem ersten Lebensjahr kann geimpft werden.

Ist eine Impfung gegen FSME sinnvoll?

Wenn die Sonne mit den Kindern um die Wette strahlt, verbringen viele Familien so viel Zeit wie möglich im Freien. Oft ist es nur eine Frage der Zeit, bis die erste Zecke entdeckt wird.

Die Zecke ist ein weltweit verbreiteter Parasit und gehört zur Klasse der Spinnentiere. Sie ernährt sich vom Blut anderer Tiere und Menschen. Während der Blutverlust des Wirtes kaum der Rede wert ist, kann die Zecke einige Krankheiten übertragen. Die gefährlichste davon ist FSME – die Frühsommerliche Meningoenzephalitis.

Was ist FSME?

Durch den Biss einer infizierten Zecke gelangt das FSME-Virus in unser Blut. Die Inkubationszeit beträgt etwa eine bis drei Wochen.

Bei etwa drei Viertel der infizierten Menschen verläuft eine Erkrankung ohne relevante Beschwerden. Bei den übrigen kann es zu einem typischen zweiphasigen Verlauf kommen, in manchen Fällen wird allerdings auch eines der Stadien übersprungen.

In der ersten Phase kommt es zu Fieber, grippeartigen Beschwerden, Atemwegsbeschwerden, Bauchschmerzen oder Durchfall. Bei etwa zwei Drittel der Betroffenen endet die Erkrankung schließlich mit dem Rückgang des Fiebers.

Der Rest entwickelt jedoch neurologische Symptome. Diese treten meist nach einer fieberfreien Phase von rund einer Woche ein, selten wird diese auch ausgelassen. In der zweiten Phase kommt es schließlich zu einer Hirn- oder Hirnhautentzündung und/oder einer Entzündung des Hirn- und Rückenmarkgewebes.

Erkennen können Sie dies durch starke Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit, Verwirrtheit, Bewusstseinsstörungen, Gangstörungen, Krampfanfällen, Lähmungen und Atmungsstörungen. Ein Großteil der Betroffenen erholt sich zum Glück wieder vollständig, 10 bis 29 Prozent der Patienten leiden jedoch lange oder sogar dauerhaft unter Folgeschäden.

Ist eine Impfung gegen FSME sinnvoll?

Besonders in Österreich, wo die Zecke heimisch und FSME unter den kleinen Tierchen stark verbreitet ist, ist eine Schutzimpfung wichtig.

Der volle Schutz besteht nach drei Teilimpfungen. Nach dieser Grundimmunisierung besteht bei 99 Prozent ein vollständiger Schutz vor FSME. Danach sind regelmäßige Auffrischungsimpfungen wichtig, um den Schutz aufrecht zu erhalten.

Die erste Auffrischungsimpfung sollte nach drei Jahren erfolgen. Anschließend muss nur noch alle fünf Jahre aufgefrischt werden. Ab dem 60. Lebensjahr wird empfohlen, alle drei Jahre impfen zu gehen.

Wenn Sie nicht sicher sind, ob ein Impfschutz besteht, können Sie mittels Titer-Bestimmung Ihr Blut auf Antikörper testen lassen.

Mögliche Nebenwirkungen der FSME-Impfung

Ernste Impfkomplikationen sind extrem selten. Da der Impfstoff keine vermehrungsfähigen Viren enthält, kann auch keine FSME-Erkrankung entstehen. Der Körper kann auf die Impfung mit vorübergehender Rötung oder Schwellung an der Impfstelle reagieren. Selten kommen auch Kopfschmerzen, Fieber, Muskel- und Gelenkbeschwerden vor. Besonders bei Kleinkindern kann es zu fieberhaften Reaktionen kommen.

Wer sollte gegen FSME geimpft werden?

Geimpft werden können Kinder ab dem ersten Lebensjahr. In Einzelfällen kann bei sehr hohem Infektionsrisiko schon ab dem vollendeten sechsten Lebensmonat geimpft werden.

Nicht geimpft werden darf bei akuten, fieberhaften Erkrankungen. Auch Allergien gegen Inhaltsstoffe der Impfung und gegen Hühnereiweiß müssen dem Arzt vor einer Impfung unbedingt mitgeteilt werden.

Borreliose

Eine weitere durch Zecken übertragbare Krankheit ist die Borreliose. Je länger eine infizierte Zecke Blut saugt, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass der Wirt infiziert wird. Deshalb sollte eine Zecke immer möglichst rasch entfernt werden.

Beobachten Sie die Einstichstelle in den folgenden drei Wochen. Tritt eine ringförmige Rötung auf, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Weitere Symptome für eine Erkrankung an Borreliose können geschwollene Lymphknoten, Fieber und Gelenkschmerzen sein.

Die Behandlung ist hier mittels Antibiotikum sehr gut möglich, so dass es nur selten zu Folgeschäden kommt. Auch hier gilt: Je früher die Krankheit behandelt wird, desto besser.

Wichtig: Gegen Borreliose gibt es keine Impfung!

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  • Netdoktor

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