12. April 2016

Frage der Woche: Mein Kind will nicht in den Kindergarten

Kind will nicht in den Kindergarten - meinefamilie.at

Was tun, wenn das Kind nicht in den Kindergarten will? Bring deine Erfahrungen und Meinung in die Diskussion ein.

Die Eingewöhnungsphase ist erfolgreich vorbei, eine Zeit lang ist das Kind gerne im Kindergarten und plötzlich gibt es in der Früh Protest und Geschrei: Das Kind will nicht in den Kindergarten. Woher kommt der Sinneswandel? Müssen sich Eltern Sorgen machen oder gehören solche Phasen dazu? Und am wichtigsten: Was hilft? Gutes Zureden? Lockungen? Geschenke? Gespräch mit der Pädagogin? Kindergartenwechsel? Oder soll das Kind einfach zuhause bleiben…?

Welche Erfahrungen hast du gemacht? Sind deine Kinder gerne im Kindergarten oder brauchen sie auch mal „Urlaubstage“? Hast du schon Protestphasen durchgemacht und etwas verändert?

Wir freuen uns über Austausch und Diskussion über die „Frage der Woche“, damit Eltern vom Fachwissen anderer Eltern profitieren. Schreib unterhalb des Textes einen Kommentar!

Wenn das Kind nicht in den Kindergarten will: eine Zusammenfassung der Gründe und möglichen Lösungen aus Expertensicht

Hast auch du eine Frage der Woche, zu der du Antworten brauchst? 

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19 Kommentare
  • Anonymous, 12. April 2016, 13:13 Antworten

    Also ich glaub, sowas kann viele verschiedene Gründe haben. Der Kleine einer Freundin wollte mal eine Zeit nicht in den Kindergarten, weil er ein Geschwisterchen bekommen hat - klar, da war die Mama ganz beim Baby zuhause, das wollte er halt auch ;-).

  • Andreas K., 12. April 2016, 13:34 Antworten

    Eine tolle Frage! Mit vielen Tränen hat unsere Tochter eines Tages den bis dahin selbstverständlichen Besuch des Kindergartens verweigert. Ich kannte den Grund nicht und habe Sie nach einer Stunde des vergeblichen Beruhigens und Zuredens wieder mit nach Hause genommen und bei der Mutter abgegeben. Zwei Stunden später erreicht mich in der Arbeit ein Foto unserer Tochter - freudestrahlend beim Essen eines Nuttella Palatschinkens. Sie war wieder glücklich und zufrieden und das hat mich sehr gefreut. Vielleicht hätte man sie nicht mit einem Nutella Palatschinken auch noch "belohnen" sollen - aber was solls - das war bestimmt der beste Palatschinken in Ihrem Leben. Der Grund war übrigends der Urlaub ihrer Lieblings Kindergarten Pädagogin. Bis zur Rückkehr ihrer besonders geschätzten Pädagogin hatte unsere Tochter dann auch frei - so viel Freiheit muss trotz aller Grenzen möglich sein:)

    • Franz St., 20. April 2016, 10:46 Antworten

      geh komm, echt? Du gibst ihr Nutellapalatschinken wenn sie zickt? seltsame Erziehung.

      • Andreas K., 20. April 2016, 11:47 Antworten

        Verrätst du mir deine Erziehungsmaßnahmen in so einem Fall?

        • Franz St., 28. April 2016, 13:32 Antworten

          war nicht bös gemeint... aber ich würde sie halt nicht auch noch belohnen, wenn sie herumzickt. Sonst hast du doch jeden Tag das Theater, oder wie machst du das dann? Ich würde ja auch lieber daheim bleiben und Nutellapalatschinken essen statt in die Arbeit zu gehen, hahahaaa!

    • Gabi P., 20. April 2016, 22:06 Antworten

      Wenn ich mir eure Kommentare so durchlese, bin ich wirklich froh, dass meine drei nie (wirklich nie!) Schwierigkeiten gemacht haben. Sie haben den Kindergarten immer geliebt und egal, wann ich sie abholen gekommen bin, haben sie gesagt: "Was, du bist schon da? Ich mag noch nicht gehen!" Ein "Freihaben" für unsere Kinder hätte es auch gar nicht geben können: Wie machst du das, Andreas, wenn du arbeiten musst und deine Tochter möchte "frei haben"??? Ich hätte mir meine Kinder ja nicht umhängen können, nur weil die Lieblingspädagogin Urlaub hatte ... Ich hätte meine Kinder dann trotzdem im Kindergarten lassen müssen ... bin ich froh, dass ich das Problem wirklich nie hatte! :-)

  • Andrea, 12. April 2016, 14:25 Antworten

    Mein Sohn ist mit drei Jahren in den Kindergarten gekommen und hatte vor allem im ersten Jahr immer wieder kurze Phasen, in denen er nicht so gerne gegangen ist und auch durchwegs protestiert hat oder sichtlich traurig war. Mein Mann und ich haben uns dabei immer bemüht möglichst entspannt zu bleiben. Wir haben Verständnis für sein Nicht-Wollen gezeigt, ihm aber gleichzeitig versucht zu erklären, dass wir auch nicht jeden Tag gleich gern ins Büro gehen und dass es halt nun an manchen Tagen so ist, dass man viel lieber zu Hause bleiben würden, um zu spielen, zu lesen oder sonst etwas Schönes selbstbestimmtes zu machen. Zugegebenermaßen sind wir mit diesem Argument an manchen Tagen erfolgreicher gewesen und an manchen weniger. Und ich würde lügen, wenn ich sagte, dass mir die Tage an denen er weinend die Arme um meinen Hals geschlungen hat und „Nicht weggehen, Mami“ geschluchzt hat, nicht ordentlich an die Nieren gingen. Aber irgendwann wusste ich aus sicherer Quelle – also anderen Eltern, die nach uns kamen und ihn gesehen haben ;-) – dass sein Herzeleid vorbei war, sobald ich weg war und er von der heißgeliebten Kindergärtnerin und den anderen Kindern abgelenkt wurde. Das hat geholfen. Im Endeffekt würde ich auch sagen, dass ihm die Kontinuität des täglichen in den Kindergarten Gehens, diese Routine gut getan hat. Und ich kann mich noch gut daran erinnern, als er – schon als älteres Kindergartenkind – einmal gesagt hat „Heute mag ich gar nicht in den Kindergarten, aber wenn ich dann dort bin, ist es doch jedes Mal lustig.“

    • jasmin28, 20. April 2016, 10:45 Antworten

      Ist das eigentlich wie Heimweh wenn sie jeden Tag heult und jammert? Muss ich dann nicht Mitleid haben und ihr den Kindergarten ersparen? Ich halte das echt kaum aus mit dem Weinen und Schluchzen... Sie tut mir so leid und dann will ich einfach draufpfeifen, was richtig ist oder falsch. Ich kann sie nicht zwingen zu bleiben wenn sie nur heult. Was bin ich sonst für eine Mutter??

      • Andrea, 27. April 2016, 9:23 Antworten

        Eine gute Frage, ob das eigentlich so etwas ist wie Heimweh. Wahrscheinlich ist die Intensität dieses Gefühls von Kind zu Kind auch unterschiedlich. Sehnsucht nach der Mama oder dem Papa oder dem "daheim spielen" ist es bestimmt und das kann für so ein kleines Persönchen natürlich auch schwer auszuhalten sein...und für uns Eltern. Aber ich denke auch, dass Kinder sehr im "Hier und Jetzt" leben und dass deshalb dieses Gefühl, jetzt bei Mama bleiben zu wollen, wirklich auch eine Momentaufnahme sein kann. Und ich denke, dass es natürlich nicht unwichtig ist, wie lange solche Phasen des Nicht-Wollens bestehen. Ist es mal ein Tag (wie bei meinem Sohn), sind es mehrere Tage, vielleicht sogar mehrere Wochen? Ist das Kind beim Abholen immer noch so verzweifelt? Wirkt es verändert? Ist es traurig oder bedrückt? Da reagiert man als Mutter oder Vater dann natürlich anders. Und da muss man dann bestimmt auch aktiv werden! Mein Sohn war wirklich jeden Tag beim Abholen - auch wenn er in der Früh nicht bleiben wollte - fröhlich, glücklich und zufrieden. Höchstens, dass wir Abholenden "jetzt schon da sind" hat ihn irritiert. ;-) Insofern würde ich auch sagen, dass man nicht gleich eine schlechte Mutter ist, wenn man die Mäuse im Kindergarten lässt. Aber wenn es Dir damit besser geht, sie wieder mitzunehmen, dann ist es wahrscheinlich besser, Du machst das so.

        • jasmin28, 28. April 2016, 13:39 Antworten

          Ja, wenn ich nicht in die Arbeit müsste, würde ich das eh tun. Aber welche Familie kann heute leben, wenn nur einer arbeiten geht? Ich finde das echt ungerecht, dass ich mein Kind heulen lassen muss und traurig mit schlechten Gewissen in die Arbeit gehen muss. Aber daheimbleiben geht auf keinen Fall, sonst verlier ich meinen Job.

  • Katharina, 12. April 2016, 15:11 Antworten

    So eine Phase hatten eigentlich alle unsere Kinder. Nach einer ersten Zeit, in der der Kindergarten neu und interessant war, kam bei allen dann das "ich will nicht in den Kindergarten". Wir haben dann immer den Kontakt zur Pädagogin gesucht, und geschaut ob es einen wirklichen dafür Grund gibt. Wichtig war uns immer, wie sich Kind das verhält, wenn es einmal im Kindergarten ist. Also hält das "ich will nicht" auch dort an, oder spielt es dann fröhlich, wenn die erste Unlust überwunden ist. Ich denke es ist einerseits wichtig das Kind ernst zu nehmen. Andererseits ist es sehr wichtig, dass auch Kinder schon lernen, dass "keine Lust zu haben" kein Grund dafür ist etwas nicht zu tun. So wie Mama und Papa ihre Arbeiten und Aufgaben erledigen müssen, hat auch eine Kindergartenkind schon gewisse "Verpflichtungen" und es ist ganz normal, dass das "in den Kindergarten gehen" nicht immer Spaß macht. Das gleiche Phänomen kennen wir übriges auch von Ballet, Fußballclub, etc. Da haben wir dann immer schon im Vorhinein mit den Kindern ausgemacht: wer so eine Nachmittagsprogramm beginnt, muss den Kurs zu ende machen.

    • Gina F, 28. April 2016, 13:43 Antworten

      Das finde ich bewundernswert, dass du so konsequent bist. Wir haben mit den Größeren immer das Problem, dass sie einmal wollen und einmal nicht. Vor allem beim Geigespielen. Das ist halt immer nur üben. Wie kriegst du sie dazu, zu üben, wenn sie kein Bock haben? Können sich deine Kinder immer erinnern, was sie "ausgemacht" haben?

  • Anna-Marie, 12. April 2016, 15:53 Antworten

    Schwer zu sagen, woran es liegen mag, ich habe verschiedene Erfahrungen gemacht, nie gewußt, woran es im speziellen Fall lag. Jetzt sind die Kinder groß, aber damals hatten alle drei unserer Kinder solche Phasen, bis auf den Vierten, unseren Jüngsten, aber das dürfte wiederum an seinem Gemüt gelegen sein, immer mit allem zufrieden zu sein. Oder daran, dass die Familie schon wie am Schnürl gelaufen ist - alle vor 8 aus dem Haus, daher genug Zeit für ihn und den Weg zum Kindergarten. Viel Geduld, Routine, Verlässlichkeit, das gab meinen Kindern Struktur. Bei uns war es sicher immer eine Art Überforderung, unsere Kinder sind Seismographen unserer Stimmungen - Hektik in der Früh, Druck im Beruf, Spannungen innerhalb der Familie, Sorgen, Erschöpfung, ich denke, dass bei Kindern dadurch Ängste und Verunsicherung entstehen. Und damit kommt das Klammern. Es können auch Unstimmigkeiten im Kindergarten mit den Pädagogen oder mit anderen Kindern die Ursache sein, oft sind es (für uns) nur Kleinigkeiten, aber das erfährt man vermutlich nie. Auch als wir mit einer Pädagogin nicht übereingestimmt haben, ihren Erziehungsstil ziemlich überzogen fanden, da hat unser Kind gleich darauf reagiert, auch wenn wir vor ihm nicht geredet haben. Ein Kind spürt sofort den Vorbehalt der Eltern.

  • Angela, 12. April 2016, 16:17 Antworten

    Meine Kinder waren eigentlich gern im Kindergarten - abgesehen von der Eingewöhnungsphase, da muss man halt gemeinsam durch. Wichtig finde ich, genau zu spüren, ob Kindergarten überhaupt schon dran ist. Das eine Kind will schon mit 3 unbedingt, das andere spielt mit 4 viel lieber zu Hause mit den Geschwistern. Diese Entscheidung ist eine große Verantwortung, und die Versuchung groß, die Arbeit vorzuschieben, den eigenen Freiraum, die Erwartungshaltung der Gesellschaft o.ä. Aber das ist der erste Schritt, um mir und meinem Kind den Zoff des "ich will aber nicht in den Kindergarten" zu ersparen. Wenn das Kind noch nicht reif dafür ist, werde ich jeden Tag das Gezeter haben - mit Recht. Wenn es reif genug ist und es ein guter Kindergarten ist, wird es auch gerne bleiben. Bei meinen war das unterschiedlich. Den Älteren hatte ich mit 1,5 Jahren einen Tag in der Woche bei einer Tagesmutter, zugegebenermaßen aus egoistischen Gründen (mir ist total die Decke auf den Kopf gefallen). Aber sein unglückliches Weinen bei der Abgabe war so schrecklich für mich, dass ich bald wieder auf den freien Tag verzichtet habe. In den Kindergarten mit 3 ist er dann eigentlich gern gegangen, auch wenn er als sensiblerer von beiden gelegentlich daheim bleiben wollte. Der Jüngere konnte es mit 3 kaum erwarten, wäre auch noch am Nachmittag geblieben.

  • Anonymous, 12. April 2016, 16:23 Antworten

    Meine Kinder wollten öfter mal nicht in den Kindergarten. Erster Schritt war immer, rauszufinden, was das Problem ist. Mit dem Freund gestritten? Blöd angeredet worden? Was ausgefressen? Ungewünschtes am Programm? Essen ist immer so grauslich? Es gibt hundert Gründe, die man meist mit gutem Zureden, einem Gespräch vor Ort oder einem Kompromiss lösen kann. Manchmal wollten sie einfach nicht. Ohne Grund. Einfach keinen Bock zum Aufstehen, die Lieblingshose nicht verfügbar, schlecht geträumt, den Turm noch nicht fertig gebaut, einfach grantig und raunzig. Ich hab dann versucht zu spüren, ob das Kind nur Theater macht und seine Launen ausleben will, oder ob es wirklich unglücklich, todtraurig oder liebesbedürftig ist. Im ersteren Fall half meistens Ablenken. Ein originelles Frühstück. Eine Geschichten-CD einschalten, wenn man im Auto zum Kindergarten fährt. Ein Wettrennen auf dem Weg zum Kindergarten. Verschiedene Socken anziehen und wetten, wie lange es dauert, bis die Pädagogin es bemerkt. Unterwegs ein Kipferl kaufen. Heute mit dem Roller fahren statt zu Fuß gehen. Am Nachmittag etwas Besonderes unternehmen, o.ä. Meist verflog die schlechte Laune schnell. Im zweiten Fall, wenn man alles andere versucht hat und das Kind aus unerfindlichen Gründen wirklich nur unglücklich ist oder Weltschmerz hat, gab es eine Extrarunde Kuscheln mit Kakao und schöner Musik - vorausgesetzt, man hat die Zeit noch (man kann auch im Kindergarten und in der Arbeit sagen, dass man heute etwas später kommt, das ist ein wichtiges "Du bist mir wichtiger"-Signal). Lieb sein, trösten, gut zureden, Kompromisse schließen, ablenken, gemeinsam was vornehmen, irgendwas hilft immer. Wenn bei meinen Kindern all das nicht geholfen hat, dann waren sie krank - oder auf dem Weg dahin. Dann blieben sie natürlich daheim.

    • #kiki, 20. April 2016, 10:48 Antworten

      Das kann man alles nur machen, wenn man den ganzen Tag zu Hause ist. Ich muss um halb 8 in der Arbeit sein, da ist keine Zeit für Kuscheln und Kakao und sowas.

  • Sandra, 12. April 2016, 20:40 Antworten

    Den Tipp mit den Socken finde ich super :-) Bei uns gibt es das Problem kaum. Wenn unser Sohn mal nicht in den Kindergarten möchte, was an manchen Tagen schon vorkommt, kann man ihn meistens recht gut überreden. Gleichzeitig finde ich es gut, sich die Freiheit zu nehmen, das Kind auch mal für einen Tag zu Hause zu lassen (sofern das mit Beruf u.ä. möglich ist). Ich habe nicht das Gefühl, dass es dann "einreißt" und unser Sohn immer zu Hause bleiben will. Es ist eher so, dass er dann seine Extraportion Aufmerksamkeit bekommt und am nächsten Tag wieder gesättigt in den Kindergarten gehen kann.

  • Niki, 20. April 2016, 15:51 Antworten

    Grundfrage für alle Eltern muss sein, ist es absolut notwendig, dass das Kind im Kindergarten ist, weil sich sonst jemand Pflegeurlaub nehmen muss, oder gibt es z.B ein Baby zuhause und ist der Kindergarten daher eine pädagogisch sinnvolle Ergänzung zur häuslichen Erziehung. Im ersteren Fall ist der Stress, dass das Kindergartengehen funktionieren muss natürlich groß, im anderen muss einfach erwogen werden, wieso es zur Verweigerung kommt und je nach Begründung kommt es zu anderen Lösungen. Unsere Tochter hat nach einigen Tosedfällen in der Familie einen Kindergartenmotivationsknick gehabt, einige Wochen pausiert und geht jetzt gerne wieder, der entspannte und verständnisvolle Umgang von Eltern und Pädagoginnen hat da sicher geholfen.

    • #kiki, 28. April 2016, 13:45 Antworten

      Ach Gott die arme.. Mehrere Todesfälle? da wäre ich auch geknickt. Hoffe es geht euch wieder besser.

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