3. August 2015

Sonnenstich, Hitzekollaps & Hitzeschlag


Bei Temperaturen über 30 Grad stellen Sonnenstich, Hitzekollaps und Hitzeschlag die größten Risiken dar. Wie schützt man sich und was tut man dagegen?

Hohe Temperaturen sind derzeit keine Seltenheit, eine Hitzewelle jagt die nächste. Solche Wetterextreme sind leider nicht immer nur erfreulich, sie können auch gesundheitliche Gefahren mit sich bringen.

Neben Sonnenschäden an der Haut stellen der Sonnenstich, der Hitzekollaps und der Hitzeschlag die größten Risiken bei Temperaturen jenseits der 30 Grad dar. Vor allem Babys und Kleinkinder, aber auch ältere Menschen sind gefährdet.

Was ist eigentlich ein Sonnenstich?

Zu einem Sonnenstich kann es kommen, wenn man sich die Sonne längere Zeit ungeschützt auf den Kopf oder den Nacken scheinen lässt. Durch die dabei entstehende Wärme kommt es zu einer Erweiterung der Blutgefäße im Bereich der Hirnhäute, die Folge kann im Extremfall eine Hirnschwellung und damit eine Steigerung des Hirndruckes sein.

Säuglinge und Babys sind besonders gefährdet, denn solange die Schädelknochen nicht vollständig verschlossen sind – das kann bis zum zweiten Geburtstag dauern – sind die Hirnhäute weniger geschützt als bei Erwachsenen. Klassische Gefahrensituationen sind etwa längeres Planschen im Schwimmbecken ohne entsprechende Kopfbedeckung, lange Autofahrten, bei denen die Sonne direkt auf das Kind scheint oder z.B. ein längerer Spaziergang mit dem Kinderwagen ohne passenden Sonnenschutz.

Wie erkennt man einen Sonnenstich?

Typische Anzeichen für einen Sonnenstich sind ein roter, heißer Kopf bei gleichzeitig eher kühler Haut am restlichen Körper. Zudem kommt es zu Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit. Bei Babys und Kleinkindern fällt meist schrilles Schreien, Nahrungsverweigerung oder Erbrechen auf. Im schlimmsten Fall kann es, sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern, zu Bewusstlosigkeit und Krampfanfällen kommen. Letzteres ist eine absolute Notfallsituation, es muss sofort der Notruf gewählt werden.

Hitzeschaden ist nicht gleich Hitzeschaden

Nicht verwechseln darf man den Sonnenstich mit dem Hitzekollaps oder dem Hitzeschlag. Ein Hitzekollaps ist eine vorübergehende Kreislaufschwäche, die entsteht, wenn sich die Blutgefäße im ganzen Körper bei Hitze stark erweitern. Dadurch kann es zu einem raschen Blutdruckabfall und sogar zur Bewusstlosigkeit kommen. Im Unterschied zum Sonnenstich ist die betroffene Person dabei meist sehr blass, die Haut ist kühl und feucht. Auslöser können z.B. längeres Stehen oder auch Sport bei hohen Temperaturen sein.

Das Hochlagern der Beine fördert den Blutrückfluss zum Gehirn, das Bewusstsein kehrt meist sehr schnell wieder zurück. Dennoch sollte – vor allem bei Kindern – im Falle eines Hitzekollaps der Notruf verständigt werden.

Besonders gefährlich: der Hitzeschlag

Die gefährlichste Form des Hitzeschadens ist der Hitzeschlag. Bei starker Wärme arbeitet der Körper auf Hochtouren, um nicht zu überhitzen. Dies wird in erster Linie durch eine Erweiterung der Blutgefäße, eine Steigerung der Wärmeabgabe über die Haut und vermehrtes Schwitzen gewährleistet. Kann die Wärme allerdings nicht ausreichend abgegeben werden, kann ein Wärmestau entstehen. In der Folge steigt die Körpertemperatur auf 40 Grad und mehr an, was im Extremfall zu Organversagen und Gerinnungsstörungen bis hin zum Schockzustand führen kann.

Mögliche Ursachen für einen solchen Wärmestau können z.B. Sport bei großer Hitze oder auch das Tragen von zu warmer, luftundurchlässiger Kleidung sein. Babys und Kinder sind besonders gefährdet, da ihre Temperaturregulationsmechanismen noch nicht vollständig ausgereift sind und es ihrem kleinen Körper schwerer fällt, Wärme in Form von Schweiß abzugeben.

Anzeichen für einen Hitzeschlag sind eine sehr heiße und gerötete, aber trockene Haut, schneller Herzschlag, Kopfschmerzen, Schwindel sowie Verwirrtheit oder Bewusstlosigkeit bis hin zu Krampfanfällen. Betroffene Babys verweigern typischerweise die Nahrung, schreien sehr laut oder wirken im Gegenteil lethargisch und „gleichgültig“.

Was tun im Notfall?

Ein Hitzeschlag ist ein lebensbedrohlicher Zustand, es muss unverzüglich der Notruf 144 oder 112 verständigt werden. Für alle Formen eines Hitzeschadens, egal ob Sonnenstich oder Hitzeschlag, gilt generell: Die betroffene Person muss sofort an einen kühlen, schattigen Ort gebracht werden, die Kleidung sollte geöffnet oder gelockert werden und die Person muss ausreichend zu trinken bekommen. Kalte Umschläge an Kopf oder Nacken können Erleichterung bringen.

Ist die betroffene Person nicht bei Bewusstsein, muss sie bis zum Eintreffen der Rettung in stabiler Seitenlage gelagert werden. Ist die Person bei Bewusstsein, sollte sie mit leicht erhöhtem Oberkörper gelagert werden; auch ohne offensichtlich bedrohliche Situation sollte jede Form von Hitzeschaden ärztlich abgeklärt werden.

Vorbeugung

Trotz dieser Gefahren ist es aber natürlich möglich, den Sommer in vollen Zügen zu genießen. Wichtig ist vor allem, auf den eigenen Körper zu hören, den Hausverstand walten zu lassen und besonders für Kinder mitzudenken.

Die wichtigsten Maßnahmen bei großer Hitze sind ausreichend zu trinken (mindestens zwei bis drei Liter pro Tag), immer entsprechenden Kopfschutz und luftige Kleidung zu tragen, die Mittagshitze zwischen 12 und 15 Uhr zu vermeiden, Sport und körperliche Anstrengung wenn möglich auf die kühleren Tageszeiten zu verlegen und zwischendurch immer wieder im Schatten abzukühlen.

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EIN ARTIKEL VON
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