18. September 2015

Erntedank kreativ gestalten


Zumindest einmal im Jahr wollen wir uns dankend an Gott wenden und feiern Erntedank. Und das geht auf unterschiedlichste Art und Weise! 4 kreative Ideen.

Gott hat alles wunderbar gemacht! Von vielem haben wir in der westlichen Gesellschaft so viel, dass wir einerseits von einem Überfluss sprechen können, andererseits von einer Selbstverständlichkeit. Es fällt uns oft gar nicht auf, wie gut es uns geht. Besonders deshalb wollen wir uns zumindest einmal im Jahr dankend an Gott wenden und feiern Erntedank. Und das geht auf unterschiedlichste Art und Weise!

Erntedank in der Kirche

September oder Oktober sind die beiden Monate, in denen in den meisten Pfarren Erntedank gefeiert wird. Eine Sonntagsmesse steht ganz im Zeichen des Dankes dafür, was Gott uns durch die Natur Gutes schenkt: vom Korn über den Kürbis bis hin zum Wein.

Wir machen uns bewusst, dass es nicht selbstverständlich ist und dass menschliche Arbeit und Gottes Wirken dafür sorgen, dass wir jeden Tag satt werden.

Erntedank mal anders

Nun habe ich – auch mit meinen eigenen Kindern – die Erfahrung gemacht, dass eine noch so nett und interessant gestaltete Erntedankmesse in der Kirche nicht unbedingt auch für die Kinder spannend sein muss. Daher habe ich mich auf die Suche gemacht, wie ich ihnen die Natur als Geschenk Gottes vorführen und ihr Staunen, ihr Erleben und ihre Dankbarkeit dafür wecken kann. Dies ist mir in den vergangenen Jahren mit folgenden „Mitteln“ gelungen:

#1 Naturpalette

Erntedank kreativ gestalten - meinefamilie.at
Eine Naturpalette, gestaltet von den Schülern einer 4. Klasse Volksschule

Auf ein Stück Karton (ca. A5) klebte ich zwei Streifen doppelseitiges Klebeband (Teppichband, 6 cm breit) und schickte die Kinder los. Sie sollten ein Bild aus natürlichen Dingen gestalten, indem sie die gefundenen Blätter, Blüten, Früchte usw. auf das Klebeband drückten. Nicht nur, dass sie mit offenen Augen durch die Natur unterwegs waren, sie waren begeistert bei der Sache und erstaunt darüber, wie viele äußerst verschiedene Bilder dabei entstanden. Auf die Frage, woher das alles käme, was sie da gefunden hätten, fanden sie natürlich unterschiedlichste Antworten – „aus der Natur“, „von alleine“ und schließlich „von Gott“.

#2 Naturmandala

Bei einem Spaziergang lässt sich bestimmt einmal ein Plätzchen finden, an dem man dies durchführen kann: Die Kinder sammeln Material, das die Natur hergibt und legen es bereit. Wenn genügend Blätter, Stöckchen, Körner, auch Steine oder abgefallene Blüten oder Früchte gesammelt worden sind, überlegen sich die Kinder, wie sie dieses Material nun in die Form eines Mandalas bringen können. (Mandalas, diese runden, symmetrischen Bilder, die im Normalfall angemalt werden, kennt wohl jedes Kind.)

In Teamarbeit und mit Geduld entsteht dabei ein Gebilde, das völlig ohne Kunststoff auskommt – Kinder der heutigen Generation können sich ja gar nicht mehr vorstellen, dass Spielzeug oder Dinge, mit denen man sich beschäftigen kann, nicht aus Plastik oder Kunststoff sind! Sie sind begeistert davon, was sie hier geschaffen haben aus Dingen, die „von Natur aus“ da sind.

#3 Lupenspaziergang

Drücken wir unseren Kindern einmal eine Lupe in die Hand und machen wir mit ihnen einen Spaziergang durch den Wald. Sie entdecken Dinge, die mit freiem Auge kaum wahrnehmbar sind. Unebenheiten auf einem Blatt, kleine Härchen auf den Halmen, der Panzer einer Ameise, Trübungsteilchen in einem Wassertropfen – sind nur ein paar Beispiele. Noch interessanter wird es dann vielleicht zu Hause, wenn ein kleines Mikroskop benutzt werden kann.

Wie sieht ein Sandkorn stark vergrößert aus? Oder im Vergleich dazu ein kleiner Erdkrümel? Ein Grashalm oder der Rand eines Blattes?

Die Wunder der Natur, die Gott uns schenkt, sind es wert, entdeckt zu werden.

#4 Waldmöbel

Erntedank kreativ gestalten - meinefamilie.at
Ein „Waldsofa“ – von einer ganzen Kindergartengruppe errichtet

Wenn etwas mehr Zeit zur Verfügung steht, kann aus umherliegenden Ästen und Ästchen auch jede Menge errichtet werden: Zelte, Unterstände, Sitzgelegenheiten… Den kindlichen Ideen sind dabei eigentlich keine Grenzen gesetzt – wenn nicht die, dass die Eltern schon wieder nach Hause wollen ;-).

Passend zum Thema: Für das Gute danken mit Kindern

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EIN ARTIKEL VON
  • Gabriela Paul

    Ich bin Mutter von drei Kindern. Nach meinem Germanistikstudium arbeitete ich jahrelang im Marketing. Dann entschied ich mich zu einer 180°-Wende und wurde römisch-katholische Religionslehrerin. Jetzt unterrichte ich Religion und Deutsch für Kinder mit Migrationshintergrund.


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