21. Dezember 2017

Schatzsuche: Wir finden Jesus in der Krippe

Schatzsuche - meinefamilie.at

Gemeinsam mit meinem sechsjährigen Sohn gehe ich auf Schatzsuche…und finde Jesus in der Krippe. Die Krippe bekommt ab dem Heiligen Abend bei uns einen besonderen Platz.

Wir sind auf dem Weg zum alljährlichen adventlichen Keksebacken bei Oma und Opa im Burgenland, da höre ich unseren Ältesten von der Rückbank: „Mami, weißt du, was ich einmal werden will?“ „Was denn?“, frage ich und erwarte mir die üblichen Antworten wie Polizist oder Feuerwehrmann. Ich werde überrascht: „Schatzsucher!“, sagt mein Sechsjähriger. Was genau er denn damit meine, will ich wissen. „Na ja, ein Schatzsucher, der im Meer nach Perlen und Gold taucht.“ Was für ein Berufswunsch!

In dem Alter wollte ich Reitlehrerin oder Sängerin werden, im Vergleich zum Schatzsucher ziemlich langweilig. Ich versuche mit aller Ernsthaftigkeit über diesen originellen Berufswunsch mit meinem Sohn zu sprechen, der sich anscheinend schon viele Gedanken darüber gemacht hat. Tauchen müsse man da, und das könne er ja schon einmal mit seiner Taucherbrille üben. Wir haben also schon Pläne für den Sommer!

Jesus ist der Schatz

Als wir am Abend, müde vom Teigkneten, Kekse-Ausstechen und Lebkuchen-Verzieren bei den Großeltern, wieder heimwärts fahren, kommt mir in den Sinn: Schatzsucher sind wir gerade im Advent doch alle! Und der Schatz, der gefunden werden will, das ist der kleine Jesus in der Krippe. Nach den Wochen der Vorbereitung, in denen Kekse gebacken, Geschenke gekauft und verpackt, Roraten mitgefeiert und Herzen bereitet wurden, soll sich am Heiligen Abend alles um diesen Schatz drehen. Auch wenn die neue Playmobilritterburg noch so spannend ist und der Weihnachtsbraten noch so gut duftet.

Die Krippe bei uns zuhause

Die Krippe mit Jesus, Maria und Josef bekommt deshalb bei uns einen besonderen, zentralen Platz (der zugleich auch so kindersicher sein muss, dass der Zweijährige die zerbrechlichen  Steinfiguren nicht auf den Boden katapultieren kann).

Schatzsuche - meinefamilie.atDie Futterkrippe selbst ist anfangs noch leer. Wenn es dann im Weihnachtsevangelium beim Evangelisten Lukas heißt, „sie wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, weil in der Herberge kein Platz für sie war“, legt eines unserer Kinder das Jesuskind hinein.

Und dann bleiben wir einfach eine Weile vor Jesus. Singen „Stille Nacht“ und „Ihr Kinderlein kommet“. Bringen Jesus unsere Bitten und zünden bei jeder Fürbitte ein kleines Teelicht an. Und wir wissen: Selbst wenn von Andacht beim Geschenke-Auspacken, Spielen und Essen wenig zu spüren ist, Jesus, der größte Schatz, ist mitten unter uns.



EIN ARTIKEL VON
  • Sandra Lobnig

    Seit ich Kinder habe, ist mein Leben schöner, erfüllter, spannender geworden. Und wahrscheinlich auch anstrengender. Ich bin Theologin und lese und schreibe über Ehe-, Erziehungs- und Glaubensthemen. Mit meinem Ehemann und unseren vier kleinen Kindern lebe ich in Wien.


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