18. Mai 2015

Erste Hilfe bei Sportverletzungen


Gerade beim Toben im Freien kommt es oft zu kleinen Sportverletzungen, die gut behandelt werden können. Ein Überblick zur Ersten Hilfe bei Prellung & Co.

Gerade beim Toben im Freien oder beim Sport kommt es oft zu kleinen Verletzungen, die gut behandelt werden können. Trotzdem gilt natürlich: Sind starke Schmerzen vorhanden, sollte sicherheitshalber ein Arzt aufgesucht werden.

Muskelkater

Muskelkater ist die häufigste Form aller Muskelverletzungen. Er entsteht, wenn die Höchstgrenze der Belastbarkeit überschritten wird. Vor allem untrainierte Personen können einen Muskelkater erleiden.

Der Muskelkater entsteht durch eine Verletzung der Muskelfasern. Diese Mikrotraumen führen zu Entzündungen, infolge dessen schwellen die Muskeln an. Dabei fließt Gewebswasser ein und es entstehen Ödeme. Diese Schwellung verursacht einen Druck- und Dehnungsschmerz, der in extremen Fällen bis zu einer Woche anhalten kann.

Da der Muskelkater durch ungewohnte Bewegungen oder zu hohe Belastungen der Muskeln auftritt, kann ihm durch langsam und stufenweise gesteigertes Training vorgebeugt werden. Wichtig ist, nicht zu viel auf einmal zu wollen – wie etwa eine mehrstündige Bergtour mit einem untrainierten Kind. Wer neue Trainingsaktivitäten ausprobiert, sollte zudem die Belastung nur langsam steigern.

Prellung

Eine Prellung wird durch einen Schlag oder Stoß ausgelöst. Dabei ist der Druck auf weiches Muskelgewebe, Gelenkkapseln oder auch die Beinhaut zwischen dem harten Knochen und einem harten Gegenstand von außen so stark, dass kleinste Blutgefäße platzen. Blut tritt dabei ins Gewebe aus und es bildet sich ein Bluterguss (Hämatom), der ganz unterschiedlich stark sein kann. An der betroffenen Stelle entsteht so eine Schwellung.

Die häufigsten Verletzungen in diesem Bereich sind Muskelprellung mit Muskelfaserriss, Gelenkprellung mit Gelenkerguss und Knochenprellung mit einem typischen Hämatom zwischen Beinhaut und Knochen.

Verstauchung

Verstauchungen sind geschlossene Gelenkverletzungen, bei denen die Krafteinwirkung das Gelenk überdehnt und Bandstrukturen verletzt werden. Eine Verstauchung kann alle Gelenke betreffen, tritt jedoch besonders oft am Sprunggelenk (umgangssprachlich als Knöchel bezeichnet) und an Knie-, Daumen- und Fingergelenken auf. Auch die Wirbelsäule kann verstaucht werden.

Auslöser ist in den meisten Fällen das Umknicken mit dem Fuß oder das Abfangen eines Sturzes mit den Händen. Dabei ist zwischen drei Schweregraden zu unterscheiden:

  • Grad I – Leichte Verstauchungen:
    Die Bänder wurden überdehnt, es sind jedoch keine strukturellen Veränderungen sichtbar.
  • Grad II – Bändereinriss
    Ein Teilriss der Bänder liegt vor, das Gelenk ist aber noch stabil.
  • Grad III – Bänderriss
    Die Bänder sind komplett durchgerissen.

Besteht Verdacht auf einen Bänderriss oder Einriss, sollte man die Verletzung unbedingt medizinisch versorgen lassen, um Spätfolgen zu vermeiden.

Erstversorgung bei Sportverletzungen

Treten Muskelkater, Prellungen oder Verstauchungen auf, gibt es eine einfache Regel für die Erstversorgung – die sogenannte PECH-Regel:

  • Pause: Stellen Sie die schmerzende Gliedmaße ruhig.
  • Eis: Kühlen Sie die betroffene Stelle. Dabei das Eis niemals direkt auf die Haut drücken, sondern vorher in ein Tuch einwickeln. Auch Umschläge mit kaltem Wasser oder Coolpacks helfen, Schwellungen zu reduzieren.
  • Compression: Legen Sie nach der Kühlung einen Verband mit einer elastischen Binde an. Dadurch können Sie größere Blutergüsse vermeiden, die die Muskelfasern weiter zerstören könnten.
  • Hochlagerung: Lagern Sie den betroffenen Körperteil hoch, um das Abschwellen zu unterstützen.

Verschlimmert sich der Schmerz zunehmend oder wird nicht besser, ist in jedem Fall ein Arztbesuch anzuraten, um etwaige Folgeschäden zu vermeiden. Ist eine Belastung des Gelenks oder des betroffenen Körperteils gar nicht mehr möglich, gilt dasselbe: Hier könnte es sich um einen Knochenbruch handeln.

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  • Netdoktor

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