20. November 2019

Sinn oder Sinnlosigkeit von Adventskalendern?

Sinn oder Sinnlosigkeit von Adventskalendern

Schon seit zwei Wochen hat der Christkindlmarkt geöffnet. Ebenso gibt es seit geraumer Zeit, eine große Auswahl an Adventskalendern im Angebot.

An der Kassa von Supermärkten locken die mit Schokolade gefüllten Kalender. Im Buchladen neulich hab ich welche mit 24 Teebeuteln und sogar mit Wellness-Produkten entdeckt. Und beim Durchblättern der Post, fand ich noch einige andere Varianten, die mit Spielzeug oder ähnlichem gefüllt sind.

Der für mich Abgefahrenste, wurde in einem Prospekt für Haustier-Bedarf angepriesen: Adventskalender für Hund, Katzen oder Kleintiere, befüllt mit 24 Snacks. Als ich das gelesen habe, fielen mir wirklich fast die Augen aus dem Kopf.

Unglaublich!

Wo sind bloß die Zeiten geblieben, als ein Adventskalender noch aus buntem Karton mit 24 Türchen bestand, die man Tag für Tag öffnen konnte? Ich weiß, ich klinge jetzt absolut altmodisch, aber ich muss sagen, mir gefiel die ursprüngliche Variante wirklich am besten. Wir hatten als Kinder einen solchen, in Form eines Hauses, bei dem die Rückseite leicht durchscheinend war, ähnlich wie Seidenpapier.

Wenn man den ans Fenster hängte und die Türchen öffnete, wurde nach und nach das ganze Haus erleuchtet. Das fand ich so schön, dass ich mich heute noch gerne daran erinnere.

Warum gibt es überhaupt Adventskalender? Was ist ihr eigentlicher Sinn?

  • Das Gestalten der Wartezeit auf Weihnachten
  • Eine Übersicht für Kinder – wie lange noch?

Punkt. Eigentlich sind das die einzigen beiden Gründe, warum man für Kinder einen Adventskalender aufhängt. Dafür finde ich solche Türchen-Kalender eigentlich am besten geeignet. Die Symbolik, dass Tag für Tag ein bisschen mehr Licht ins Dunkel kommt, finde ich sehr schön.

Von Schoko-Kalendern halte ich gar nichts. Der Advent ist eine Fastenzeit und ich finde es gut, wenn man das auch so lebt. Die Sonntage und die einzelnen Feiertage wie Nikolaus, sind ohnehin Ausnahmen.

Warten lernen und die Vorfreude steigern

Spielzeug-Kalender sind ganz nett, wenn man den Kalender an sich als Geschenk sieht. So wird eben statt eines großen Geschenkes am 24. Dezember jeden Tag bis dahin ein kleiner Teil ausgepackt. Für besonders ungeduldige Kinder ist das sicher eine nette Sache.

Aber gleichzeitig denke ich, es ist auch sinnvoll, wenn man warten lernt, besonders in unserer heutigen Zeit, wo man ohnehin fast alles immer haben kann. Die Adventszeit ist eine Chance, warten zu lernen, doch leider wurde sie eher zu einer vorgezogenen Weihnachts-Feierzeit. Wenn es dann so weit ist, am 24. Dezember, haben viele schon gar keine Lust mehr auf großes Feiern, da sie keine Kekse und keinen Punsch mehr sehen können. Das finde ich schade.

Ich will jetzt niemandem das Punschtrinken am Adventsmarkt vermiesen, aber ich denke, es hat schon seinen Sinn, wenn man etwas er-warten kann. So, wie es das Wort „Advent“ ja impliziert. Die Ankunft Jesu feiern wir eben am 24. Dezember. Bis dahin ist Wartezeit, die man mit schönen Ritualen und Vorbereitungen füllen kann. Der Adventskalender kann dabei helfen, diese Wartezeit für Kinder ein wenig erträglicher zu machen, aber er soll nicht ein Vorwegnehmen des eigentlichen Festes sein und auch nicht der Geschenke, die man dann bekommt.

In unserer Familie haben wir seit Jahren einen ganz besonderen, selbst gemachten Adventskalender. Vielleicht ist das ja die Variante, die dir und deinen Kindern am besten gefällt?



EIN ARTIKEL VON
  • Maria Lang

    Ich lebe mit meiner Familie in Niederösterreich im Erlauftal. In meiner Jugend bereiste ich die halbe Welt und war nach meiner Ausbildung sozial in Indien tätig. Nach fünf Jahren Homeschooling sind nun alle vier Kinder in öffentlichen Schulen und ich bin Kulturvermittlerin im Stift Melk.


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