3. August 2020

Ferienzeit – des einen Freud, des anderen Zusatzstress …

Ferienzeit - des einen Freud, des anderen Zusatzstress

„Endlich Ferien!“, freuen sich alle Kinder, wenn der Sommer beginnt. „Oje, Ferien!“, denken manche Eltern besorgt.

So stressig die Schulzeit mit all ihren Terminen auch manchmal ist, immerhin gibt es einen fix geregelten Alltag und viele Dinge, die erledigt werden müssen, sodass die Kinder beschäftigt sind. Ferien bedeuten freie Zeit für die Kinder, was aber manche Eltern zuweilen in Stress versetzt, vor allem diejenigen, die nur die üblichen 5 Wochen Urlaub pro Jahr haben. Sie haben nun alle Hände voll zu tun, um die Ferienzeit gut zu managen.

Corona-Ferien zum Schuljahres-Ausklang

Heuer waren ja die letzten paar Schulmonate bereits eine eigenartige Mischung aus Schule und Ferien, die sogenannten „Corona-Ferien“. Da lief ja schon einiges ganz anders als sonst. Viele Eltern hatten da schon alle Hände voll zu tun, ihr Berufsleben mit der zusätzlichen Aufsicht und Betreuung der Kinder zu vereinbaren. Eigentlich bräuchten sie nach der Mehrbelastung nun eine Auszeit, aber die neun Wochen Sommer wollen nun auch noch so gestaltet sein, dass sie einerseits erholsam, andererseits auch anregend und bereichernd sind für die ganze Familie …

Homeschooling wieder wie früher?

Für meine Kinder war die Situation während Corona nicht besonders außergewöhnlich, da sie ja durch den jahrelangen Hausunterricht daran gewöhnt waren, relativ selbstständig zu Hause zu lernen. Sie freuten sich, in der Früh nicht ganz so bald aufstehen zu müssen. Wenn ich allerdings scherzhaft wagte zu behaupten, unsere „Homeschooling-Zeit“ sei wieder zurück, protestierte der eine oder andere dagegen. Meine Tochter machte mir zum Beispiel deutlich klar, dass ich nicht ihre Lehrerin sei und sie per Videokonferenzen etc „richtigen“ Unterricht bekäme. Und sie hielt eifrig per Handy Kontakt mit ihren Freundinnen, die sie sehr vermisste.

Vorfreude auf die Auszeit

Da das vergangene Schuljahr das erste für uns war, wo alle vier Kinder die Schule besuchten, noch dazu jedes eine andere, gab es eine Menge Informationen zu checken und viel zu organisieren. Die Kinder waren nicht immer alle gleichzeitig in der Schule bzw. daheim und teilweise schon im „Ferienmodus“, daher oft nicht so leicht zu motivieren, die nötigen Aufgaben noch gut abzuschließen. Deshalb freute ich mich schon selbst sehr auf den Schulschluss und die Ferien.

Balance zwischen Langeweile und Übermut

Allerdings war mir auch klar, dass sich nach den ersten paar Faulenzertagen sehr bald Langeweile einstellen würde. Wir hatten nicht vor, eine Auslandsreise zu unternehmen, also wollte ich mir unbedingt etwas überlegen, um meine Kinder beschäftigt zu halten. Ansonsten würden sie im aufkeimenden Übermut jede Menge Unsinn machen und darauf hatte ich definitiv keine Lust. Andererseits halte ich auch nichts von Dauerprogramm. Die Kinder sollen ja auch selbst initiativ werden. Es braucht eine Balance von beidem.

Langeweile als Nährboden für Kreativität

Langeweile an sich hat ja auch etwas Gutes. In einer Zeit der Muße kann die Kreativität sich erst so richtig entfalten. Wichtig dabei ist, dass es genügend Möglichkeiten gibt, sich kreativ zu betätigen. Ich suchte also gegen Schulende verschiedene Bastelmaterialien zusammen, kaufte so manches Werkzeug und Baumaterial, um verschiedene Projekte möglich zu machen. Außerdem überlegte ich mir einige mögliche Tagesausflüge, die wir unternehmen konnten.

Vielseitige Aktivitäten

Zwar kommt die Beschwerde über Langeweile von Seiten der Kinder immer mal wieder, wenn wir gerade keinen Ausflug oder Besuch geplant haben. Aber ich freue mich als Mama über die vielseitige Aktivität und Eigeninitiative meiner Kinder, teilweise unterstützt durch meine Großfamilie. So haben die Jungs und meine Eltern im Lauf von einigen Wochen eine hübsche Gartenhütte gebastelt, die mittlerweile ein wasserdichtes Dach hat. Darin kann man an Regentagen spielen und trotzdem „draußen“ sein. Mit Sara und meiner Schwester hab ich seit vielen Jahren wieder mal gebatikt – also Kleidung bunt gefärbt. Das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen! Ein andermal wurde mit Acrylfarben auf Leinwand gemalt oder mit Holz gebastelt. Eine ganze Kiste Stoff- und Lederreste wartet darauf, verwendet zu werden…. Am Schönsten finde ich die Momente, wo jeder einzelne mit einer kreativen Tätigkeit beschäftigt ist, die ihm Freude macht – und die bunten Picknicks im Garten an sonnigen Tagen, wenn alle hungrig ordentlich zulangen. Also, eigentlich mag ich die Ferien sehr!



EIN ARTIKEL VON
  • Maria Lang

    Ich lebe mit meiner Familie in Niederösterreich im Erlauftal. In meiner Jugend bereiste ich die halbe Welt und war nach meiner Ausbildung sozial in Indien tätig. Nach fünf Jahren Homeschooling sind nun alle vier Kinder in öffentlichen Schulen und ich bin Kulturvermittlerin im Stift Melk.


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