20. November 2014

Kindergottesdienst – ein Erlebnisbericht


Mit Kindern zur Kirche gehen ist eine aufregende Sache – in jedem Sinn des Wortes. Ich persönlich erlebe es meist als eine Herausforderung, mit meinen Kindern in Ruhe und Frieden gemeinsam zum Gottesdienst zu gehen.

Kindergottesdienst – ein besonderer Sonntag

Mit Kindern zur Kirche gehen ist eine aufregende Sache – in jedem Sinn des Wortes. Ich persönlich erlebe es meist als eine Herausforderung, mit Fritz, unserem Beinahe-Teenie, Gregor, unserem kleinen Wirbelwind und dem Rest der Familie in Ruhe und Frieden alle gemeinsam zum Gottesdienst zu gehen und die Zeit dort auch wirklich gut, ohne Gemaule und Stress zu verbringen. Das gilt vor allem für „normale“ Messen. Kindergottesdienst ist da noch mal was ganz anderes. Da stört es nicht so, wenn unser Kleiner seine Runden zieht und fremde Leute laut und freundlich grüßt – und auch für die Größeren gibt es kindgerechten Input. Deshalb freuen wir uns immer schon sehr auf diesen einen Sonntag im Monat.

Kindergottesdienst – Genuss für jung und alt

Vorigen Sonntag war es wieder einmal so weit: die Zehn-Uhr-Messe war als Kindergottesdienst gestaltet. Obwohl wir pünktlich waren, bekamen wir gerade noch einen Platz in einer hinteren Reihe, doch dank guter Technik waren sowohl Bilder als auch Liedtexte von hinten gut zu sehen. Nach dem mittlerweile sehr bewährten Konzept unseres Familienausschusses ist diese Form des Miteinander-Feierns wirklich ein Genuss für jung und alt. Die Kirche ist an diesen Sonntagen voller und deutlich bunter als sonst. Auch die älteren Kirchenbesucher sind von dem Gewusel und der Freude der Kleinen sichtlich angesteckt und auch unser Pfarrer ist nun schon ganz locker mit den Kleinen.

Zu Beginn der Feier gab es gleich mal fetzige Musik – gesungen von einem Kinder- und Jugendchor plus Band. Auf der Leinwand vorne prangte ein Bild von vielen bunten Händen und die Überschrift: „Die große Chance“, das heutige Motto. Viele Leute sangen mit, die meisten Lieder sind mittlerweile zu Ohrwürmern geworden. Nach der Begrüßung folgte als Lesung eine kleine Geschichte, die von verschiedenen Personen vorgelesen wurde. Es ging um das Thema „Talente“ und die Geschichte handelte von den verschiedenen Farben, die sich darum stritten, wer denn wohl die wichtigste von ihnen sei. Schließlich kamen sie zu dem Schluss, dass sie nur gemeinsam den Regenbogen bilden konnten. Ein wunderschönes Bild!

Die Überraschung der Predigt: “Helene”

Nun folgten weitere fröhliche Lieder, danach das Evangelium. Zur Predigt gab es eine ganz besondere Überraschung: „Helene“, eine Stoffpuppe mit großer Klappe, redete von der Kanzel aus mit unserem Herrn Pfarrer, der diesmal unten beim Altar stand. Sie erzählte von ihrem Wunsch, erfolgreich und jemand besonderer zu sein, von all ihren gescheiterten Versuchen als Model und Dancing-Star. Nun wolle sie in der Sendung „Die große Chance“ auftreten und ihr Glück versuchen. Nach vielen Fragen kam sie allerdings zu dem Schluss, dass sie gar kein Star werden musste, um glücklich zu sein. Dass es darum ging, ihre ganz besonderen Gaben da einzusetzen, wo sie war. Mal diese Person zu erheitern, mal jene zu trösten. Dass erfüllte Beziehungen wertvoller waren als aller Erfolg.

Da der Gedenktag der Heiligen Elisabeth von Thüringen, die ihre Talente dazu eingesetzt hat, Armen und Notleidenden zu helfen, auf diesen Sonntag fiel, wurde auch über ihr Leben erzählt. Alles zusammen ein wirklich guter, erfrischender und auch zum Nachdenken anregender Kindergottesdienst.

Auf dem Nachhauseweg tauschten wir uns noch ein wenig über den Inhalt des Gottesdienstes aus. Und wir kamen wieder einmal zu dem Schluss: Unser Kindergottesdienst ist es immer wieder wert, hinzugehen!

  • War dieser Artikel für dich hilfreich/interessant?
  • Ja   Nein


EIN ARTIKEL VON
  • Maria Lang

    Ich lebe mit meiner Familie in Wieselburg. In meiner Jugend bereiste ich die halbe Welt und war nach meiner Ausbildung sozial in Indien tätig. Nun unterrichte ich mit meinem Mann unsere vier Kinder zuhause und bin Autorin und Kulturvermittlerin im Stift Melk.


Jetzt kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

meinefamilie.at