5. Mai 2015

Frühjahrsmüdigkeit: Was kann ich tun?


Viele leiden dieser Tage unter Frühjahrsmüdigkeit. Hinter der körperlichen Schlappheit kann sich Eisenmangel verbergen. Beuge durch richtige Ernährung vor.

Frühjahrsmüdigkeit – liegt es am Eisenmangel?

Die Sonne lacht vom Himmel, die Familie zieht es ins Freie, nur uns selbst sind die Glieder und die Augenlider schwer. Viele leiden dieser Tage unter Frühjahrsmüdigkeit. Hinter der körperlichen Schlappheit kann sich aber auch ein Eisenmangel verbergen. Betroffen sind vor allem Frauen.

Was ist Frühjahrsmüdigkeit?

Endlich ist der Winter vorbei und das Wetter lädt eigentlich dazu ein, mit der ganzen Familie Bewegung im Freien zu machen. Doch vielen von uns fehlt es besonders im Frühjahr an Kraft und Energie. Nach den kalten, dunklen Monaten mangelt es manchmal an Fitness; dazu kommt die Zeitumstellung, die den Rhythmus durcheinanderbringt – wir bekommen nachts weniger Schlaf, was sich dann durch Tagesschläfrigkeit bemerkbar macht und unsere gesamte Leistungsfähigkeit beeinträchtigt. Für die Frühjahrsmüdigkeit spielt in erster Linie dieses Schlafdefizit eine Rolle. Im Normalfall dauert es etwa zwei Wochen, bis wir uns auf den neuen Zeitrhythmus eingestellt haben.

Ein bisschen Müdigkeit im Frühling ist kein Grund, sich gleich Sorgen um die Gesundheit zu machen. In manchen Fällen steckt dahinter aber auch ein Eisenmangel – gemeinsam mit der Zeitumstellung kommt es zu Schlappheit und verstärkter Müdigkeit.

Eisenmangel macht müde

Eisen ist wichtig für die Blutbildung und den Sauerstofftransport im Blut. Nur wenn genug Eisen zur Verfügung steht, kann der rote Blutfarbstoff – das Hämoglobin – Sauerstoff von der Lunge in die Organe transportieren. Bei stark ausgeprägtem Eisenmangel kann nicht mehr genug Hämoglobin im Körper gebildet werden und es kommt zu Blutarmut, der so genannten Eisenmangelanämie.

Früher hat man angenommen, dass nur die Eisenmangelanämie, also ein stark ausgeprägter Eisenmangel, zu Müdigkeit führt. Mittlerweile aber weiß man, dass das Eisen selbst dafür verantwortlich ist, denn: Auch Enzyme im Gehirn brauchen das Spurenelement, und zwar als Hilfsmittel für die Produktion von Dopamin. Das ist ein Neurotransmitter, der auch den Schlaf-Wach-Rhythmus regelt. Schon ein kleiner Eisenmangel kann also verantwortlich sein, wenn wir uns matt, schlapp und ausgelaugt fühlen.

Der Hausarzt klärt Mangelerscheinungen ab

Wer unter starker Frühjahrsmüdigkeit leidet, spricht am besten mit dem Hausarzt darüber. Der Frühling ist sowieso eine gute Zeit um zu überprüfen, ob wichtige Impfungen – Stichwort Zecken – aufgefrischt werden sollten. Wenn ein Verdacht auf Eisenmangel besteht, kann ein Blutbild die Diagnose bestätigen. Doch keine Sorge: Nur in seltenen Fällen ist eine ernste Erkrankung die Ursache für einen Eisenmangel. Meist reicht es schon, auf die richtige Ernährung zu achten.

Mit der richtigen Ernährung der Frühjahrsmüdigkeit vorbeugen

Die richtige Ernährung ist die wichtigste Maßnahme, um einem Eisenmangel vorzubeugen. Die einfache Faustregel ist: Grünes und Rotes ist reich an Eisen. Besonders zu empfehlen sind mageres Rindfleisch, Spinat und Brokkoli. Eisen, das im Fleisch enthalten ist, wird vom Darm besser aufgenommen als Eisen aus Gemüse. Vitamin-C-reiche Lebensmittel fördern die Eisenaufnahme aus dem Darm – trinken Sie z.B. zum Essen ein Glas Orangensaft. Als Snack zwischendurch bieten sich Nüsse an. Besonders Vegetarier und Veganer müssen bei der Gestaltung des Speiseplans an eisenhaltige Nahrungsmittel denken.

Mythos Spinat

Spinat enthält tatsächlich viel Eisen. Allerdings nicht so viel, wie lange Zeit irrtümlich angenommen wurde, der Mythos hat sich aufgrund eines Rechenfehlers – und nicht zuletzt durch die Kräfte, die er Popeye verleiht – in die Literatur eingeschlichen. Aber ob Irrtum oder nicht: Zu empfehlen ist Spinat allemal. Besonders mit gekochtem, magerem Rindfleisch ist er köstlich und hat in Österreich Tradition.

Steckt hinter der Frühjahrsmüdigkeit also ein Eisenmangel, ist dies mit der richtigen Ernährung – und wenn nötig auch medikamentös – meist leicht behandelbar. Gegen das Frühjahr ist allerdings kein Kraut gewachsen…

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EIN ARTIKEL VON
  • Netdoktor

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