31. März 2018

Stereotype Spielsachen – Puppen für Mädchen, Autos für Buben?

stereotype spielsachen - meinefamilie.at

Der 8. März ist vorbei und mit ihm der internationale Frauentag mit zahlreichen starken Initiativen. Es ist wichtig, dass wir als Gesellschaft gemeinsam gleiche Chancen einfordern und uns gegen Stereotypisierung wehren. Allerdings gibt es da jemanden, der sich konsequent aus dieser Debatte heraushält, ja sogar dagegensteuert: Die Werbung.

Konnten in meiner Generation noch gemeinsam Buben und Mädchen mit bunten Steinen eines berühmten skandinavischen Spielzeugproduzenten spielen, sieht es in der Generation meines Sohnes schon ganz anders aus: Das Regal im Spielzeuggeschäft ist nun zweigeteilt, auf der einen Seite finden sich Raumschiffe und Piraten wieder, auf der anderen Seite gibt es mittlerweile eine Auswahl von in zartem Rosa gehaltenen Spielsets.

Stereotype bei Kleidung, Spielen und Nahrungsmitteln

Ähnlich die Erfahrungen beim Kleidungseinkauf: Bei einer berühmten Textilkette sind immerhin noch die Strampler für Neugeborene nicht nach Geschlecht sortiert, ab der Größe 68 gibt es dann aber eine reiche unterschiedliche Auswahl für Buben und Mädchen: Während bei den Buben coole Jeansmode dominiert, können die Eltern der Mädchen in rosa Bikinis und Slim fit Jeans schwelgen, wir sprechen wohlgemerkt noch immer von Kleidung für Babys und Kleinkinder.

Die Unterscheidung der Geschlechter und damit die Zuschreibung von Vorlieben begleitet uns sogar bis hin zum Lebensmitteleinkauf: Egal ob im Süßwarenregal oder bei Joghurts: Es gibt rosa Prinzessinen und blaue Piraten – im optimalen Fall werden dann bei zwei Kindern unterschiedlichen Geschlechts zwei Produkte gekauft und der Rubel rollt.

Gender Marketing

Dies ist das Zauberwort, dem wir allerdings nicht wehrlos ausgeliefert sind. Als Eltern können gezielt auf die Interessen der Kinder hören und versuchen, diese zu fördern: So hielt in unserer Küche schon bald eine kleine Holzküche Einzug und weil Papa gut und regelmäßig kocht, käme auch der Sohn nicht auf die Idee, dass es sich dabei um „Mädelsspielzeug“ handeln könnte. Seit es eine kleine Cousine in der Familie gibt, ist plötzlich auch seine Puppe interessant – auch wenn diese zum Teil bei ihrem Puppenpapa wilde Fahrten auf dem Fahrrad mitmachen muss.

Es soll dabei aber nicht darum gehen, der Tochter die heiß ersehnte Puppe zum Geburtstag zu verweigern oder dem Sohn die Freude an den Spielzeugautos zu nehmen, sondern sich einfach dieser Tatsache bewusst zu sein und beim Spielzeug-Einkauf sensibel vorzugehen.

Es gibt Alternativen

Schließlich gibt es eine Menge an Spielzeug, dass ohne stereotype Zuschreibungen auskommt und großen Spaß macht: Angefangen von den Matador Bausteinen, mit denen die tollsten Projekte entstehen bis hin zu Gesellschaftsspielen für die ganze Familie gibt es eine Reihe von Alternativen, an denen im besten Fall auch wir Eltern Freude haben. Warum nicht auch jetzt bei schönem Wetter wieder alte Spielideen aktivieren wie das „Gummihüpfen“ oder gemeinsam als Familie etwas Neues probieren? Unser Favorit ist seit dem letzten Sommer ist das schwedische „Wikingerschach“, dass im Garten oder Park gespielt werden kann und Groß und Klein gleichermaßen Spaß macht. Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen.

Das beste Spielzeug allerdings ist immer noch die eigene Fantasie

Derzeit bei meinem Sohn hoch im Kurs: Die Kugelbahn für Murmeln, die aus den ausrangierten Kartons konstruiert wurde und mit Paketband fixiert nun durchs ganze Kinderzimmer führt…

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EIN ARTIKEL VON
  • Julia Standfest

    Als Mutter eines Sechsjährigen und Älteste in einem Dreimäderlhaus kenne ich den Familienalltag nur zu gut. Beruflich versuche ich die Anliegen und Bedürfnisse der Familien als Pressereferentin des Katholischen Familienverbandes an die Öffentlichkeit zu transportieren.


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