24. Dezember 2015

Eine Geschichte rund um Weihnachten

Weihnachtsgeschichte - meinefamilie.at

Erst erwacht das Schaf Berti wie an jedem anderen Tag. Doch plötzlich darf es das Jesuskind wärmen… Die Weihnachtsgeschichte aus der Sicht des Lämmchens.

Ja, was ist denn das? …

Verwundert reibt sich Berti, das kleine Lämmchen, die schlaftrunkenen Augen.

„Es ist ja fast so hell wie am Tag.“

Dabei ist sich Berti ganz sicher:

„Ich bin doch gerade erst eingeschlafen, es kann noch nicht Tag sein!“

Ein bisschen bekommt Berti Angst und blökt: „Mama?“

Doch die murmelt bloß: „Schlaf weiter“, und der große Widder grunzt ärgerlich im Schlaf.

Das kleine Lämmchen hebt ganz vorsichtig den Kopf.

Jetzt kann es besser sehen.

„Das kann nicht die Sonne sein“, denkt Berti, als er in das große, helle Licht blickt.

„In die Sonne kann man doch nicht schauen, die blendet.“

Dieses Licht aber ist anders, es tut nicht weh in den Augen.

 

Und – da bewegt sich doch was im Licht.

Wirklich helle Gestalten tanzen über der Erde.

Die Luft ist erfüllt mit einer wunderschönen Melodie: „Friede auf Erden“, singen sie.

Auch die Hirten stehen da mit offenem Mund und starren in das Licht.

Einige dieser furchtlosen, manchmal rauen Gesellen knien sogar.

Einer wischt sich ganz verstohlen eine Träne von der Wange.

Ein Hirte nimmt Berti auf die Schulter.

„Komm, du sollst unser Geschenk sein!“

Ein bisschen ist das kleine Lämmchen aufgeregt, schließlich hat ihm noch niemand erklärt, was ein Geschenk ist.

Es muss aber wichtig sein, spürt Berti.

 

Langsam gehen die Hirten mit dem Lämmchen zum Licht, bis sie sich bücken müssen und in einer Höhle stehen.

In der Höhle ist es auch ganz hell.

Berti ist verwirrt.

In einer Höhle war er schon oft. In einer Höhle ist es auch am hellen Tag finster und dunkel.

Heute ist das anders.

Das Licht strahlt vom Futtertrog her.

Dort stehen ein Mann und eine Frau, auch ein Ochse und ein Esel sind da.

Alle schauen ganz glücklich aus und freuen sich.

 

Der Hirte legt das kleine Lämmchen zu dem neugeborenen Kind in den Futtertrog.

Ganz leise und sanft sagt er: „Das ist unser Geburtstagsgeschenk!“

Dann gehen sie wieder.

Fast bekommt das kleine Lämmchen jetzt Angst, weil es alleine hier bleiben soll.

Doch dann merkt das Lämmchen, dass das kleine Kind zittert.

„Dir ist kalt“, blökt Berti, „Warte, ich will dich wärmen.“

Ganz nahe schmiegt sich Berti an das Neugeborene, um es mit seiner dichten, warmen Wolle zu wärmen.

Der Mann freut sich.

Er streicht mit seiner rauen, schwieligen Hand ganz zart über den Kopf des Lämmchens.

„Danke“, sagt er freundlich, „du wärmst den Erlöser der Welt.“

Das kleine Lämmchen hat keine Ahnung, was das ist, ein Erlöser.

Aber es freut sich in der hellen Höhle mit der wunderschönen Musik zu sein.

 

Berti kuschelt sich noch näher an das neugeborene Kind, das friedlich eingeschlummert ist.

Auch das kleine Lämmchen wird müde und bald träumt es einen eigenartigen Traum:

Ein kleines Schaf ist da und ein großer, mächtiger Löwe.

Vor dem muss sich das Schaf aber überhaupt nicht fürchten.

Sie sind dicke Freunde und spielen miteinander: der Löwe und das Schaf.

Und über ihnen ist ein himmlischer Chor und singt:

„Verherrlicht ist Gott in der Höhe und Friede auf Erden.“

 

Eine weitere Geschichte zum Vorlesen: „Das Geschenk“

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EIN ARTIKEL VON
  • Michael Scharf

    Als Priester durfte ich den Großteil meines Lebens Familien, Kinder und Jugendliche begleiten. Ich habe viel von Kindern und Jugendlichen gelernt: im Kindergarten, in der Schule, in Gruppenstunden, auf Wallfahrten und Lagern. Derzeit darf ich Jugendseelsorger der Erzdiözese Wien sein.


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