5. August 2015

Was die Urlaubszeit alles mit sich bringt


Endlich Urlaubszeit! Die lang ersehnte Auszeit vom turbulenten Alltag! Aber kann trotz guter Planung und Organisation der Vorurlaubsstress vermieden werden?

Endlich ist sie da, die lang ersehnte Auszeit vom turbulenten Alltag! Die Urlaubszeit! Oft sind die Wochen davor besonders stressig. In der Arbeit muss noch einiges abgeschlossen werden, Vorbereitungen sind zu treffen und emotional ist eine gewisse Anspannung spürbar. Bei Kindern drückt sich dies oft durch Quengeligkeit und Unausgeglichenheit aus, was bei den ohnehin schon gestressten Eltern zu Differenzen führen kann.

Wer kennt ihn nicht, den Vorurlaubsstress, der trotz guter Planung und Organisation kaum vermeidbar ist?

Fragen über Fragen vor der Urlaubszeit

Wie gut tut es, dann endlich die Urlaubszeit genießen zu können. Die Aufregung ist groß, vor allem bei den Kindern. Sie freuen sich auf die bevorstehenden Tage mit der Familie. Die elterlichen Gefühle sind oft geteilt. Einerseits erwarten wir uns sehr viel von der gemeinsamen Urlaubszeit. Endlich einmal alles ganz in Ruhe angehen. Zeit haben zum Spielen, für Unternehmungen, lange Gespräche und zum ausgiebig Kuscheln…

Andererseits gibt es genügend Unsicherheiten, die zu Schwierigkeiten führen könnten. In meinem Kopf tauchen Fragen auf wie: Wird die Unterkunft für unsere Familie passen? Wird unser Jüngster auch gut schlafen können? Hoffentlich eignet sich die Umgebung auch für unsere Großen, sodass sie nicht gelangweilt herumsitzen und zu maulen beginnen…Hoffentlich wird niemand krank…. Werden wir uns auch nicht zu sehr gegenseitig auf die Zehen steigen, wenn wir mit deutlich weniger Raum auskommen müssen als sonst? Werden wir überhaupt Zeit zu zweit finden, wenn die Kinder ständig um uns herum sind?

Wie ich mit dem Vor-Urlaubsstress zurecht komme

Ich bin von uns beiden Eltern eindeutig diejenige, die sich mehr Gedanken und Sorgen um alles macht. Mein Mann strahlt grundsätzlich pure Zuversicht aus. Da hilft es mir dann sehr, alles in ein Stoßgebet zu packen und nach oben zu schicken.

Es hilft mir auch, wenn ich versuche, ganz im Jetzt zu leben und einfach einen Tag nach dem nächsten anzugehen, ohne alles genau im Vorhinein durchzuplanen. Besonders in einer großen Familie kommt ohnehin oft etwas Unvorhergesehenes dazwischen, da hilft eine flexible Grundhaltung immens. Zu hohe Erwartungen sind etwas sehr Gefährliches für den Familienfrieden, da sie schnell zu Frust und Unstimmigkeiten führen. Deshalb versuche ich sie, so gut es geht, herunterzuschrauben. Speziell für die Urlaubszeit habe ich für mich mein persönliches A-E-I-O-U-Prinzip entworfen (mit einem Augenzwinkern zu lesen):

  • Ankommen. Akklimatisieren. Auspacken.
  • Essen. Erforschen.
  • Innehalten.
  • Ordnen. Ohrenstöpsel reinstecken!
  • Unruhe vermeiden. Untertauchen (unter die Decke), auf Urlaubsmodus schalten!!!

Im Urlaub

Der Tapetenwechsel tut allen gut. Der Reiz des Neuen durchflutet unsere Gehirne. Die Schönheit der Landschaft und das gute Essen wirken beruhigend und entspannend. Eigentlich kann nichts mehr schiefgehen! Treten trotzdem mal Differenzen auf, was bei vier Kindern und zwei sehr unterschiedlichen Eltern kaum vermeidbar ist, regeln wir diese eben wie zu Hause: Jeder darf abwechselnd sein Anliegen vorbringen und wir suchen gemeinsam nach einer Lösung. Die Bedürfnisse sind so unterschiedlich wie die einzelnen Menschen. Der eine möchte den ganzen Tag Musik hören, der andere braucht Ruhe. Kompromisse müssen eingegangen werden.

Im ersten Moment denke ich manchmal: „Nein, doch bitte nicht jetzt streiten! Wir sind im Urlaub!“ Doch genaugenommen ist der Zeitpunkt jetzt gar nicht so schlecht.

Wir haben ja Zeit! Konflikte an sich sind keine Katastrophe, wenn man gut damit umgeht. Nein, sie bauen sogar Brücken zum besseren gegenseitigen Verständnis und tragen dazu bei, dass wir unsere Beziehungen vertiefen können!!!

Auch interessant: Packen für den Urlaub



EIN ARTIKEL VON
  • Maria Lang

    Ich lebe mit meiner Familie in Wieselburg. In meiner Jugend bereiste ich die halbe Welt und war nach meiner Ausbildung sozial in Indien tätig. Nun unterrichte ich mit meinem Mann unsere vier Kinder zuhause und bin Autorin und Kulturvermittlerin im Stift Melk.


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