19. Dezember 2017

Zu Weihnachten Erinnerungen schaffen

Zu Weihnachten Erinnerungen schaffen - meinefamilie.at

Kein anderes Fest lebt derartig von Erinnerungen wie Weihnachten. Die große Herausforderung für uns Eltern ist, von unseren eigenen Erinnerungen zu zehren und gleichzeitig als junge Familie eigene Traditionen zu entwickeln.

Vergangenes Jahr sagte unsere Nachbarin, ebenfalls Mutter von drei Kindern, am Vormittag des 24. Dezembers zu mir:

„Unsere Kinder werden sich einmal bestimmt nicht daran erinnern, ob zu Weihnachten die Wohnung perfekt geputzt ist.“

Meine innere Unruhe wegen all der unerledigten Punkte auf meiner To-Do-Liste hat sich daraufhin mit einem Schlag zu einem großen Teil gelegt. „Recht hast du!“ antwortete ich und konnte die vielen offenen Baustellen in unserem Zuhause an diesem Tag viel besser akzeptieren. Die Erinnerungen meiner drei an die Weihnachtszeit sollen ja nicht hauptsächlich von ihrer gestressten Mutter geprägt sein, die wie wild den dreckigen Fußboden schrubbt und frustriert über die Fülle an Aufgaben stöhnt. (Auch wenn ich oft diese Mutter bin – und auch das muss ich akzeptieren!)

„Das war so schön damals!“

Wenn es nicht die aufgeräumte Wohnung ist, was wird sich dann ins emotionale Gedächtnis meiner Kinder einprägen? Unser abendliches Zusammensein beim Adventkranz? Das ist oft sehr schön, endet manchmal aber auch mit Tränen. Weil die Geschichte zu kurz war oder weil sich Bruder und Schwester streiten, wer denn die Kerze ausblasen darf. Das gemeinsame Kerzendrehen aus Bienenwachsplatten? Ich bin keine große Bastlerin, somit war diese Bastelaktion durchaus außergewöhnlich und erinnerungswürdig, finde ich.

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© Sandra Lobnig

Das große Keksebacken bei Oma und Opa? Das ist jedenfalls der große Wunsch der Großeltern, die meinen: „Die Kinder sollen später sagen: Das war sooo schön damals!“

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© Sandra Lobnig

Und da sind dann noch meine eigenen Erinnerungen: Ich schmecke noch die Schokolade aus dem Adventkalender, sehe den großen Christbaum im Wohnzimmer meiner Eltern, schmunzle über meine Kicheranfälle beim weihnachtlichen Blockflötespielen – all das und noch viel mehr beeinflusst mein Bild von Weihnachten.

Die große Herausforderung für uns Eltern ist es, von dem, was wir als Kind erlebt haben zwar zu zehren, als junge Familie aber auch etwas Eigenes zu entwickeln. Also nicht nur unsere alten Erinnerungen aufwärmen, sondern Advent und Weihnachten so feiern wie es zu uns als Familie passt.



EIN ARTIKEL VON
  • Sandra Lobnig

    Seit ich Kinder habe, ist mein Leben schöner, erfüllter, spannender geworden. Und wahrscheinlich auch anstrengender. Ich bin Theologin und lese und schreibe über Ehe-, Erziehungs- und Glaubensthemen. Mit meinem Ehemann und unseren vier kleinen Kindern lebe ich in Wien.


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