12. Dezember 2017

Das Christkind ist kein goldgelocktes Engerl

Christkind kein Engerl - meinefamilie.at

Weder der Weihnachtsmann noch das Christkind bringen bei uns die Geschenke. Was ich meinen Kindern erzähle, soll wahr sein.

Früher war ich überzeugte Weihnachtsmann-Gegnerin. Wer braucht schon diesen alten Mann in Rot? Heute ist mir der Weihnachtsmann relativ egal. Mein Mann erklärt unseren Kindern ja, dass der Weihnachtsmann eigentlich der Heilige Nikolaus ist. Santa Claus eben. Jedes Mal, wenn wir einen dieser Plastikweihnachtsmänner sehen, die sich eine Fassade hinauf kämpfen, ruft eines meiner Kinder deshalb laut: „Schau, der Nikolaus!“

Das Christkind ist kein Engerl - meinefamilie.at
“Schau, ein Weihnachtsmann!”

Im Gegensatz zum goldgelockten Christkind ist mir der Weihnachtsmann fast sympathisch. Dieses mit zartem Klingelingeling und wehendem Gewand am Fenster vorbeifliegende Engerl bringt bei uns definitiv nicht die Geschenke!

Aber was ist dann mit dem Weihnachtzauber, werde ich oft gefragt. Zauberhaft, geheimnisvoll und glitzernd soll es bei uns auf jeden Fall auch sein! Nur, anlügen will ich meine Kinder nicht. Denn dann werden sie eines Tages im wahrsten Sinne des Wortes ent-täuscht werden. Ich erinnere mich selbst noch sehr gut an den mitleidvollen Blick meiner Volksschullehrerin, als sie sagte: „In Wirklichkeit gibt es das Christkind gar nicht!“ Das war nicht schön!

Das Christkind ist das Jesusbaby

Wenn Tanten, Onkeln oder Großeltern vom geschenkebringenden Christkind sprechen, mische ich mich deswegen aber nicht sofort besserwisserisch ein. Alles, was ich über Weihnachten, den Christbaum und die Geschenke sage, soll aber der Wahrheit entsprechen. Und die Fragen der Kinder beantworte ich ebenfalls wahrheitsgemäß. Ich möchte nicht irgendwann einmal sagen müssen: „Das, was wir euch damals erzählt haben, stimmt eigentlich gar nicht.“

Das echte Christkind, also das kleine Jesusbaby, soll dafür umso mehr Aufmerksamkeit bekommen. Denn an dieses Christkind, dessen Geburtstag wir zu Weihnachten feiern, glauben wir ja! Die kleine Futterkrippe, die die Kinder mit Stroh ausgelegt haben, steht die Wochen vor Weihnachten schon bereit und wartet auf das Jesusbaby. Dieses Christkind wird nicht fragen, ob die Kinder (oder wir Eltern) eh brav gewesen sind und die Geschenke verdient haben. Im Gegenteil: Es kommt ganz und gar unverdient.

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EIN ARTIKEL VON
  • Sandra Lobnig

    Seit ich Kinder habe, ist mein Leben schöner, erfüllter, spannender geworden. Und wahrscheinlich auch anstrengender. Ich bin Theologin und lese und schreibe über Ehe-, Erziehungs- und Glaubensthemen. Mit meinem Ehemann und unseren vier kleinen Kindern lebe ich in Wien.


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