12. Oktober 2015

Bewegung von Anfang an


Es ist nie zu spät, regelmäßig Bewegung zu machen – doch sinnvoll, sich so früh wie möglich einen aktiven Lebensstil anzugewöhnen und es Kindern vorzuleben.

Wundermittel Bewegung für Eltern und Kinder

Der Herbst hat begonnen – und mit ihm die Zeit, in der das Wetter immer öfter dazu einlädt, es uns zu Hause gemütlich zu machen. Doch wer sein Immunsystem in Schuss halten möchte, sollte darauf achten, selbst auch fit zu sein.

Gerade jetzt ist es wichtig, uns vermehrt vor Schnupfen, Erkältungen und Co. zu schützen. Eine ausgewogene und vitaminreiche Ernährung kann einen großen Beitrag dazu leisten. Ausreichend Bewegung ist aber mindestens genauso wichtig.

Bewegung aktiviert Abwehrzellen

Bei moderater körperlicher Aktivität – also wenn wir uns bewegen, ohne uns übermäßig anzustrengen – wird das Immunsystem sanft gereizt und stimuliert. Durch eine regelmäßige Anregung dieser Art wird das Immunsystem quasi trainiert und funktioniert dann auch im „Ernstfall“ besser, also wenn es Krankheitserreger bekämpfen und uns vor Erkältungen und Infekten schützen soll.

Dabei scheinen das Tempo und der Grad der Anstrengung eine maßgebliche Rolle zu spielen: Wer seinen Körper überanstrengt, erzielt den gegenteiligen Effekt. Bei übermäßiger körperlicher Anstrengung steigt zwar zunächst die Anzahl der Abwehrzellen im Blut an, während der Erholungsphase fallen sie jedoch so weit ab, dass sie letztlich unter dem Ausgangswert liegen.

Es muss also nicht unbedingt der Marathon sein, regelmäßige Bewegung im Alltag reicht zur Stärkung unserer Abwehrkräfte aus. Und: Zahlreiche weitere positive Effekte lassen sich bereits durch kleine Bewegungseinheiten erzielen.

„Keine Zeit“ gilt nicht!

Schon lange ist unumstritten, dass Sport, z.B. regelmäßiges Laufen, zahlreiche positive Auswirkungen insbesondere auf das Herz-Kreislauf-System hat. Die gute Nachricht für alle Sportmuffel: Schon wenige Minuten Sport täglich können ausreichen. Eine Studie aus dem Jahr 2014 hat gezeigt, dass nur zehn Minuten Joggen pro Tag das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen bereits deutlich senken kann. Das sollte eigentlich ein Argument sein, mit dem sich jeder innere Schweinehund besiegen lässt.

Jede Bewegung ist besser als keine Bewegung

Täglich kleine Bewegungseinheiten in den Alltag zu integrieren, ist gar nicht so schwer. Fahren Sie statt mit dem Auto mit dem Fahrrad zur Arbeit, steigen Sie drei Stationen früher aus der Straßenbahn aus und gehen Sie den Rest zu Fuß, nehmen Sie statt dem Lift die Treppe und stehen Sie im Büro immer wieder kurz von Ihrem Schreibtisch auf. Treffen Sie Ihre beste Freundin nicht zum Kaffee zu Hause sondern zu einem Spaziergang im Park, gehen Sie mit Ihrem Kind zum Ballspielen auf den Spielplatz oder legen Sie sich einen Hometrainer zu, den Sie täglich abends beim Fernsehen benutzen. Die Möglichkeiten für kleine Bewegungseinheiten im Alltag sind unbegrenzt, man muss nur beginnen, sie wahrzunehmen und zu nützen.

Geistige Fitness

Und das wirkt sich auf lange Sicht nicht nur auf unseren Körper, sondern auch auf unsere geistige Fitness aus. Dabei besteht folgender Zusammenhang: Während der Kindheit und Jugend ist unser Gehirn sehr anpassungsfähig und flexibel, neue Dinge zu erlernen fällt in diesem Lebensabschnitt sehr leicht. Mit zunehmendem Alter nimmt diese Fähigkeit des Hirns ab, denn es werden immer weniger neue neuronale Verbindungen im Gehirn geschaffen. Eine Studie konnte anhand von Mäusen zeigen, dass diese Fähigkeit des Gehirns deutlich länger erhalten werden kann, wenn man in Bewegung bleibt. Wer fitter ist, hat sozusagen ein flexibleres Gehirn.

Bewegung von Anfang an

Es ist nie zu spät, ein sportlicheres Leben zu führen. Von regelmäßiger Bewegung kann man nur profitieren, und zwar in jedem Lebensalter. Dennoch ist es sinnvoll, sich schon so früh wie möglich einen aktiven Lebensstil anzugewöhnen – und das bedeutet, darauf zu achten, dass unsere Kinder von Anfang an in Bewegung bleiben.

Dabei ist spielerische Motivation das Um und Auf. Eltern sollten den Spaß an Bewegung vorleben und gemeinsam mit den Kindern regelmäßig aktiv werden. Gehen Sie zusammen Rad fahren, schwimmen oder einfach eine Runde spazieren. Zudem brauchen Kinder die Chance, sich aus unterschiedlichen Bewegungsangeboten jenes herauszupicken, das den meisten Spaß macht. Zwang ist immer der falsche Weg. Egal ob Vereinssport oder das regelmäßige Fußballspielen mit Freunden im Park – lassen Sie Ihr Kind mitentscheiden. So wächst es ganz automatisch mit Freude an der Bewegung auf.

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EIN ARTIKEL VON
  • Netdoktor

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