1. Januar 2015

Warum beten wir zu Gott?


Warum beten? Weil sich Gott sich für jeden von uns interessiert, er hat für jeden ein offenes Ohr für uns und will unsere Freundschaft.

Warum beten? Was sage ich einem Gott, der ohnehin alles weiß?

Warum will Gott, dass wir mit ihm reden, wenn er eh alles weiß? Also warum beten wir? Eine berechtigte Frage.

Gott ist allmächtig, er hat alles geschaffen, kennt alle Geheimnisse und weiß sogar die Anzahl der Haare auf unserem Kopf. Doch er möchte, obwohl er alles weiß, Anteil nehmen an unserem Leben und alles mit uns teilen.

Ist das nicht komisch?
Oder aber einfach genial!

Er, der große Gott, interessiert sich für uns, für jeden einzelnen. Deshalb dürfen wir ihm alles erzählen, und das jederzeit. Er hat immer ein offenes Ohr für uns.

In Psalm 121 heißt es:

„Er, dein Beschützer, schläft nicht.“

Gott entgeht absolut nichts, er wacht über uns und kümmert sich um jedes Detail unseres Lebens. Egal, ob wir etwas brauchen oder ob wir ihm einfach etwas erzählen wollen. Ob wir unsere Freude teilen möchten oder unser Leid. Er weiß, dass uns das gut tut, uns alles von der Seele zu reden. Wir dürfen ihm einfach alles anvertrauen wie einem besten Freund.

Ganz ungezwungen ein “Freies” Gebet

Wenn wir so ganz ungezwungen mit ihm reden, ist das auch Gebet. „Freies“ Gebet. Kinder können das ganz wunderbar und natürlich. Sie denken nicht lange nach, danken für die Sonne, das leckere Essen, die Puppe.

Erwachsene müssen sich da manchmal ganz schön überwinden. Ich habe diese Form von Gebet als Jugendliche kennengelernt und empfinde es mittlerweile als ganz normal. Oft rede ich einfach zwischendrin mit Gott wenn mich etwas beschäftigt. Meist leise, manchmal aber auch laut. Es kommt vor, dass ich mich bei ihm beschwere – über meine Kinder, meinen Mann, andere Herausforderungen…

Manchmal bekomme ich eine Antwort, aber nicht immer. Doch irgendwie stärkt es mich und ich fühle mich nicht so allein mit meinen Problemen, wenn ich mich damit an Gott wende. Der Gott, der sich Jahwe nennt, der „Ich bin da“ ist an meiner Seite, egal, was ich gerade tue. Das ist ein wunderbares Gefühl und schenkt mir Sicherheit.

Den Kindern tut es gut

Auch unseren Kindern tut es gut, zu wissen, dass da jemand ist, der über uns wacht. Ein positiver großer Beschützer, der alles in der Hand hat. Deshalb beten wir für unsere Kinder jeden Abend im Bett und segnen sie zum Zeichen dafür, dass sie ganz unter dem Schutz und der Fürsorge Gottes stehen.

Als Mutter wird mir immer wieder bewusst, wie groß die Verantwortung ist, die ich für meine Kinder trage. Besonders wenn sie krank sind oder Probleme haben, fühle ich mich oft wirklich machtlos. Dann bete ich speziell für sie. Und dann tut es gut zu wissen, dass sie in Gottes Händen absolut gut aufgehoben sind!

Scheu vor dem Gebet

Manche haben vielleicht trotzdem eine Scheu davor, mit Gott so vertraulich umzugehen. Da helfen manchmal vorformulierte Gebete. Auch seine Freunde, die Apostel, hat Jesus ein Gebet gelehrt, das Vater unser. Wenn du genau nachlesen möchtest, findest du es in Matthäus 6, 9-13.

Und doch geht es Gott nicht in erster Linie darum, dass wir möglichst viele Gebete fehlerfrei heruntersagen. Wir müssen ihn nicht „milde und gnädig“ stimmen, denn er ist es uns gegenüber ohnehin. Er ist zu uns wie ein guter Vater, oder ein guter Hirte. Er möchte wissen, wie es in uns wirklich aussieht. Wenn uns ein vorformuliertes Gebet dabei hilft, ist das gut. Mir persönlich hat schon oft ein Psalm direkt aus der Seele gesprochen. König David, der die meisten Psalmen verfasst hat, beschreibt darin die verschiedensten Gefühlslagen und ich habe mich schon oft darin wiedergefunden.

in Psalm 88, 2-3 heißt es:

„Herr, mein Gott, du allein kannst mir noch helfen! Tag und Nacht schreie ich zu dir! Höre mein Gebet, vernimm mein Flehen!“

Und weiter im Vers 4:

„Schweres Leid drückt mich nieder, ich bin dem Tod schon näher als dem Leben.“ Das sind starke Worte in tiefer Not.

Aber auch Zuversicht bringt er wunderbar zum Ausdruck wie im bekannten Psalm 23:

 „Der Herr ist mein Hirte. Nichts wird mir fehlen.“

Oder aber Freude:

 „Jubelt Gott zu, all ihr Menschen auf der Erde! Singt und musiziert zu seiner Ehre, stimmt ein Loblied an auf seine Größe und Pracht!“ Ps. 66,2

Nimm dir einfach mal Zeit, um im Buch der Psalmen zu schmökern und sie aufmerksam durchzulesen. Du wirst bleibende Schätze für dich entdecken!

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EIN ARTIKEL VON
  • Maria Lang

    Ich lebe mit meiner Familie in Wieselburg. In meiner Jugend bereiste ich die halbe Welt und war nach meiner Ausbildung sozial in Indien tätig. Nun unterrichte ich mit meinem Mann unsere vier Kinder zuhause und bin Autorin und Kulturvermittlerin im Stift Melk.


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