21. Juni 2015

Mit Kindern beten: Wie geht es?


Beten ist etwas Freiwilliges, das man nicht aufzwingen kann – undetwas, das jedes Kind kennenlernen muss. Erfahrungen, wie man mit Kindern beten kann.

Teresa von Ávila hat es in etwa so formuliert: Ein Gebet ist wie ein Gespräch mit einem guten Freund. Ein guter Freund hört zu, einem guten Freund kann man alles anvertrauen – und zwar immer und überall, zu jeder Zeit und bei jeder Gelegenheit. Und ein guter Freund verrät keine Geheimnisse an andere. Wunderschön, oder?

Ab wann sollen Kinder beten?

Oje – ich fürchte, diese Frage ist in mehreren Ebenen komplett falsch gestellt: Beginnen wir mit dem Wörtchen „sollen“. Kinder sollen nicht beten, sie dürfen beten! Wir alle sind eingeladen, unsere Gedanken, Wünsche, Sehnsüchte, Hoffnungen mit Gott zu teilen – im direkten Gespräch mit ihm als unserem besten Freund. Dabei führt auch die Frage nach dem besten Beginn („ab wann“) ad absurdum: Kinder beten dann, wenn es ihnen ein Bedürfnis ist. Allerdings brauchen sie die grundlegende Information darüber, dass es diese Form des Gespräches mit Gott überhaupt gibt!

Deshalb betete ich bereits mit meinen Kindern, als sie noch ganz klein waren, also Säuglinge. Ich hielt sie damals vor dem Zu-Bett-Gehen im Arm und betete laut: Ich dankte Gott für den wunderschönen Tag und führte dabei die schönsten Momente des Tages an. Die Große hörte später zu, wenn ich mit dem Kleinen auf dem Arm das Abendgebet sprach. Bald schloss sie sich an und dankte selbst für ihren Lieblingsmoment des Tages. So gelangten beide und schließlich auch unser „Nachzügler“ ganz von alleine zu ihrer eigenen Form des Gebetes.

Kinder dürfen immer zu Gott sprechen

Es gibt keinen „richtigen Moment“, ab dem ein Kind beten kann oder darf. Beten ist etwas Freiwilliges und etwas, das niemandem aufgezwungen werden kann. Beten ist aber auch etwas, das jedes Kind erst kennenlernen muss. Ich persönlich finde es schön, wenn Kinder bereits damit heranwachsen – aber ich konnte schon viele Kinder kennenlernen, die erst in der ersten Klasse Volksschule damit bekannt gemacht wurden. Die meisten von ihnen lieben es zu beten!

Passend dazu: Kinder fragen nach Gott



EIN ARTIKEL VON
  • Gabriela Paul

    Ich bin Mutter von drei Kindern. Nach meinem Germanistikstudium arbeitete ich jahrelang im Marketing. Dann entschied ich mich zu einer 180°-Wende und wurde römisch-katholische Religionslehrerin. Jetzt unterrichte ich Religion und Deutsch für Kinder mit Migrationshintergrund.


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