26. August 2021

Fit für den Schulweg


Was ist, wenn…? Wichtige Eventualitäten gemeinsam besprechen und den Schulweg unbedingt vorab gemeinsam üben.

Das neue Schuljahr steht bevor. Jedes Jahr ereignen sich in Österreich etwa 478 Unfälle am Schulweg, bei denen die Schüler überwiegend zu Fuß unterwegs sind (Durchschnitt 2016 bis 2020, Quelle: Statistik Austria). Im Sinne eines sicheren Schulwegs sind alle Verkehrsteilnehmer, insbesondere jedoch Eltern, gefordert. „Um Kindern mit guter Anleitung sicheres Verhalten zu zeigen und damit Selbstschutz zu geben, ist es nicht nur unerlässlich, den Schulweg vorab mehrmals zu üben, sondern auch Eventualitäten mit ihnen zu besprechen.

Sinnvoll ist, ‚Wenn, dann‘-Szenarien vorzugeben: So versetzt man das Kind gedanklich in verschiedene, mögliche Situationen und kann Lösungsvorschläge unterbreiten.

So kann man die Kinder auf unvorhergesehene Situationen mit richtigen Informationen vorbereiten, um im Notfall dann Hilflosigkeit oder Hektik zu vermeiden und ihre Kompetenzen zu stärken“, weiß ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion Seidenberger. „Sinnvoll ist, ‚Wenn, dann‘-Szenarien vorzugeben: So versetzt man das Kind gedanklich in verschiedene, mögliche Situationen und kann Lösungsvorschläge unterbreiten bzw. Antworten korrigieren.“ Am besten bespricht man, abhängig von der Aufnahme- und Konzentrationsbereitschaft maximal zwei Szenarien pro Schulweg-Übungseinheit. Wichtig dabei ist, das Kind nicht zu überfordern und mit Lob für richtiges Verhalten zu motivieren.

Herausforderungen am Schulweg

* Was ist, wenn… ich mal zu spät dran bin?
Die meisten Schulwegunfälle, nämlich knapp 41 Prozent, geschahen im vergangenen Jahr zwischen 7 und 8 Uhr. „Besonders in der Früh ist es wichtig, nicht hektisch zu werden. Lieber ein paar Minuten zu spät und dafür sicher in die Schule kommen“, sagt Seidenberger. „Generell ist es besser, ein paar Minuten früher aufzustehen, um Stress am Weg zu vermeiden.“ Kommen Bus oder Bahn zu spät, in Ruhe bei der Haltestelle warten und nicht auf die Fahrbahn treten, um nachzusehen.

(c)iStock

* Was ist, wenn… eine Baustelle/Umleitung auf dem Schulweg ist? Eltern sollten sich aktiv regelmäßig erkundigen und bei Bedarf um sichere Streckenalternativen kümmern – dabei sind Kreuzungen mit Ampel und Zebrastreifen zu bevorzugen. Auch der neue Weg sollte mit dem Kind einige Male trainiert werden.

* Was ist, wenn… ich an der Kreuzung plötzlich nichts mehr sehe wegen eines Lkws?
Am besten kurz abwarten, ob das große Fahrzeug wegfährt und die Sicht zum Queren wieder frei wird. Wenn nicht, dann eine andere und besser einsehbare Stelle zum sicheren Überqueren suchen, stoppen, gut nach beiden Richtungen schauen, Zeit lassen, um gesehen zu werden – und wenn frei ist, queren. Niemals zwischen parkenden Autos hervorlaufen und plötzlich die Fahrbahn queren.

* Was ist, wenn… der Akku vom Handy leer ist und ich meine Eltern anrufen muss?
Vorweg: Generell gehört das Handy auf dem Schulweg in die Schultasche. Ist ein Anruf dringend, der Akku aber leer, sollte man einen Freund oder Lehrer fragen, ob man das Handy kurz nutzen darf. Dafür sollte die Nummer der Eltern schnell parat sein, z. B. auf einem Zettel in der Schultasche.

* Was ist, wenn…das Wetter schlecht ist?
„Wenn es regnet oder noch finster ist, sind Kinder mit heller Kleidung und reflektierenden Aufnähern an Jacke und Hose sowie auf der Schultasche deutlich besser sichtbar“, sagt die ÖAMTC-Expertin. „Kinder sollten wissen, dass sie nicht automatisch von anderen Verkehrsteilnehmern gesehen werden. Sie sollten konzentriert sein und verstärkt Sicherheitsblicke nach beiden Seiten durchführen, um sichere Querungslücken zu finden.“

* Was ist, wenn… mich ein Elternteil eines Freundes fragt, ob ich mitfahren will?
Eltern sollten in diesem Fall klarstellen, welche befreundeten Eltern ihr Kind mitnehmen dürfen (und welche gegebenenfalls nicht). Ein passendes Rückhaltesystem im Auto ist verpflichtend und sollte auch richtig verwendet werden.

Abschließender Tipp: „Verhaltensempfehlungen müssen oft wiederholt besprochen werden, damit sie sich beim Kind einprägen. Nach einigen Wochen Schule sollte man das Gelernte auffrischen“, rät die Expertin des Mobilitätsclubs.


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