1. Dezember 2015

Geschenke für Kinder – weniger ist mehr


Weihnachten naht und was Geschenke für Kinder betrifft, gilt wie so oft: Weniger ist mehr. Außerdem: Warum nicht alles “pädagogisch wertvoll” sein muss.

Ich kann zwar erst aus 18 Monaten Erfahrung – also umgerechnet einem Weihnachtsfest und einem Geburtstag – sprechen, aber in diesem Zeitraum zeigten sich folgende Dinge ganz klar:

Teuer ist nicht gleich wertvoll

…oder zwangsläufig beliebter. Im Gegenteil, aus manchmal unerklärlichen Gründen landen die schönsten, teuersten, speziellsten Geschenke oft gaaanz weit unten in der Spielekiste und geraten dort in Vergessenheit.

Alltagsgegenstände sind der Hit

Für Kinder (je kleiner, umso mehr) bedeutet Spielen vor allem eines: Lernen. Und weil sie lernen indem sie nachahmen, wird nichts (und mit nichts!) lieber gespielt, als mit Dingen, die der Alltag so hergibt. Die Kleinen wollen tun, was Mama, Papa oder Oma machen, sprich kochen, putzen, Wäsche waschen und – ja, leider – Geräte bedienen. Während Computer, Spülmaschine und Mobiltelefon natürlich immer gut überwacht werden sollten, macht es durchaus Sinn, die Kleinen in die alltäglichen Abläufe miteinzubeziehen und ihnen die Freude an Kochlöffel, Staubsauger und Aktentasche nicht zu nehmen. Pluspunkt: Freude machen muss nichts kosten.

Selbst gemachte Geschenke für Kinder

Kleinkindern ist es (zum Glück) noch vollkommen egal, ob ein Geschenk gekauft, gebraucht oder selbst gemacht ist. Auch über die kleinste Aufmerksamkeit können sie sich freuen wie sonst keiner. Praktischerweise lassen sich hierbei auch Omas, Opas, Verwandte, Freunde und deren individuelle Talente und Fähigkeiten ganz toll miteinbeziehen: Keiner näht so gut wie Oma, kaum jemand ist so lustig wie der Onkel,… Und wir Eltern freuen uns über ein paar Stunden freie Zeit. 😉

Pädagogisch wertvoll – oder auch nicht

Die Spiel- und Lernmaterialien nach Maria Montessori (und vieles andere) sind nicht nur schön und nachhaltig (weniger Plastik, mehr Holz), sondern helfen dem Kind dabei, seine unterschiedlichen Fähigkeiten konkret weiter zu entwickeln. Je nach Altersstufe.

Aber: Erfahrungsgemäß ist „pädagogisch wertvoll“ nicht immer gleichzusetzen mit „beliebt“, denn manchmal muss die Sache einfach leuchten, sich bewegen oder wenigstens Musik machen, um gut anzukommen. 😉

Jedes Kind ist anders

Das eine liebt Puppen, das andere kann sich dafür so gar nicht erwärmen. Für manche sind Bücher das allergrößte, bei anderen stapeln sich diese bereits, ohne je eines Blickes gewürdigt worden zu sein. Kinder und ihre Interessen sind wohl so verschieden, wie wir Erwachsene und unsere Hobbys auch, und ganz bestimmt kann sich vieles davon im Laufe der Jahre noch ändern. Aber in der Zwischenzeit wird es wenig Sinn machen, dem Sohn das zehnte Auto zu schenken und schmackhaft machen zu wollen, nur weil Papa sich einfach kein tolleres Geschenk vorstellen kann.

Egal was, wann, wie viel und wie oft man schenken möchte, das größte und schönste Geschenk bleibt nach wie vor die Zeit. Kinder können sich offensichtlich mit erstaunlich wenig zufrieden geben, aber von einer Sache bekommen sie nie genug: von der Aufmerksamkeit ihrer Eltern. Daher versuche ich mir für unser zweites gemeinsames Weihnachtfest (und die dazugehörigen Ferien) Folgendes vorzunehmen: wenig Geschenke, aber dafür ganz viel Zeit für gemeinsames Spielen.

Passend dazu: Ideen, um die Adventszeit mit der Familie zu gestalten

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EIN ARTIKEL VON
  • Katharina Weinlich

    Ich komme aus Südtirol, studierte Geschichte in Rom und bin vor 5 Jahren in Wien sesshaft geworden. Seit Mai 2014 bin ich Vollzeitmami. Meine Begeisterung gilt meinem Mann, unserer Tochter, dem Sommer & Sonnenschein, Pizza, den USA (Ort all meiner Reiseträume) und dem lieben Gott.


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