4. März 2020

Unsere Kinder: Die digitalen Natives

unsere kinder: die digitalen natives

Immer mehr elektronische Gadgets erobern unsere Haushalte und ziehen Kinder und Jugendliche in ihren Bann. Smartphones, soziale Netzwerke und digitale Communities gehören zu unserem Alltag. Doch auch bereits die Kleinsten wischen und klicken schon was das Zeug hält, bevor sie ganze Sätze beherrschen.

Diese sehr frühe Mediennutzung hat natürlich auch verschiedene Auswirkungen und birgt mögliche Gefahren mit sich. „Saferinternet.at“ hat dieses Jahr eine neue Studie veröffentlicht, welches besagt, dass fast 75% der befragten Eltern von 0-6-Jährigen, dem Kind eine gelegentliche Nutzung gestattet – und das bereits im Alter von durchschnittlich 12 Monaten. Vorrangig benutzt werden Tablets, Smartphones oder ein internettauglicher Fernseher.

81% der 3-6 Jährigen nutzen diese Geräte bereits allein und 22% von dieser Altersgruppe besitzen sogar zumindest ein Gerät für sich selbst.

Man beobachtet immer öfters, dass Kinder sich ohne digitale Geräte schwer zu beschäftigen wissen, oder ihre emotional schwierigen Situationen nicht verarbeiten können. Solche Situationen sind bedenklich und können mit einigen Grundregeln womöglich vermindert werden.

Wir Eltern als Vorbilder

In allererster Linie gibt es zu beachten, dass Eltern immer als Vorbildfunktion dienen! Experten raten Erziehungsberechtigten zur strikten Einhaltung von medienfreien Zeiten. Auch wenn es leichter ist, einem Kind während eines Wutausbruches das Handy in die Hand zu drücken, dass alle Quengelgeister schlagartig zum Verstummen bringt. Jedoch ist dieses Verhalten von Erwachsenen kontraproduktiv. Kinder sollten nie mit Mediennutzung belohnt oder beruhigt werden.

Sind die Kinder groß genug, gilt es Vorkehrmaßnahmen zu treffen, um mögliche Einflüsse zu vermeiden. Davon spreche ich hauptsächlich von Cybermobbing, Betrug oder Stalking. Oft sind deswegen auch kostenpflichtige Apps besser, da Datenmissbrauch und Werbung hier weniger wahrscheinlich sind und meist blockiert sind. Bei Youtube zum Beispiel, sollte man unbedingt die Autoplay-Funktion deaktivieren.

Beschränkungen und Kontrollen

Google Android bietet „Google für Familien“ (families.google.com) an, welches ermöglicht, im eigenen Account bis zu 5 Familienmitglieder hinzuzufügen, die allerdings jeweils ein eigenes Google Konto benötigen. So kann man gewisse Ressourcen wie Kalender, gekaufte Google-Play Inhalte und neuerdings auch die Games-Plattform Stadia gemeinsam nutzen. Die Schutzfunktion „App Family Link“ ist hier sehr zu empfehlen, die sowohl auf dem Eltern-Gerät als auf das Kinder-Gerät installiert werden muss.

Hiermit können Eltern Beschränkungen und Kontrollen geltend machen, wie Zeitlimitierungen, Schlafenszeiten festlegen, als auch gewisse Funktionen wie Inkognito-Modus blockieren. Am Kind-Gerät selbst, kann man als Elternteil auch nachkontrollieren, welche Seiten das Kind besucht hat und wie oft.

Auch Apple bietet Einschränkungen an, die das Elternleben um einiges vereinfach können. Die App hierzu nennt sich „Family Link“. Sogar Microsoft hat Vorkehrungen getroffen: Mit „Microsoft Family“ kann man eine eigene Familiengruppe errichten und individuelle Beschränkungen festlegen.

Eltern müssen sich selbst um den Schutz ihrer Kinder kümmern. Sie müssen Regeln vorgeben und ihren Nachwuchs Hinweise für eine sinnvolle Nutzung von Medien geben. Nach der Zeit sollte man weniger überwachen, und dem Kind das nötige Vertrauen entgegenbringen. Dies ist abhängig vom Entwicklungsstand des eigenen Kindes.

Digitale Geräte können äußerst hilfreich sein und auch sehr sinnvoll, allerdings sollten Eltern dies dem Kind auch korrekt vermitteln.

 

 



EIN ARTIKEL VON
  • Katharina Zauner

    Ich bin zweifache Mädchen-Mama, seit 2015 glücklich verheiratet und lebe seit meiner Geburt in Wien. Meine Wurzeln sind aus der wunderschönen Insel Taiwan in Südostasien, wodurch auch meine Kinder trilingual erzogen werden. Als diplomierte Touristikkauffrau und selbstständige Pädagogin bin ich überzeugt von alternativ-pädagogischen Ansätzen.


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