7. Mai 2015

Ein Stück Muttertag an jedem Tag

Ein Stück Muttertag an jedem Tag - meinefamilie.at

Was mir bewusst geworden ist: Es gibt ihn nicht, den perfekten Muttertag. Aber wenn ich aufmerksam bin, entdecke ich Stücke davon an jedem Tag des Jahres.

Seit mehr als zwölf Jahren bin ich nun schon Mutter und durfte bereits viele schöne Muttertage erleben. Manche waren sogar fast perfekt. Da ich im Vorfeld alles mit meinem lieben Mann besprochen hatte, wurden viele meiner Wünsche erfüllt: ein reichliches Frühstück am wunderschön gedeckten Tisch mit meinen Lieben. Blumen und kleine selbstgebastelte Geschenke. Ein Ausflug mit meiner Familie. Ein Besuch in einem meiner Lieblingslokale. Keine Hausarbeit! Wunderbar fröhliche, ausgeglichene Kinder und ein aufmerksamer Ehemann, die den ganzen Tag nur um mein Wohl bemüht waren… Letzteres entspricht vielleicht nicht ganz der Realität. 🙂

Kein Muttertag ist ganz ohne Gemaule

Denn so sehr sich alle bemühen – auch am besten Muttertag bleiben Diskussionen und Gemaule nicht aus. Aber ich beschließe an diesem Tag einfach, es zu überhören beziehungsweise die Verantwortung dafür ganz an meinen Mann abzugeben. An diesem Tag bin ich nicht dafür zuständig, alle bei Laune zu halten und darf den Tag einfach für mich auskosten. Und ich merke, je mehr ich die Zeit mit meinen Lieben wirklich genieße, desto genießbarer sind sie auch. Interessanter Effekt.

Was mir bei all meinen Überlegungen zum Thema Muttertag auch noch bewusst geworden ist: Es gibt ihn nicht, den perfekten Muttertag. Zumindest habe ich es noch nie erlebt, dass alle meine Wünsche und Erwartungen an nur einem Tag erfüllt wurden. Aber: Wenn ich aufmerksam bin, entdecke ich kleine Stückchen davon auf jeden Tag des Jahres verteilt.

Meine Kinder schenken mir täglich ein Stück Muttertag

Mein Kleinster kommt morgens gerne zu mir ins Bett kuscheln. Ich genieße diese zehn Minuten Zweisamkeit mit ihm. Das ist ein Stück Muttertag. Mein Ältester spielt bei einem Musikschulkonzert die erste Geige und ist ganz konzentriert und hingebungsvoll bei der Sache. Ich bin stolz auf ihn und freue mich, ihn so in seinem Element zu erleben. Das ist ein Stück Muttertag. Meine Tochter (5) überredet mich dazu, mit ihr eine Mäuse-Maske zu basteln und läuft den ganzen restlichen Tag überglücklich als Maus herum. Das ist ein Stück Muttertag.

Mein Sohn (10) beschließt nach zwei missglückten Versuchen zum dritten Mal, aus Zuckermasse Lutscher selbst herzustellen. Diesmal gelingt es ihm und er präsentiert mir stolz sein fertiges Produkt. Obwohl ich Lutscher mit Colageschmack nicht mag, bin ich begeistert – von seiner Kreativität und seinem Durchhaltevermögen. Das ist ein Stück Muttertag. Mein Jüngster bittet mich zum zwanzigsten Mal, mit ihm „Twinku, Twinku“ anzusehen, ein Musikvideo für Kinder. Ich schaue nicht auf die singenden Zeichentrickfiguren, sondern genieße den absolut glücklichen Gesichtsausdruck meines Dreijährigen. Das ist ein Stück Muttertag. Mein Ältester hat sich beim Spielen verletzt und bittet mich ganz sachlich, die Wunde zu verbinden. Immerhin ist er schon zwölf, da checkt man so etwas, ohne zu jammern. Sicher könnte er seine Wunde auch selbst versorgen. Und trotzdem genießt er es, von mir versorgt zu werden und sich dabei zu mir zu kuscheln. Das ist ein Stück Muttertag.

Ein Privileg, Mutter zu sein

Ich könnte die Liste beliebig lange fortsetzen. Je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr Augenblicke fallen mir ein, an denen ich das Muttersein so richtig genieße. Immer wieder wird mir klar, welch ein Privileg es ist, Mutter sein zu dürfen. Diese Momente sind wie die Rosinen im Kuchen. Klar gibt es dazwischen ganz viel Pflicht und Mühe, so wie der Teig zwischen den Rosinen. Doch mal ganz ehrlich: Braucht es nicht genau diese Mischung, damit der Kuchen so richtig schmeckt? In diesem Sinne wünsche ich uns Müttern heuer einen ganz besonderen Muttertag – an 365 Tagen im Jahr!

Lies auch: Attachment Parenting, die wichtige Mutter-Kind-Bindung

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EIN ARTIKEL VON
  • Maria Lang

    Ich lebe mit meiner Familie in Wieselburg. In meiner Jugend bereiste ich die halbe Welt und war nach meiner Ausbildung sozial in Indien tätig. Nun unterrichte ich mit meinem Mann unsere vier Kinder zuhause und bin Autorin und Kulturvermittlerin im Stift Melk.


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