4. Mai 2015

Kinder fragen nach Gott


Mama, was isst eigentlich der liebe Gott? Kinder fragen nach Gott – und Eltern sind gefordert. Für die Glaubensentwicklung sind die Fragen wichtig, hier gibt’s Tipps für Antworten.

Warum ist der liebe Gott im Himmel? – Kinder fragen nach Gott

Warum? Warum? Warum? Diese Frage hören viele Eltern von Kindern im Alter von etwa 3 Jahren und aufwärts. Denn die Kleinen haben da schon sprechen gelernt, vor allem können sie den verschiedensten Dingen Namen geben, nun aber werden Zusammenhänge interessant. Das „Wie“ und das „Warum“ sind dabei die entscheidendsten Fragen. Warum ist etwas, so wie es ist und wie funktioniert dies oder das? Gerade in Bezug auf Religion stellt diese Phase eine sehr wichtige dar, da auch ihr Sinn und die Glaubensgrundlage des Kindes in dieser Zeit grundlegend durch und für das Kind geprägt wird. Kinder fragen nach Gott, und das ist wichtig.

Kinder fragen ohne Grenzen

Kinder kennen bei ihren Fragen kaum Grenzen. Alles wird hinterfragt, alles ist interessant. Und viele Fragen bringen auch uns Erwachsene weiter, da wir bemerken, vieles für selbstverständlich zu nehmen, was eigentlich gar nicht so selbstverständlich ist – sondern beinahe schon ein Wunder. Beispielsweise die Frage: „Warum wächst aus dem Kern eine Pflanze heraus?“ oder „Warum wird aus dem einen Zwiebel eine Tulpe und den anderen gibst du in den Salat, Mama?“ So oder so ähnlich wird man jeden Tag überrascht und – zugegebenermaßen – gefordert.

Kinder fragen nach Gott, Eltern geben Antworten

Wenn der Sprössling nun mit Fragen kommt, die die Religion betreffen, gilt zu allererst einmal: Als Eltern sollen wir diese Fragen ernst nehmen und zumindest versuchen, darauf zu antworten. Viele Eltern sind dabei aber unsicher, wie sie reagieren sollen, vor allem, weil uns einerseits die Fragen manchmal zum Schmunzeln oder sogar zum Lachen bringen, aber auch, weil wir Angst davor haben, etwas Falsches zu sagen. Wenn wir als Eltern aber authentisch bleiben, so kann die Antwort eigentlich nicht falsch sein.

Mama, was isst eigentlich der liebe Gott?

Wir sitzen ganz gemütlich beim Abendessen, die Spaghetti dampfen, plötzlich, aus heiterem Himmel, diese Frage: „Was isst denn der liebe Gott?“ Nun ja, isst er denn eigentlich etwas? Oft – und so auch in diesem Fall – rettet mich eine einfache Gegenfrage. „Hm. Gute Frage. Was meinst du? Was isst der liebe Gott?“ Mein Sohn gab sich damals einige Antworten selbst: „Wahrscheinlich das, was ihm schmeckt. Er kann ja alles haben, was er will. Aber vielleicht isst er auch gar nichts, ich meine, er ist ja der liebe Gott. Er kann sich auch machen, dass er keinen Hunger mehr hat.“ Und so ging es noch weiter. Zum einen ist diese Frage völlig natürlich: Das Kind sitzt beim Essen, Mutter, Geschwister und Vater essen, der liebe Gott muss doch dieses Basisbedürfnis sicher auch befriedigen. Aber zugleich wird dem Kind klar: Aber Gott ist eben nicht so wie wir Menschen. Wahrscheinlich braucht er das Essen gar nicht.

Gewappnet sein und offen für alles

Als Eltern sollten wir, wenn wir das Thema Religion und Gott innerhalb der Erziehung thematisieren, durchaus damit rechnen, vor schwierige Fragen gestellt zu werden. Dazu gehört auch eine Offenheit für die Fragen des Kindes, denn wenn eine solche Frage kommt, dann bewegt sie das Kind auch. Für das Kind ist die Frage wichtig, auch wenn wir das manchmal nicht so sehen. „Wo ist Jesus begraben? Wenn er auferstanden ist, muss er später noch einmal gestorben sein. Wo sind dann seine Knochen?“ „Fällt der liebe Gott nicht durch die Wolken durch? Da kann man doch gar nicht drauf sitzen.“ „Wieso ist der Heilige Geist eine Taube? Die Tauben sind doch grauslich!“ „Wie groß ist der liebe Gott eigentlich? Wenn er doch die Welt in der Hand hält.“ „Spricht der liebe Gott alle Sprachen?“ „Hört der liebe Gott auch, was ich denke?“

Ja, einfach zu beantworten sind diese Fragen alle nicht – aber es hilft uns Erwachsenen auch, „Gott und die Welt“ wieder einmal mit Kinderaugen zu sehen!

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EIN ARTIKEL VON
  • Gabriela Paul

    Ich bin Mutter von drei Kindern. Nach meinem Germanistikstudium arbeitete ich jahrelang im Marketing. Dann entschied ich mich zu einer 180°-Wende und wurde römisch-katholische Religionslehrerin. Jetzt unterrichte ich Religion und Deutsch für Kinder mit Migrationshintergrund.


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