27. Oktober 2015

"Bei Halloween machen wir nicht mit"


Wollen wir, dass unsere Kinder zu Halloween verkleidet durch die Straßen ziehen und mit Sprüchen Süßigkeiten erpressen? Nein. Wir haben zuhause süßes Alternativprogramm.

Ich möchte heute über ein sehr umstrittenes Thema schreiben, das in meinem Umfeld ganz unterschiedliche Emotionen hervorruft: das mittlerweile sehr verbreitete und populär gewordene Fest Halloween.

Der Halloween-Hype nahm jedes Jahr zu

Als unsere ersten beiden Kinder noch klein waren, hat mich dieses Thema nicht wirklich beschäftigt. Zwar nahm ich die zunehmenden Aktivitäten am 31. Oktober rundherum wahr, aber ich fühlte mich davon nicht wirklich betroffen. Ich sah das Fest eher als eine Modeerscheinung, die, wie ich dachte, bald wieder vorübergehen würde. Als die beiden Jungs älter wurden und auch in Schule und Kindergarten damit konfrontiert wurden, musste ich mir wohl oder übel Gedanken dazu machen. Wir schnitzten gemeinsam Kürbisse, aber eben mit freundlichen Gesichtern. Ich wollte keine schaurigen Fratzen vor unserer Haustür stehen haben. Mit diesem Kompromiss war das Thema allerdings noch lang nicht abgetan. Der Halloween-Hype nahm Jahr für Jahr noch zu und es hat sich mittlerweile als fixes Herbstfest etabliert.

Süßes ja, aber was sollte Saures?

Gruppen von verkleideten Kindern begannen, bei uns anzuläuten. Sie waren meist sehr höflich und ich gab ihnen eine Kleinigkeit. Doch vor dem Haus meiner Schwiegereltern fand ich zerbrochene Eier, da sie an diesem Abend nicht zu Hause waren. Das fand ich nun nicht mehr so toll. Was sollte das, dieses Einfordern von Süßem, denn sonst gäbe es Saures? Wer hat das Recht, einfach so in Gärten einzudringen und mutwillig Mist zu hinterlassen? Diese Entwicklung und vor allem die Haltung dahinter gefiel mir gar nicht und ich wollte dies nicht weiter unterstützen.

Nun stellte sich die Frage für uns als christliche Familie: Wollten wir, dass unsere Kinder als Gespenster oder Hexen verkleidet durch die Straßen ziehen und mit frechen Sprüchen Süßigkeiten erpressen? Nein, wollten wir nicht.

Halloween ist mehr als Grusel-Aktion

Aber war das Fest nicht einfach nur eine harmlose Grusel-Aktion? Warum da so streng sein? Ich begann zu forschen und mich mit den Ursprüngen des Festes zu beschäftigen. Was ich da fand, bestärkte mich in der Entscheidung, nicht mitzumachen. Aber mit welchen Argumenten konnten wir dies nun unseren Kindern erklären? Im Fasching durften sie sich doch auch verkleiden… Ich spürte, wie gerne sie mit den anderen Kindern mitgegangen wären. Und manche der Kleinen waren ja wirklich süß anzusehen in ihren Spinnen-Outfits und den viel zu großen Hexenhüten. Wenn unsere jüngeren Kinder fragten, warum sie nicht mitgehen dürfen, erklärten wir ihnen einfach, dass wir dies nicht gut finden. Mit den Größeren brauchte es da schon ausführlichere Gespräche.

Christen müssen eben gegen den Strom schwimmen

Mittlerweile sind auch unsere angehenden Teenies selbst zu der Überzeugung gekommen, dass sie da nicht mitmachen wollen. Unser „Ersatzprogramm“ gefällt ihnen so gut, dass sie nichts vermissen. Ich denke, es ist gut, wenn sie schon in jungen Jahren merken, dass wir als Christen eben manchmal gegen den Strom schwimmen müssen. Sie lernen, Dinge zu hinterfragen und nicht einfach alles mitzumachen, was gerade „in“ ist.

Unser Alternativprogramm zu Halloween

Der 31. Oktober ist ja, nicht zu vergessen, der Vorabend eines christlichen Feiertages: Allerheiligen. Wir beschäftigen uns also bereits den ganzen Oktober lang mit verschiedenen Heiligengeschichten und sprechen darüber. Besonders interessant sind Geschichten von Heiligen, die nicht so bekannt sind, wie z.B. die der Hl. Margareta oder des Hl. Rochus. Dabei machen wir auch gleich einen spannenden Streifzug quer durch die Geschichte.

Am Vorabend des Allerheiligenfestes, also dem „Halloween“-Abend, gibt es ein ganz besonderes Programm. Wir suchen einen guten Film aus (z.B. „Mehr als Limonade“ oder „Den Himmel gibt’s echt“) und veranstalten einen Familien-Filmabend. Da gibt es jede Menge Süßes und auch Saures 😉 , damit sich unsere Kinder nicht daran leid sehen, wie viele Naschereien die anderen Kinder bekommen. Wenn dann unsere Nachbarskinder klopfen, öffnen wir ihnen und geben ihnen eine Kleinigkeit. Aber wir stehen auch dazu, dass wir bei diesem Brauch nicht mitmachen.

Lies auch: Halloween und/oder/statt Allerheiligen feiern?

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EIN ARTIKEL VON
  • Maria Lang

    Ich lebe mit meiner Familie in Wieselburg. In meiner Jugend bereiste ich die halbe Welt und war nach meiner Ausbildung sozial in Indien tätig. Nun unterrichte ich mit meinem Mann unsere vier Kinder zuhause und bin Autorin und Kulturvermittlerin im Stift Melk.


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